Beweidung in Augsburg – Hintergründe, Chancen und Herausforderungen

Wann? 06.11.2015 20:00 Uhr

Wo? Evangelisches Gemeindezentrum St. Georg, Hallgasse 7, 86720 Nördlingen DE
Norbert Pantel (Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg) bei den Przewalskipferden im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg
Nördlingen: Evangelisches Gemeindezentrum St. Georg | Am Freitag, den 6. November 2015 um 20:00 stellt der Naturschutz- und Umweltbildungsreferent Norbert Pantel vom Landschaftspflegeverband Augsburg ein wegweisendes Beweidungsprojekt aus dem Raum Augsburg vor. Veranstalter sind das Evangelische Bildungswerk Donau-Ries und die Heide-Allianz Donau-Ries. Der Vortrag findet im Evangelischen Gemeindezentrum St. Georg, Hallgasse 7 in Nördlingen statt. Im Rahmen des LIFE+ Natur-Projektes „Heide-Allianz: Biologische Vielfalt und Biotopverbund im Nördlinger Ries und Wörnitztal“ soll über den Tellerrand des Rieskraters hinaus geschaut werden – diesmal in Richtung Süden.

Viele Landschaftselemente und Lebensraumtypen in der Region Augsburg zeugen von der langen Tradition, die die Beweidung vor der Toren der drittgrößten Stadt Bayerns hat. Heute beweidet der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V. im Stadtgebiet Heiden und lichte Kiefernwälder mit Przewalskipferden, Schafen und Ziegen. In Zukunft möchte der Verband die Beweidung auch auf kleinflächige Biotope und Ausgleichsflächen ausdehnen – hier bieten sich neue Chancen aber auch Herausforderungen, gerade in einem dichtbesiedelten städtischen Raum.

Zwar sind extensive Weideflächen in Augsburg anteilig zur landwirtschaftlichen Gesamtproduktion von untergeordneter Bedeutung, für den Naturschutz sind sie jedoch – aufgrund ihres historischen Kontexts zur Kulturlandschaftsentwicklung an Lech und Wertach – für die Pflege von Biotopflächen von hoher Relevanz.

Wildpferde als bevorzugtes Jagdwild in der Steinzeit? – aus heutiger Sicht unvorstellbar. Die in Augsburg praktizierte Beweidung mit den Przewalskipferden mutet fremd an, steht aber in langer Tradition. Schafbeweidung und auch Beweidung mit Ochsen spielten in Augsburg eine wichtige Rolle.

Für die Mästung der Ochsen vor der Schlachtung standen spezielle Mastgebiete in der Nähe der Verbrauchszentren zur Verfügung. In Augsburg war dies die Meringer Au im Bereich des heutigen Naturschutzgebiets Stadtwald Augsburg, die sich damals im Besitz der bayerischen Herzöge befand und wo im 17. Jahrhundert gleichzeitig bis zu 700 Ochsen weideten. Ein weiteres Weidetier: der Rothirsch weidete bis 2014 in den lichten Kiefernwäldern. Die Tiere tragen mit ihrem Fraß- und Weideverhalten dazu bei, lichte Strukturen zu erhalten bzw. zu fördern und schaffen damit Zeitfenster in die Vergangenheit. Außerdem reduzieren sie die Streu- und Rohhumusauflage und schaffen offene Bodenstellen, auf denen Kiefernsamen wieder keimen können.

Spannend ist sicherlich das ehrenamtliche Engagement rund um die Beweidung. Der Kontakt mit den Tieren ist für Betreuer, aber auch für Besucher immer wieder ein Erlebnis.


Weitere Informationen zum LIFE+ Natur-Projekt „Heide-Allianz“ finden Sie unter www.life-heide-allianz.de
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