Nürnberg: Tiergarten | Nur noch Nürnberg und Duisburg präsentieren Delfine in Gefangenschaft. Sicherlich gibt es einige Argumente der Tierschützer, die sich vehement gegen diese Tierhaltung sperren, die stimmen und sicherlich hat der Mensch die Verantwortung für artgerechte Tierhaltung. Aber wenn ich an meinen Besuch im Delphinarium in Nürnberg denke, habe ich Delphine vor Augen, die VOR und NACH der Show freiwillig - ohne Kommando - in Abwesenheit ihrer Trainer mit dem Ball spielen, sich mit den Seehunden tummeln, Sprünge und Saltos in der Luft machen und ....... keinen depremierten Eindruck machten. Der älteste Delphin (der mit dem weißen Fleck oben am Kopf) lebt seit 1971 hier in Gefangenschaft - ich denke, das spricht für sich ........ Alle Besucher dieser Show freuten sich darüber, diese großen Tümmler beobachten zu können, Infos über sie zu bekommen, gaben reichlich Applaus und einige kamen auch dem Aufruf nach, sich am Tier- /Artenschutz mit einer Spende zu beteiligen .....
>Ingeborg< Vieles sprach dafür, dass man das glauben kann!
Ich bin ein absoluter Delphin-Fan und habe sie schon mehrmals in freier Natur und in ausländischen Zoos beobachtet. Sieht man davon ab, dass es jedem Tier im Zoo so geht, dass seine Freiheit "beschnitten" ist (nicht nur die Delphine) haben sie auch einige Vorteile - keine Feinde, kein Kampf ums Futter .....
Wir Menschen sollten alle Tiere verantwortungsbewusst und so artgerecht wie möglich halten..... - nicht nur Zoo-Tiere. Mir graut, wenn ich z.B. so manche Hundeliebhaber sehe, die ihr rosarotes Hündchen im rosaroten Täschchen stundenlang spazierentragen ....., Katzenfreunde, deren Katzen niemals ins Freie dürfen, ....... usw.
.....und in letzter Instanz hätten wir KEINE Haustiere, denn die Domestizierung war ja auch eine "Freiheitsberaubung" :-(((
Alle Liebhaber von Zoos oder ähnlichem suchen nach DIESEN Entschuldigungen. Auch ich!!!
Diese Schau hab ich mir in Nürnberg auch schon angesehen.
Ich war schon mal in San Diego im Sea World und war fasziniert.
So viele sehen sich so etwas an, aber keiner traut sichs laut zu sagen.
Grüße Lisa
Im Grunde suchen die Menschen beim Besuch im Zoo ein Stück "heile Welt". Nur zu ungern möchte man aufgeklärt werden, sich der Problematik der Gefangenschaft wilder oder nachgezüchteter Tiere und den wahren Hintergründen dieses Millionen-Geschäftes widmen.
Mich wundert, dass man ein Delfinarium für gut heißen kann, wenn man Delfine in freier Wildbahn sehen durfte. Man müsste dann eigentlich einen Eindruck davon haben, welche Bedürfnisse ein Delfin hat. Bei ihrem großen Bewegungsdrang lassen wir Menschen manchmal eines ganz außer acht....sie leben nicht nur in einer Ebene, wie wir, links-rechts-vor-zurück...sie haben noch eine weiter,e Ebene nämlich in die Tiefe. Dass heißt zugleich, dass sich die Dezimierung ihres Lebensraumes von vielen Kilometern auf nur wenige Meter in einem Becken, noch um ein das Defizit der fehlenden Tiefe erweitert. Delfine tauchen bis zu 350 Meter tief.
Allein das Fehlen des Raumes ist eine grausame Einschränkung, vergleichbar mit einer winzigen gekachelten Toilette für einen Menschen, 24h/Tag wohlbemerkt.
In freier Wildbahn bilden die Delfine feste soziale Gefüge. Familien halten zusammen. In Delfinarien werden diese Gruppen vom Menschen anhand von besseren Züchtungsmöglichkeiten sortiert und mit den Tieren zwischen einigen Einrichtungen nach Belieben jongliert. So werden oft die Söhne von den Mütter getrennt, damit es keine Rangeleien unter den Männchen gibt und sich das Weibchen auch schneller wieder befruchten lässt.
Da der gefrorene Fisch kaum noch Feuchtigkeit enthält, die Tiere daraus aber ihren Wasserbedarf decken (sie trinken nicht), muss man ihnen mit dem Schlauch Wasser durch den Rachen einführen.
Weil sich die Tiere eben nicht genug bewegen und durch die Haltung und den Kontakt zum Menschen viel zu viel Keime abbekommen, müssen sie fast permanent mit Medikamenten behandelt werden. Oft auch mit Psychopharmaka, weil eben das Leben dort wahnsinnig stressbehaftet ist. Die Tiere können sich nicht aus dem Weg gehen, die geräuschempfindlichen Meeressäuger werden in den Becken förmlich von ihrem eigenen Schall "erschlagen", der ungedämpft von den Wänden zurückkommt. Vom Lärm während der Shows ganz schweigen.
