Es geht mit und ohne. Aber wie? Eine Satire über unseren Körper, Seite 14

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Das künstliche Hüftgelenk.

Die Ärztin quetsche Eva weiter aus. Was ist das für eine Narbe an der linken Hüfte? „Ach ja, das Hier? Hier habe ich doch ein TEP, ein künstliches Hüftgelenk. Hat das etwa auch etwas mit der Neurodermitis zu tun?“ Die Ärztin:„Ich muss alles wissen, sonst kann ich keine korrekte Anamnese erstellen, was in der Homöopathie das A & O ist. Wie fing das also an?“Also: „ Zuerst hatte ich ab und zu Schmerzen in der linken Hüfte. Wenn ich das Bein etwas nachschleifte ging es etwas besser. Die Abstände wurden immer kürzer die Beschwerden stärker. Anfangs bekam ich Massagen, oder Bestrahlungen, dann wurde die Behandlung mit Schmerzmitteln ergänzt und letztendlich blieb nur noch das Messer“.
Sie dachte zurück. Eva war älter geworden und hatte inzwischen mit Ärzten und Kranksein ihre Erfahrungen gesammelt. Gute und schlechte. Sie befragte damals ihr Umfeld welches das beste Krankenhaus für solche Sachen sei, denn allerlei Horrorgeschichten über misslungene Hüftoperationen waren im Umlauf
Man konnte auf einen Blinddarm verzichten, die Mandeln selbst vermisste man auch kaum. Mit den Eierstöcken war es wieder etwas anderes. Da wäre ihr lieber gewesen, die Sachen wären noch in ihrem Körper.
Wenn sie an die erste Zeit nach der Unterleibsoperation dachte, stehen ihr noch heute die Haare zu berge.

Die Totaloperation.

Die Hormone schlugen Purzelbäume. Wie ganz am Anfang schon erwähnt, hat der Körper ein ausgeklügeltes Chemielabor. Und gerade die Hormone, auch wenn sie nur in winzigen Mengen vorkommen, scheinen die Herren im Körper zu sein. Die Zusammenarbeit geht diszipliniert vor sich. Präzise gibt jeder seine vorgeschriebene Menge ab. Und fehlt auf einmal das Hormon aus den Eierstöcken, kriegen sie es nicht mehr geregelt. Es ist nicht nur ein Sexualhormon wie viele glauben. Auch andere Aufgaben hat es zu erfüllen, und nun ist es nicht mehr da, es fehlt, es ist von einem auf den anderen Tag verschwunden. Kommt die Frau in die Wechseljahre, geht eine natürliche Umstellung vor sich, der Körper hat Zeit, die Aufgaben umzuverteilen.
Mit der Schlaflosigkeit damals fing es an. Plötzliche Scheißausbrüche sind nicht schlimm, aber lästig, wenn sie in dem Moment auftreten wo man sie am wenigsten gebrauchen kann.
Eva war auf einmal mit sich und der Welt unzufrieden, obwohl kein Grund dafür vorhanden gewesen wäre. Sie war ein launisches Weib geworden.
Sie bat ihren Frauenarzt um Hormone zum einnehmen. Frauen mit dem gleichen Problem trifft man beim Frauenarzt in jedem Wartezimmer und Ratschläge werden reichlich und umsonst verteilt. Doch der Arzt riet ihr ab und meinte: „ Auf lange Zeit sei das Für und Wider dieser Medikamente noch nicht erprobt. Man vermutet sogar, sie könnten Brustkrebs erzeugen“. Hatte man die Gebärmutter rausgeschnitten um hier dem Krebs ein Schnippchen zu schlagen, würde man ihm um die vier Ecken einen anderen Einzug ermöglichen. Was war das alles so kompliziert!
Ist es überhaupt möglich seinen Körper so total zu überwachen um ihn vor Schaden zu bewahren? Die Ärzte studieren in der Hauptsache, wie man Krankheiten heilt, jedoch nicht, wie man sie vermeidet. Aber die Menschen wollen es ja auch gar nicht wissen, es würde zu viele Einschränkungen mit sich bringen. Erst wenn es zu spät ist, interessieren sie sich dafür. Es weiß ja auch niemand, zu welchen Krankheiten sein Körper neigt und welche Vorkehrungen getroffen werden könnten. Also heißt es weiter wursteln wie man am besten über die Runden kommt, man kann halt doch nicht alles mit den Pillen regeln. Auch Adam hat so seine Erfahrungen.
Eva hat nichts gegen die Ärzte, dass wir uns nicht mißverstehen.
Sie begreift halt nur nicht was da innen drin in ihrem Körper vor sich geht, und warum er immer wieder aufmuckt. Er bekommt sein Essen, sein Trinken, hat ein warmes Bett, doch immer wieder hat er Beschwerden. Was passt ihm nicht?
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 13.10.2013 | 22:07  
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Gaby Floer aus Garbsen | 15.10.2013 | 07:12  
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