Schweinegrippe vorsorge Impfung: Die Unsicherheit, der Menschen die wächst

von Kurt Keese aus Nordstemmen | am 20.11.2009 | 94 mal gelesen |  0 Kommentare |  0 Bildkommentare | 1 Bild

Schweinegrippe vorsorge Impfung: Die Unsicherheit, der Menschen die wächst

Seit Monaten sieht und hört man in den öffentlichen Medien nur das eine Thema: die Schweinegrippe.
Die Weltweit erkranken immer mehr Menschen an diesem Virus.
Die Meldungen über die Todesfälle, die aufgrund einer Erkrankung lassen nicht abreißen und die erste Impfwelle ist auch bei uns angerollt.
Mitten in diese Phase platzt nun die Nachricht von den ersten Todesopfern in Folge der Impfung.
Dieses ist ein Pikantes Detail für die Diabetiker:
Eine der Toten litt an der Zuckerkrankheit.
Nicht nur chronisch Kranke stellen sich derzeit die Frage, ob sie sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen sollen oder nicht?
Seit dem Herbst zeigt die Pandemie auch in Deutschland ihre Auswirkungen:
Das Robert-Koch-Institut meldet aktuell über 15.000 der Neuerkrankungen der Schweinegrippe pro Woche.
Aus Angst vor dem Virus entscheiden sich derzeit immer mehr Menschen zu dem Arztbesuch, um sich mit den von dem Gesundheitsministerium zu der Verfügung gestellten Impfstoffen zu immunisieren.
Denn Bundesweit sind die Praxen überfüllt, die Massenimpftermine werden angeboten.

Die ersten Todesfälle in dem Zusammenhang mit eben dieser Impfung gegen die Schweinegrippe, führen bei vielen Menschen nun zu einem wahren Gedankenchaos.
Zur Angst um eine Infektion mit dem Schweinegrippe – Virus gesellt sich die Verunsicherung über eine möglicherweise unkalkulierbare Gefahr durch den Impfschutz.
In dem Bewusstsein beider Risiken - verstärkt durch die Hysterien ausgelöst von Impfbefürwortern und –gegnern, da fällt es offensichtlich schwer, eine Entscheidung zu treffen.

Die Diabetiker, die sind doppelt betroffen

Denn gerade chronisch kranken Patienten, so auch die Diabetiker, wird aufgrund ihrer Erkrankung häufig zu Impfungen geraten.
Da sorgt der überraschende Tod einer 65-jährigen Diabetikerin zwei Tage nach einer Schweinegrippe-Impfung besonders bei dieser Patientengruppe für große Aufregung.
Aktuellen Angaben zufolge litt die Diabetikerin zusätzlich unter Herzbeschwerden.
Um zweifelsfrei einen Zusammenhang beweisen oder ausschließen zu können wurde eine Obduktion beantragt.

Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?

Bei der Schweinegrippe handelt es sich um eine Variante des Grippevirus-Typ A/H1N1.
Die ersten Fälle traten bereits zu Beginn des Jahres in Mexiko aus, seitdem hat sich das Virus weltweit ausgebreitet.
Die Krankheit wird vor allem durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen und hat eine Inkubationszeit von ca. 2-4 Tagen.
Symptome, Krankheitsverlauf und Behandlung ähneln im Allgemeinen denen der normalen Grippe.
Meist verläuft die Erkrankung relativ mild und ist nach 1-2 Wochen überstanden.
Bei schweren Verläufen kann es jedoch in manchen Fällen auch zu lebensbedrohenden Folgen kommen.
Dieses gilt jedoch auch bei einem normalen Influenza-Virus und ist an sich kein Anlass zu übertriebener Hysterie.