Aufgrund der Misserfolge bei der Nachzucht muss man am Ende doch direkt, oder wie in Nürnberg, nur indirekt über andere Delfinarien auf Wildfänge zurückgreifen. Gerade Nürnberg wäscht hier seine Hände gerne in Unschuld, weil sie keinen Delfin haben, der aus dem tausenfachen jährlichen Delfinmassacker im japanischen Taiji stammt. Doch sie sagen selber, dass sie sich bei Bedarf Delfine aus anderen Staaten holen. Die Türkei hat aber zum Beispiel Delfine aus Taiji. Kauft man denen ein Tier ab, holen die sich dort Nachschub. So macht sich JEDES Delfinarium direkt oder indirekt an dem grausamen Delfinschlachten mitschuldig.
Und was ist der Bildungsauftrag? Was lernt man in einem Delfinarium?
Lernt man, dass es wilde und nicht ungefährliche Tiere sind?
Jäger?
Lernt man, die Natur zu achten?
Respekt zu haben vor anderen Geschöpfen?
Rücksicht zu nehmen?
Lernt man, dass man weniger Müll produzieren muss, damit der natürliche Lebensraum der Delfine geschützt wird?
Lernt man wenigstens, wie diese Tiere wirklich leben? Dass sie mehrere Kilometer am Tag zum Spaß herumjagen? Dass sie nur allzu gerne in den Wellen reiten? Dass sie sich zu riesigen Gruppen zusammen schließen? Dass sie raffinierte Fangmethoden haben? Lernt man, dass für sie eine Strandung meist den sicheren elenden Tod bedeutet oder etwa, dass so ein "Landgang" grad lustig ist?
Wie verreisen viel und können die Delfine im Meer sehen, und es gibt die wunderbarsten Dokumentationen.
Ich finde, wir haben nach allem was wir heute über diese und auch andere Tierarten wissen, nicht das Recht, sie für unser Vergnügen und unserem Verlangen nach unbeschwerter vorgegaukelter heiler Welt leiden zu lassen.
Hallo Inge
ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, deinen Stadnpunkt so ausführlich zu beschreiben und deine Meinung zu begründen. In einigen Teilen habe ich mich nicken sehen .... es gibt immer ein für und wider ...
meinen Standpunkt habe ich - glaube ich ausreichen dargestellt - und ich bin tolerant genug, auch andere Meinungen zur Kenntnis zu nehmen.
zum Schluss: Ich warne trotzdem vor einer zu explizieten Schwarz-Weiß-Malerei! und ich bin zum Teil froh, dass ich von manchem nichts weiß ........ vor allem, wenn ich daran nichts ändern kann ...
Natürlich kannst man was ändern.....zu allererst, indem man keine Eintrittskarte kauft und damit das ganze Elend der Tiere heftig mitfinanziert.
Zum anderen, indem man aufklärt und nicht "tralalaa", alles ist so schön, verbreitet.
Was Delfinarien angeht, GIBT es aus der Sicht der Delfine NUR Schwarz!
Weiß können nur die Besucher sehen, wenn sie das wollen.
Deine Ansicht in Ehren ..... - du glaubst wohl eine Delphinflüsterin zu sein????
....aber ich denke, auch du solltest dir nicht anmaßen zu glauben, was IN den Delphinen vorgeht ......
VIELES - nicht nur bei den Delphinen - liegt im Argen .....KEINE FRAGE ....
und man soll sich den Problemen nicht verschließen
aber BESSERWISSEREI und Fingerzeig auf alle anderen ist auch keine Lösung!!!
und dein
---> Zum anderen, indem man aufklärt und nicht "tralalaa", alles ist so schön, verbreitet.
empfinde ich als persönlichen Angriff
und einige "deiner ART" verlieren alle andere Missstände aus den Augen, die mit Sicherheit NICHT unwichtiger sind.
Ich denke - wir diskutieren hier nicht auf gleicher Ebene.
Ich lasse mich von dir nicht provozieren - mehr werde ich dazu nicht sagen
Ich stimme dir völlig zu, dass vieles im Argen ist und längst nicht nur die Delfine betroffen sind von der Ausbeutung durch den Menschen.
Ich habe mich halt auf diese Tierart spezialisiert, gerade WEIL ich eben nicht nur zu den unqualifizierten Nörglern, die einen Rundumschlag mit "alles ist so schlecht" (aber ich tu deshalb gar nichts) gehören möchte, sondern mich zu einem Thema qualifiziert äußern können möchte. Dann kann man auch glaubhaft argumentieren und vielleicht den ein oder anderen überzeugen. oder zumindest die Skepsis wecken.
