WWK Damen "Bayerischer Meister"...

von Michi Koch aus Nördlingen | am 22.02.2010 | 280 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild
Patrick Bär, Magdalena v. Geyr und Andreas Ebertz

Nördlingen: Hermann-Keßler-Halle | Mit einem sensationellen Sieg gegen den mehrfachen Pokalsieger und Deutschen Meister TSV Wasserburg gelang den Erstliga Basketball Damen von WWK Donau-Ries in Nördlingen ein nie für möglich gehaltener Sieg. Der damit verbundene inoffizielle Titel des amtierenden Bayerischen Meisters schmückt nun bis zum nächsten Aufeinandertreffen die Gallerie der Nördlinger Mädels.

Das Derby zu gewinnen ist definitiv ein Paukenschlag! TSV-Coach Hans Brei nach stellte nach dem Spiel frustriert fest, dass sich gegen die Wasserburger jeder Gegner besonders reinhängt. Auf jeden Fall dürften die Wasserburger ihre Gegnerinnen aus Nördlingen trotz aller Warnungen des Trainers unterschätzt haben. Und das vor allem als ein Team, das aus einem Guss spielte. Vom Anpfiff des guten Schiedsrichtergespanns an zeigten die Einheimischen, dass sie den letzten schwachen Auftritt in Marburg vergessen machen wollen. Und insbesondere Viktoria Mircheva und Kasia Dluzyk, die beide bisher nicht immer voll überzeugten, zeigten, wie wertvoll sie sein können. Mircheva wurde mit 23 Punkten nicht nur erfolgreichste WWK- Werferin, sondern mit 14 Rebounds auch die dominierende Rebounderin des gesamten Spieles. Und Dluzyk kam ihr mit 20 Punkten als Werferin recht nahe, war daneben aber auch eine klare Spielführerin mit vielen Impulsen und guten Pässen. Aber nicht sie allein lieferten erste Sahne ab! Sarah Wilson, die immer zuverlässige, wurde zur Lady 100%: 100 Prozent Wurfausbeute aus dem Feld und beim Freiwurf bedeuteten 16 Punkte. Da sie mit anhaltenden Schulterproblemen immer wieder auf die Bank musste, erfüllte Denny Recht in ihren Pausen den Job mit gewohnter Zuverlässigkeit. Und Maggie von Geyr, wie immer mit viel Einsatz und einigen unerklärlichen Passfehlern, erfüllte den ihr zugedachten Auftrag: Ihre vier Dreier erboste den Wasserburger Coach besonders, hatte er seine Damen doch vor seiner ehemaligen Spielerin gewarnt. Dass sie nicht immer so wie von ihm gewünscht gedeckt war, hatte jedoch einen Grund in seiner Vorgabe. Wasserburg, so war es auch angekündigt, wollte Annika Danckert als Topwerferin der Einheimischen aus dem Spiel nehmen und das gelang weitgehend, indem die Gäste ihr viel Aufmerksamkeit widmeten. Dadurch allerdings gab es Chancen für die übrigen Vier, so auch freie Würfe für von Geyr. Und dass Danckert am Ende mit einem Dreier noch zur Spielentscheidung viel beitrug, bewies ihre Klasse.

Alles Lob für jede einzelne Akteurin wird jedoch überlagert vom Lob für eine tadellose Mannschaftsleistung. Angefangen von Coach Pat Bär, der mit seinen sechseinhalb Spielerinnen – Sandra Kröpelin hatte in der ersten Hälfte nur einen Kurzeinsatz - gut rotierte und von der Außenlinie enormen Einsatz zeigte, über das Team auf dem Feld, dass mit hohem Tempo agierte, viele Chancen kreierte und eine hohe Wurfsicherheit zeigte. Mit 20 Treffern aus 32 Würfen bei den Zweiern gab es mit 63% eine Bestmarke, übertroffen noch mit den 19 Treffern aus 22 Freiwürfen (86%). Nur bei den Dreiern waren die Gäste stärker und diese Stärke hatte einen Namen: Ashley Nicole Hayes. Die Amerikanerin hielt mit ihren sieben Dreiern (zuletzt 28 Punkte) die Gäste über lange Zeit allein im Spiel. Fast sah es so aus, als wäre die Gästedevise, alle Bälle zu Hayes, die es schon richtet. Neben ihr machten nur zwei weitere Gäste Probleme: Nationalcenterin Katharina Kühn und die Amerikanerin Tamara Tathum, beide vor allem im Schlussviertel, als Wasserburg versuchte, das Blatt noch zu wenden.

