Gegen Ausschließeritis - auch schwarz-grün geht in Obertshausen

Obertshausen: Rathaus | Die Fraktion der Grünen hat in ihrer Sitzung am Mittwochabend einstimmig Dr. Klaus-Uwe Gerhardt zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Er ist seit 1997 auch Sprecher des Grünen Ortsverbands Obertshausen. Seine Stellvertreterinnen sind Felicia Proschitzki und Christel Wenzel-Saggel.
Der frühere Fraktionsvorsitzende, Roger Winter, ist am 9. März zum neuen Obertshausener Bürgermeister gewählt worden und hat jüngst sein Stadtverordnetenmandat niedergelegt.

Der 58-jährige Diplom Handelslehrer Gerhardt ist ein Grünes Urgestein. Er gehört der Partei seit 1984 an und ist Sprecher des Obertshausener Ortsverbands seit 1997. Von 1997 bis 2001 saß er für die Obertshausener Grünen im Stadtparlament, dem er seit der Kommunalwahl 2011 wieder angehört. Zudem ist Gerhardt seit dem Jahr 2000 Mitglied der Grünen-Kreistagsfraktion und deren schulpolitischer Sprecher. Der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder ist außerdem Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung Hessen.

Um der Ämterhäufung entgegenzuwirken, will der frischgebackene Fraktionsvorsitzende spätestens bei der Mitgliederversammlung den Vorsitz des Ortsverbands im Herbst dieses Jahres abgeben. Eine Nachwahl sei aber schon bei der Mitgliederversammlung am Dienstag, 13. Mai, möglich, so Gerhardt. „Wenn jemand Interesse an dem Posten hat, kann er oder sie sich gerne bei mir melden“.

Die Folgen der politischen Umwälzung durch die Wahl des neuen Bürgermeisters Roger Winter seien noch gar nicht absehbar, so Gerhardt. Möglicherweise platzt die Kooperation zwischen CSU und Freien Wählern, denn verlässlich sind die Freien in den Augen der CDU nicht. Zudem sind viele Schwarze noch sauer, dass die "Bürger für Obertshausen" den CDU-Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl scharf kritisierten und ihn nicht unterstützten. So überrascht es nicht, dass der CDU-Fraktionschef noch am Wahlabend für jedermann sichtbar das Gespräch mit den Grünen suchte.

Theoretisch ist auch ein Dreibündnis zwischen SPD, Grünen und Freien Wählern denkbar. Doch persönliche Animositäten zwischen SPD und dem "freien" Rudolf Schulz machen ein Bündnis links von der CDU unwahrscheinlich. Eine Mehrheit bei den Grünen sind daher offen für schwarz-grün. Es komme bei allen Gegensätzen immer darauf an, was dabei herauskomme, erklärt Gerhardt im Pressegespräch. Es müsse eine Win-Win-Situation geben.

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