Das Besondere an der neuen Grippe ist die Tatsache, dass vorwiegend jüngere Menschen erkranken.
Gerade in einer Vermischung mit anderen saisonalen Beschwerden (z. B. Grippe, grippalen Infekten oder einer Lungenentzündung) oder im Zusammenhang mit diversen Vorerkrankungen besteht weitere Gefahr.
Das Bundesgesundheitsministerium zählt neben Kindern, Schwangeren, stark Übergewichtigen sowie Herz- und Krebskranken gerade Chronisch Kranke wie Diabetiker aufgrund ihres geschwächten Immunsystems zur Risikogruppe und spricht in diesen Fällen eine Impfempfehlung aus.
Vor rund zwei Wochen erklärte Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE, dass die Impfung zurzeit die beste Option zu dem Schutz vor der Krankheit für Menschen mit Diabetes sei.
Aber ist das im Hinblick auf die neuesten Nachrichten der aktuellste Stand?

Welche Risiken birgt eine Impfung gegen das H1N1-Virus?

Impfbefürworter und –gegner haben bereits vor den ersten Todesfällen, die mit den Immunisierungen in Zusammenhang gebracht werden, heftig über die Erfolge und Risiken der bislang beispiellosen Impfaktion diskutiert.
Wichtiger Streitpunkt sind die bisher wenig bis gar nicht erforschten Nebenwirkungen der Impfstoffe.
In Europa sind derzeit die drei Seren Pandemrix, Focetria und Celvapan zugelassen.
Sie wurden alle sowohl von der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA als auch vom zuständigen Paul- Ehrlich-Institut in Deutschland zugelassen.
Größter Konfliktpunkt sind die bisher wenig bis gar nicht erforschten Nebenwirkungen der Impfstoffe.
Neben dem als Konservierungsmittel enthaltenen Quecksilber ist gerade der enthaltene Wirkungsverstärker AS03 umstritten, da er die potenzielle Gefahr einer unter Umständen lebensbedrohlichen allergischen Abwehrreaktion (anaphylaktscher Schock) birgt.
Der Verstärker wurde an 39.000 Menschen getestet, allerdings nicht an Schwangeren und Kindern.
Dieser Umstand sorgt vermehrt zu Misstrauen und Unsicherheit gerade bei Risikopatienten in Bezug auf die Entscheidung für eine Impfung.
Was Diabetiker wissen sollten:
Grundsätzlich birgt jede Impfung gerade bei geschwächten Menschen die Gefahr von komplizierenden Nebenwirkungen oder Immunabwehrreaktionen.
Trotzdem plädieren viele Experten dafür, sich gegen Schweinegrippe impfen zu lassen, da die Risiken einer Impfung im Vergleich zu einem möglichen Krankheitsverlauf sehr gering gelten.

Todeshysterie vs. Impfhysterie:
Keine eindeutige Empfehlung möglich

Eine allgemeingültige Empfehlung für Diabetiker, genauso wie für gesunde Menschen auszusprechen ist nicht möglich.
Selbst Experten können nicht mit 100%iger Sicherheit eine Antwort auf die Frage geben, ob man sich Impfen lassen soll oder nicht.
Festzuhalten bleibt jedoch, dass die derzeit geschürte Hysterie in beiden Meinungslagern die Unsicherheit bei den Normalbürgern weiter steigert.
Fakt ist, dass jedes Jahr auch Menschen aufgrund diverser Begleitumstände an der saisonalen Grippe sterben.
Schwere und minder schwere allergische Reaktionen sind von Zeit zu Zeit auch bei anderen Impfungen für die Ärzte ebenfalls nichts Unbekanntes.
Der beste Rat derzeit scheint Folgendes zu sein:
Gerade Risikopatienten, also auch Diabetiker sollten die Schweinegrippe-Pandemie keineswegs auf die leichte Schulter nehmen, aber auch nicht in Panik verfallen.
Eine detaillierte Beratung sowohl über die Gefahr der Schweinegrippe als auch über die Vorteile, Risiken und Nebenwirkungen einer Schutzimpfung sollte beim behandelnden Arzt eingeholt werden.
Im engen Kontakt mit diesem sollte dann eine Entscheidung für oder gegen die Schutzimpfung getroffen werden.
Im Zweifelsfall schadet eine zweite Meinung nie.

Diabetiker Initiative
Kurt Keese

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