Es war angerichtet für ein Topspiel, reichlich Fans insgesamt, auch mit einer lautstarken Trommlergruppe aus Wasserburg und einer Fangruppe aus Buchdorf bei Donauwörth, einem routinierten Hallensprecher in Robert Milde, der immer wieder zur Anfeuerung des eigenen Teams aufforderte, und mit dem Geschäftsführer der DBBL, Achim Barbknecht als neutraler Gast. Und die ersten Akzente setzte Kasia Dluzyk, die energisch zum Korb zog. Sie und Mircheva, teilweise noch tollen Spielzügen, holten die erste WWK-Führung, immer nur egalisiert durch Dreier von Hayes. Mit 11:10 schaffte sie dann durch Dreier die letzte Führung der Gäste in der 6. Minute. Dann legten die Einheimischen bis zur ersten Viertelpause durch Wilson eine 20:13-Führung vor. Es gab schon viel Beifall für einen phantastischen Start.

Und es ging so weiter. Zunächst wurde Dluzyk bei ihren Korbaktionen gefoult und verwandelte die Freiwürfe sicher, dann traf von Geyr mit ihrem ersten Dreier. Dluzyk zeigte, dass sie auch Dreier werfen kann, Recht verwertete ihre Chance sicher und Wilson trug ihren Teil bei. Auf der Gegenseite hatte Kühn eine Serie von sieben Punkten und Hayes lieferte Dreier auf Dreier, doch die WWK-Führung wuchs bis zur 17. Minute auf 38:26. In der 20. Minute führten die Einheimischen mit 41:31, doch Tatham gelangen noch fünf Punkte zum 41:36 zur Halbzeit.

Werden die Kräfte langen, war die bange Frage bei Wiederanpfiff. Doch die Gastgeberinnen zeigten keine Müdigkeit. Zwar wurde es bis zur 24. Minute eng (48:46), doch dann schafften Dreier von von Geyr und Freiwürfe von Mircheva wieder Luft. Und Wasserburg wurde seltsam erfolglos. In sechs Minuten gelangen nur vier Punkte durch Tatham. Wichtig war, dass Mircheva alle Fehlwürfe der Gäste abfischte und die Gastgeberinnen toll sowohl von innen wie von außen trafen. Wasserburg war von der Rolle. Und WWK führte unter dem tosenden Beifall der Fans nach dreißig Minuten mit 64:51.
Doch jetzt wurde es nochmals spannend. Wasserburg, das schon lange mit Zonenverteidigung agierte, wurde immer aggressiver und kam in den nächsten vier Minuten wieder auf 68:63 heran. Wichtig waren Punkte von Wilson und Danckert mit Freiwürfen, die wieder Luft schafften. Doch in der Offensive ging bei den Einheimischen nicht mehr so viel und die Wasserburger kamen durch Kühn und Tatham bis auf 74:73 in der 37. Minute gefährlich nahe. In der 39. Minute stand es dann 76:75 und die letzten Sekunden wurden zur reinen Nervensache. Fehler auf beiden Seiten waren die Folge. Als Danckert 56 Sekunden vor Schluss dann ihren einzigen Dreier verwandelte, schien die Partie gelaufen. Doch die folgenden Sekunden wurden noch zu einer harten Probe für die inzwischen stehende Halle. Zunächst schied Nationalspielerin Richter nach einem harten Foul an Dluzyk mit fünf Fouls aus, Dluzyk verwandelte einen der zwei Freiwürfe zum 80:75. 22 Sekunden vor Schluss hatte dann Hayes, die im letzten Viertel aus der Distanz nicht mehr traf, zwei Freiwürfe zum 80:77. In der Folge versemmelten die WWK-Damen den Einwurf von der Grundlinie, doch Wasserburg patzte im Gegenzug ebenso. Der Schlusspfiff bedeutete Erlösung und Jubel pur für die Einheimischen. Die Gäste waren entsprechend enttäuscht.

Der Erfolg gegen Wasserburg gibt nun sicherlich Aufschwung für die nächsten Spiele... am 6.3. um 19:30 daheim gegen Halle und am 14.3. gegen Rhein-Main um 16:00 Uhr ebenfalls in der Hermann-Keßler-Halle Nördlingen. Fans herzlich Willkommen :-)

Im Bild: die überragend spielende Magdalena v. Geyr, Trainer Patrick Bär (l.) und Andreas Ebertz (r.)

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin nördlinger | Erschienen am 05.03.2010
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