Auf bald, Bürgerbus?

v.l.n.r.: Markus Lau, Dietmar Vent von TS-Fahrzeugtechnik und Bernd Hausmann mit einem Bürgerbus vorm Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund, wo eigentlich Anfang dieses Monats der Kaufvertrag für solch ein Fahrzeug unterzeichnet werden sollte. (Foto: BI "Für Osterode")
 
Jon Döring, der auf einer gut besuchten Informationsveranstaltung der Initiative im „da Capo“ am vergangenen Donnerstag (3.9.2015) über die Struktur und Organisation des ÖPNV im Kreisgebiet und in der Stadt Osterode sowie u.a. über den Sachstand zur Erstaufnahmestelle in der Rommel-Kaserne informierte.

BI „Für Osterode“ informierte zu Bürgerbus und Erstaufnahmestelle


Osterode. Ursprünglich hatten sich Bernd Hausmann und Markus Lau von der Bürgerinitiative „Für Osterode“ e.V. mit Dietmar Vent von TS-Fahrzeugtechnik am Höhlenerlebniszentrum für Anfang September verabredet, um den Kaufvertrag für den Bürgerbus unter Dach und Fach zu bringen. Wegen der Ankündigung der Stadt, auf das neuartige, noch nicht im Regelbetrieb getestete Eco-Bus-System setzen zu wollen, hatte die BI den geplanten Start des Bürgerbusses auf Eis legen müssen.

„Wir freuen uns aber dennoch, dass Herr Vent trotz der Entscheidung von Stadt und Verwaltungsausschuss, den Bürgerbus nicht durch eine Bürgschaft für den Fahrbetrieb zu unterstützen, zu uns gekommen ist“, so Markus Lau, „wir möchten damit ein Zeichen setzen, dass wir das Eco-Bus-System im kleinstädtischen Raum für wenig geeignet halten, weil Sammeltaxensysteme bei einer geringen Anzahl paralleler Fahrtwünsche kaum kostendeckend werden fahren können, auch wenn ein Computer den Fahrzeugeinsatz optimiert.“

Klaus-Richard Behling ergänzt: „Da der Eco-Bus für die Nutzer bequemer ist und außerdem vom Südniedersachsenprogramm erheblich subventioniert wird, war die Entscheidung der BI, ihren Bürgerbus zunächst nicht auf die Strecke zu schicken, der Vernunft geschuldet. Wenn das Füllhorn nach den Wahlen irgendwann wieder versiegt, werden Stadt und Politik feststellen müssen, dass der Eco-Bus ein ganz erhebliches Zuschussgeschäft ist.“

Behling äußerte sich verwundert über die Äußerungen Raymond Rordorfs von den Grünen, der geäußert hatte, es gebe noch Spielraum, die Bürgschaft für den Fahrbetrieb zu verhandeln: „Wir haben von Bürgermeister Klaus Becker eine definitive Absage an eine städtische Bürgschaft für den Bürgerbus erhalten. Auch bei der Suche nach einem geeigneten Standplatz konnte die Stadt bislang nicht mitwirken. Zusammen mit der Entscheidung, das noch im Entwicklungsstadium befindliche Eco-Bus-System in Osterode einführen zu wollen, ergeben sich für den Betrieb eines Bürgerbusses zunächst keine Perspektiven.“

Auch Dietmar Vent vom geplanten Lieferanten TS-Fahrzeugtechnik zeigte sich enttäuscht: „Es tut mir sehr leid, dass Ihre bisherige, ehrenamtliche Arbeit, keine würdige Anerkennung bei den Stadtvätern findet. Schauen wir mal was die Zukunft bringt.“

Und da ist Bernd Hausmann optimistisch: „Unsere umfangreichen Planungen für die erste Linie des Bürgerbusses bleiben in der Schublade. Wenn sich die in das Eco-Bus-System gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen sollten, können wir relativ schnell einen Bürgerbusbetrieb aufnehmen.“

Auf der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative am vergangenen Donnerstag, an der auch zahlreiche neue Mitglieder und Interessierte begrüßt werden konnten, wurde allerdings nicht nur über die Struktur und Organisation des ÖPNV im Kreisgebiet diskutiert, sondern auch über andere aktuelle Themen.

Jon Döring informierte über den bisherigen Gedankenaustausch mit Frau Yilmaz und Herrn Specht von Til Schweigers Agentur Barefootfilms. Die Vertreter der BI hatten Kontakt aufgenommen, um aktuelle Informationen zum Sachstand zu erhalten und den Wunsch nach einem Begegnungszentrum in der Kaserne zu erneuern. Außerdem war vor den Toren der Erstaufnahmestelle eine Bürgerbushaltestelle geplant.


BI „Für Osterode“ e.V.

Bernd Hausmann, 1. Vorsitzender

www.für-osterode.de
04.09.2015
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