Projekt Schuldenprävention: Caritas besucht Realschule Maria Stern
Was, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist und was, wenn dies jeden Monat passiert? Wie kann es soweit kommen? Wie kann ich mich davor schützen oder wie komm ich da wieder raus?
Diesen Fragen und noch mehr ging Dipl.-Finanzwirt (FH) Wolfgang Schindele, Projektleiter der Caritas-Schuldenprävention, zusammen mit den achten Klassen der Realschule Maria Stern nach.
Zu Beginn sind sich alle Schüler/innen einig, dass sie niemals in eine Überschuldungssituation geraten könnten, “schließlich achte ich auf mein Geld und außerdem bin ich doch kein Looser“, so einer der Schüler.
Schindele konfrontiert die Schüler/innen mit beeindruckenden Zahlen. Demnach sind fast 11% der jungen Erwachsenen im Alter von 20-29 Jahren überschuldet und für die nächsten zehn Jahre rechnet man mit einer jährlichen Zuwachsrate von 10-15%, also fast 5 Schüler/innen in jeder der vier 8. Klassen.
Gerade junge Erwachsene zählen zu den Hauptrisikogruppen für Überschuldung, denn bei ihnen ist die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben besonders groß, die Bereitschaft zur Verschuldung ist bei den unerfahrenen Jugendlichen immens und es fehlt an Kenntnissen zur Haushaltsplanung und zum Kreditwesen.
„Ich will die Jugendlichen anregen, ihr Konsumverhalten zu hinterfragen, die Notwendigkeit eines vorausschauenden Handelns bewusst machen, in die Lage versetzen einen Haushaltsplan zu erstellen und Angebote zu vergleichen. Aber auch die Fähigkeit Risiken abzuschätzen und Folgen von Kreditentscheidungen zu erkennen“, so Schindele.
Meist fängt die Verschuldung schon mit dem Handy an, Jugendliche lassen nur al zu oft ihr eigenes Telefonierverhalten außer Acht, wenn sie sich zwischen einem Prepaid-Handy und einem Vertrags-Handy entscheiden wollen.
„Was nützt mir denn eine Flaterate ins Festnetz, wenn über 90% meiner getätigten Anrufe auf ein anderes Handy gehen?“, frägt Schindele. Wenn junge Erwachsene etwas haben wollen, gehen sie gerne bis an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit und manchmal sogar darüber hinaus.
„Wenn ich mir etwas anschaffe“, so Schindele zu den Schüler/innen, „dann schadet es nicht den Kopf einzuschalten“.
Ist es denn wirklich ein Schnäppchen, was ich da angeboten bekomme und brauch ich das Ding sofort und lebensnotwendig. Macht es vielleicht Sinn sich vorher etwas anzusparen und was passiert eigentlich mit meinen Krediten, wenn ich aufgrund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit plötzlich nicht mehr über die gewohnten Einnahmen verfüge? „Dies sollte ich schon alles vor dem Unterschreiben eines Kreditvertrages angedacht haben“, gibt Schindele an.
Neben der Unerfahrenheit im Vertragswesen kommt manchmal auch Scham dazu Zum Beispiel. wenn ich mich schäme nachzufragen, was genau ich da unterschreibe. Den Schüler/innen wird ein Film gezeigt, in dem ein Junge seine Freundin bittet für ihn einen Bürgschaftsvertrag zu unterschreiben, weil er sich ein Sofa „auf Pump“ kaufen möchte. Nach dem Film beantworten die Schüler/innen die Frage „Irgendwelche Unklarheiten?“ mit „Nein!“.
Bei der Zusammenfassung des Sachverhaltes kommen aber schon die ersten Probleme. „Für manche Schüler/innen stellt das Wort Bürgschaftsvertrag schon einen regelrechten Zungenbrecher dar“, sagt Schindele, „geschweige, was dieses Wort bedeutet“. Überrascht zeigen sich die Schülerinnen, wenn sie sehen, wem das Sofa gehört dem Jungen), als der Junge seinen Kredit nicht mehr bedienen kann und seine Freundin zur Zahlung herangezogen wird.
„Wenn ich etwas unterschreibe, sollte ich wissen was ich unterschreibe und welche Verpflichtungen auf mich zu kommen. Genauso sollte ich aber auch wissen, wie ich aus einem unterschriebenen Vertrag eventuell wieder herauskomme“, gibt Schindele als Faustregel mit.
Zusammenfassend erklärt Schindele den Schüler/innenn: „Ihr solltet heute erkennen, dass es manchmal nicht viel braucht um in eine finanziell brenzlige Lage zu kommen, mit den vermittelten Tipps könnt Ihr Euch aber wirksam schützen!



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