Es geht mit und ohne. Aber wie? Eine Satire über unseren Körper, Seite 13

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Die Mandeln.

Bei dieser Operation war Eva weitaus tapferer wie damals als die Mandeln rauskamen. Seinerzeit glaubte sie, einem Metzger in die Hände gefallen zu sein. Sie saß auf einem Stuhl, die Hände wurden an den Armlehnen festgeschnallt in den Mund kam-nennen wir sie aus Unkenntnis des Fachausdrucks eine Maulsperre,-welche den Mund offen hielt. Der Arzt, ein Hüne, machte es sich vor ihr in einem Stuhl bequem. Mit einer Spritze, lang wie das Gerät welches man in der Küche zu Speck spicken nimmt stach er hinten in den Rachen. Das gallebittere Betäubungsmittel lief in den Hals hinunter und würgte zum erbrechen. Immer ungeduldiger schnauzte er Eva an: „ Durch den Mund atmen! Nicht durch die Nase!“ Was Eva trotz größter Anstrengung nicht gelingen wollte. So kämpften beide einen aussichtslosen Kampf und es war schwer zu sagen, wer der Gewinner oder der Verlierer war. Als Eva auf die Station kam lag sie wie eine Tote auf der Trage und eine der Schwestern wollte sie schon aufs Bett heben, als die Kollegin sagte: „Sie kann alleine rüber rutschen, bei ihr kamen doch nur die Mandeln raus“.
Der Rest ließ sich ertragen, nur stellten sich starke Blutungen ein als sich der Grind zu lösen begann.
Es ließ sich ganz gut ohne Mandeln leben. Zwar gelten die Mandeln als Gesundheitspolizei im Rachen weil sie die Krankheiten im oberen Bereich abfangen und nicht weiter in den Körper eindringen lassen. Wenn sie jedoch ständig vereitert sind so ist man der Meinung, sind sie nichts mehr wert. Und alles was nichts mehr taugt, kann weg. So landeten die Mandeln im Abfalleimer nebenan.
Auch Chirugen wollen leben.
Es ging auch so einigermaßen ohne diese runden Dinger im Rachen. Nur manchmal - bei starken Erkältungen war der Kehlkopf angegriffen und sie hatte keine Stimme mehr.
Jetzt spielten sich die Halsentzündungen im unteren Halsbereich ab, Verschwunden waren sie nach der Mandelentfernung nicht und einfacher zu ertragen auch nicht.
Aber der Eiterherd ist weg, das sei das Wichtigste meinten die Ärzte - und die müssen es wissen, schließlich sie sind Studiete...
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1 Kommentar
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Gaby Floer aus Garbsen | 15.10.2013 | 08:11  
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