Man braucht eben gar keine Delfinflüsterin zu sein, um anhand der Fakten zu wissen, dass die Situation in Gefangenschaft für Delfine auch bei größten Anstrengungen NIE annähernd adäquat sein kann.
Ich finde es auch sehr schön, dass du in deinem Bericht auf skeptische Stimmen hinweist. Insofern brauchst du dir den Schuh mit "Tralalaa" gar nicht anziehen. In dir scheint auch schon ein Hauch Skepsis zu sein. Das ist ein Anfang, vielleicht. Zumindest hast du schon mal etwas kritischer hingeschaut. Das ist mehr, als viele andere tun.
Eigentlich gefällt mir, wenn jemand seinen Worten Taten folgen lässt. Deinen Berichten nach trittst du aktiv für deine /diese Sache ein - mein Kompliment dafür.
In deinem "Rundumschlag" aber hast du diesmal die absolut FALSCHE getroffen.
Ein Beispiel dazu:
ICH liebe Hunde so sehr (und auch sie mich), dass ich mir selbst keinen anschaffe, weil ich nicht gewährleisten kann, dass ich "ihm" alle für ihn notwendigen Bedürfnisse erfüllen kann. Übermäßige Liebe, allerbestes Futter, ein wunderschönes zu Hause ...... reichen nicht aus, damit ein Hund wirklich glücklich ist .................(Dafür "liebe und verwöhne" ich die Hunde ringsherum )
Wenn man angeblich ein Lieblingstier hat und das angeblich in Tierparkhaltung leidet und sogar angeblich Tierqual im Spiel ist, wäre es sinnvoller, dagegen vorzugehen (in D gibt es sogar ein Tierschutzgesetz und man kann Anzeigen erstatten, Klagen, usw.) anstatt Leute anzumaulen, die sich einfach nur mal an den Tierparks erfreuen und über Haltungsprobleme ggf. nicht mal was wissen können.
Es ist auch nicht jeder so betucht, dass er sich all die Zootiere in der Wildnis ansehen kann - oft können sich die Leute grad mal den Zoobesuch leisten. Man sollte ihnen nicht den Spaß verderben, indem man SIE angreift, sondern sollte eben bei wirklichen verstößen rechtlich gegen den ZOO o.ä. vorgehen.
Und btw: In Taiji gibt es kein "grausames Abschlachten", sondern Fischer fischen. Das mag für den urbanen Menschen, der in der Hinsicht verwöhnt ist und kaum weiß, woher sein Fisch und Fleisch kommt und dass Tiere halt auch bluten, erstmal furchtbar aussehen, aber so ist das halt mit Jagd/Fischen (und die Delfine sind gegenüber ihren Opfern (Futtertiere, Artgenossen) ja auch nicht zimperlich ;))
> "Ein Beispiel dazu: ICH liebe Hunde so sehr (und auch sie mich), dass ich mir selbst keinen anschaffe, weil ich nicht gewährleisten kann, dass ich "ihm" alle für ihn notwendigen Bedürfnisse erfüllen kann."
Lobenswert!
Aber Millionen Menschen halten trotzdem Hund und Katz, obwohl das artgerecht kaum geht... die werden ja auch nicht angegriffen... aber wer mal in den Zoo geht und nicht mal selbst Tiere hält, kriegt immer moralisch auf die Omme...
Deine Einstellung finde ich super, Gertraud.
Ich glaube, jetzt haben wir uns gegenseitig besser verstanden und können uns einigermaßen richtig einschätzen.
Stimmt, ich lasse recht viele Taten folgen.
Ich mache mir aber auch nichts vor, dass man in aller Konsequenz nicht jedes Leid, jede Eisbeutung verhindern kann.
Dann müsste man letztendlich zurück zu einer steinzeitlichen Lebensweise...bzw. den Mensch komplett vom Planeten tilgen.
Aber warum soll man sich nicht bemühen, auf dem ein oder anderen Gebiet, oder für die ein oder andere Spezies, die Situation ein bisschen besser zu machen! (Gertraud, extra für dich ein respektvolle Ausrufezeichen und kein zynisches Fragezeichen)
LIeber Andreas.
EGAL, WAS ANDERE sagen :
Seit deiner Stellungnahme hier - habe ich nicht im geringsten erwartet - LIEBE ich dich! Hut ab!!!! (ohne Schmäh!!!) Ich habe dich immer schon gut verstanden, und leiden können,
aber
DAS heute hat mich BESONDERS gefreut - danke, du hast meinen Tag ein wenig HELLER gemacht!!
Danke Doris, dass du GELESEN UND verstanden hast .........
Kämpfe weiter - ich finde es toll!! (nur schlage vorsichtiger um dich!!)
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