Wendelstein reist um die Welt - Ankunft in China

  Wendelstein bei weibo.com . . . www.weibo.com

„weit reicht die Bekanntheit unserer Turmkatze Wendelstein, die jetzt auch einen Eintrag im größten chinesischen Mikroblogging- Dienst hat“ . . . so kann man auf der Internetseite der Stadt Nördlingen lesen.

Oh mein Gott, liebe Wendelstein, weißt du noch? Damals vor 4 Jahren?
Es war im Januar 2010

Und der König erhöhte Daniel . . . machte ihn zum Fürsten über das ganze Land (Daniel 2 Vers 48)

"Daniel" - der Turm der St. Georgskirche, 89,9 m hoch mit 350 Stufen aus Stein und aus Holz. Seinen Namen erhielt er aus dem Volksmund nach dem Vers aus der Bibel.

Hoch oben auf dem Daniel, in der Turmstube wohnen abwechselnd die Türmer. Früher war es ihre Aufgabe über die Stadt zu wachen und jede halbe Stunde "so G`sell so" vom Turm zu rufen. An allen 5 Stadttoren standen Wächter. Sie sollten mit einem "so G`sell so" antworten. Dadurch wurde die Wachsamkeit der Wächter kontrolliert. Traditionsgemäß ruft der Türmer noch heute jeden Abend sein "so G`sell so" vom Daniel.

Der Turmwächter ist nicht mehr allein. Bei meinem Besuch im Januar 2010 kam mir eine Katze entgegen. Was will die Katze hoch oben auf dem Daniel?

Jetzt erzähle ich Ihnen die Geschichte von "Wendelstein", eine wahre Geschichte.

Eines Tages besuchte eine dreifarbige Katze, eine sogenannte Glückskatze die Turmstube. Mehrmals täglich ging sie die Treppen runter und wieder hoch, drehte ihre Runden in der Stadt - und stand dann wieder oben - zum Aufwärmen, zum Futtern, zum Schlafen und zum Schmusen. Es gefiel ihr da oben in dieser „Männerwirtschaft“ absolut gut.
Es blieb den treuen Wächtern hoch oben über Nördlingen nichts anderes übrig als Futter, Katzenstreu und Schlafkorb zu besorgen. Alles sollte seine Ordnung haben.

Jetzt fehlte nur noch der Name. Früher, sehr viel früher hieß der Turm "Wendelstein", erst "Stein", dann "Wendelstein".

Für einen Turm als Name ganz gut, aber als Name für eine Glückskatze? Das ist kein üblicher Katzenname - aber er ist ein Name mit besonderer Ausstrahlung von Stärke und Größe. Wenn man so hoch oben wohnen darf - darf man auch einen besonderen Namen tragen.

"Wendelstein" fühlt sich dort oben als die Dame des Turmes, begrüßt jeden Besucher einzeln, hüpft aufs Fensterbrett und schaut sich Nördlingen von oben an, geht ganz selbstverständlich in den Wohn - Schlaf - und Essraum ihres Freundes - und begleitet mich ganz selbstverständlich auf meinem Abstieg in die Stadt.

Inzwischen steht Wendelstein unter Vertrag. Ihre Aufgabe ist die Bekämpfung der Taubenplage dort oben in den alten Gemäuern. Sie ist die höchste Angestellte der Stadt Nördlingen und praktisch auf der ganzen Welt bekannt durch Funk und Fernsehen.

Jeder, sagen wir mal fast jeder Nördlinger kennt sie und besucht sie dort oben in der Türmerstube. Wenn es ihr zuviel wird, dann versteckt sie sich im Gebälk - ja und wenn alle Besucher wieder im Städtle sind . . . dann gehört der Turm ihr wieder ganz allein . . . und dann dreht sie ihre Runden auf der Plattform, auf dem Geländer . . . alles in Ordnung dort unten????? – und ich darf sie fotografieren.

Noch ist die Welt dort oben in Ordnung und „Wendelstein“ ist hoch zufrieden. Sie wagt den Blick nach oben zu den Turmfalken, den Eulen, den Tauben, den Dohlen und den Krähen - und nach unten zu den Menschen und ihrem geschäftigen Treiben in der Stadt. Der längste Blick geht in das Nest auf dem Tanzhaus, dem Haus neben dem „Hohen Haus“, zu den Störchen.

Alles in Ordnung auch da unten bei den Menschen und bei den Tieren, so wird sie wohl denken unsere „Wendelstein“ und lässt sich wieder hinabgleiten vom Geländer. Wohlig dreht sie sich hin und her und genießt zufrieden die gleißenden Sonnenstrahlen auf ihrem samtweichen, dreifarbigen Fell.
Das Glück auf vier Pfoten sagt auch zu mir: „kannst wieder hinunter ins Tal, ich pass schon auf . . .

Durch mein Erlebnis kam ein Stein ins Rollen. Die Fotos erreichten die Medien. Funk und Fernsehen aus aller Welt wollten das Omen über Nördlingen hautnah erleben.

ABER – nur für mich steigt sie sie auf das Geländer und testet meinen Blutdruck – und der steigt noch heute beim Anblick ihrer mit tierischer Gelassenheit ausgeführten Turnübungen auf dem Geländer.
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8 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 25.01.2014 | 17:38  
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Mike Zehrfeld aus Schwabmünchen | 25.01.2014 | 17:46  
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Heidi Kaellner aus Nördlingen | 25.01.2014 | 20:05  
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