Wunderschöne Winterspiele - SG-Handicap Nördlingen bei den Special Olympics in Lam

Die Wintersportler des Integrativen Sportvereins SG-Handicap aus Nördlingen: Werner, Mickel, Gerhard, Bettina, Daniel (oben), Jörg, Markus (oben), Martin und Florian (v.l.)
 
ein bisschen Schnee war dann auch noch für Späßchen übrig
Winterspiele ohne Schnee? Bei zweistelligen Plusgraden? Kaum vorstellbar – aber die Bürger der Stadt Lam sowie der umliegenden Gemeinden haben es möglich gemacht. Egal ob Bergwacht, Feuerwehr, sämtliche Vereine oder einfach nur ehrenamtliche Helfer als auch das Team um Carsten Schenk und Manuela Brehmer von Special Olympics Bayern: jeder hat angepackt und sich auf seine Art und Weise bei diesen besonderen vierten bayerischen Special Olympics Winterspielen im Bayerischen Wald eingebracht.

Die Spiele ausfallen lassen? Kommt gar nicht in Frage!

In der Hoffnung vor Ort noch einmal auf Schnee trainieren zu können, sind die Wintersportler des Integrativen Sportvereins SG-Handicap Nördlingen bereits einen Tag vor Beginn der Spiele, am 9. Februar in Lam angereist. Statt Schnee trafen sie jedoch dort auf Frühlingstemperaturen – und das unglaubliche Engagement der Leute vor Ort. Fest entschlossen die Spiele nicht ausfallen zu lassen, wurde mit Schaufeln in höher gelegenen Regionen der Schnee zusammengekratzt, mit Schubkarren und Lastwagen ins Tal transportiert um dort eine Langlaufloipe und eine Schneeschuhanlage zu präparieren.

„Es war unglaublich zu sehen mit welcher Begeisterung und mit welchem Herzblut die Leute vor Ort dabei waren und zusammengeholfen haben, um uns allen die Spiele zu ermöglichen!“, schwärmt SG-Handicap Trainerin Gudrun Eder über die Leistung der vielen ehrenamtlichen Helfer.

Langlaufen auf "engstem Raum"

Die Langstreckenwettbewerbe konnten dadurch leider nicht ausgetragen werden, da der Schnee nur für 500 Meter Loipe reichte, aber die Athletinnen und Athleten waren bei den Kurzstrecken bis zu 400 Meter mindestens genauso motiviert bei der Sache. Überholt werden konnte zwar nicht so gut, da nur maximal zwei Läufer nebeneinander Platz hatten, aber die Special Olympics Olympioniken störte auch das nicht wirklich: dann lief man halt ganz einfach gemeinsam ins Ziel statt vor- oder nacheinander. Besonders war daher auch die Austragung der Langlaufstaffelwettbewerbe. Diese wurden kurzerhand zu einem Teamwettbewerb umkonstruiert: die vier Starter der einzelnen Teams liefen jeweils gemeinsam, mit dem besonderen Ziel, aufeinander Acht zu geben, dass der „Stärkste“ dem „Schwächsten“ nicht davon läuft. Zum Schluss wurden die vier Zeiten addiert und mit den restlichen Teams verglichen. Sieger sind dabei sicherlich alle, denn in diesem besonderen Fall gab es keine Medaillen sondern Anerkennungsschleifen für die Leistung eines jeden Teams.

Erfolgreiche SG-Handicap Langläufer

Das SG-Handicap Team bestand aus Mickel Schwab, Gerhard Enzelberger, Florian Sollinger und Werner Wiedemann. Die vier Athleten waren auch in ihren Einzelwettbewerben erfolgreich. Mickel Schwab (30) konnte den vierten Rang sowie einmal Gold erreichen, Florian Sollinger wurde ebenfalls einmal Vierter; zudem gewann er in einem seiner Läufe Silber. Markus Protte (26) belegte zwei Mal Platz Drei. Die drei „Oldies“ unter den Nördlinger Sportlern wurden für ihre Leistung ebenfalls mit guten Platzierungen belohnt: Gerhard Enzelberger (48) holte Silber und Bronze, Werner Wiedemann (40) konnte ebenfalls die Plätze Zwei und Drei erreichen und Martin Leiminger (41) gewann einmal Silber, einmal wurde er Vierter.

Die 2 jüngsten Nördlinger beim Schneeschuhlaufen

Die Schneeschuhwettbewerbe waren zwar auch eher Schnee- und Matschwettbewerbe, aber der Freude der Athleten tat das keinen Abbruch. Der 19jährige Daniel Weinert, der jüngste Wintersportler im Nördlinger Team, gewann in seinen Wettbewerben jeweils einmal Silber und einmal Gold. Das einzige Mädchen im Team, Bettina Groß (20), wurde einmal Vierte und einmal Dritte. Vor Ort schlossen sich die beiden Nördlinger Schneeschuhläufer mit zwei anderen Einzelläufern zu einer Staffel zusammen und konnten zu viert Gold gewinnen.

Alpin-Star "Jörgi"

Die Alpin-Wettbewerbe fanden am Arber statt, wo es glücklicherweise ausreichend Schnee gab. So konnte der 26jährige Jörg Hillenmeyer sein ganzes Können unter guten Bedingungen unter Beweis stellen – und auch das ganz schön erfolgreich: im Super G erreichte er in einer starken Leistungsgruppe den 6. Platz, im Riesenslalom konnte er sich die Bronzemedaille sichern.

Medaillen für alle!

Ganz zum Schluss beschlossen die Athleten gemeinsam mit ihren Trainern und Betreuern, dass außer den Sportlern noch jemand anders Medaillen verdient hatte. Und zwar all die Helferinnen und Helfer, die die Spiele trotz der ungünstigen Witterungsbedingungen ermöglicht haben. Für alle Teilnehmer war diese Siegerehrung sicherlich der absolute Höhepunkt der Spiele.

Mit den vielen Medaillen, den tollen Erfolge und den neuen zwischenmenschlichen Erfahrungen im Gepäck können sich die Sportlerinnen und Sportler des Integrativen Sportvereins SG-Handicap jetzt in aller Ruhe auf die Nationalen Sommerspiele in Düsseldorf vorbereiten, die im Mai stattfinden werden. Schnee brauchen sie da dann glücklicherweise keinen.
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