Vortrag über Gewalt am THG Nördlingen

Gut anderthalb Jahre nach dem Amoklauf an der Albertville-Realschule von Winnenden haben Schüler, Lehrer und auch Eltern immer noch die Bilder des schrecklichen Ereignisses vor Augen. Eine, die diesen Tag wohl nie vergessen wird, ist Gisela Meyer, die Mutter eines der Opfer. Nun war sie am Theodor-Heuss-Gymnasium zu Gast und referierte in der Aula von den Schülerinnen und Schülern der Q11 und Q 12 zum Thema Gewalt an Schulen.

Dabei berichtete sie den Jugendlichen mit der notwendigen Sensibilität von den Ursachen, dem Tathergang und den Konsequenzen, die von Politik und schulischer Lebenswelt gezogen werden müssten. In ihrem berührenden Vortrag erinnerte sie nicht nur an die Toten und Verletzten der schockierenden Tat, sondern gab den Schülern Impulse mit auf den Weg, wie sie mit einer Situation dieser Art umzugehen haben. Sie appellierte an alle Mitglieder der Schulfamilie, auf gewisse Signale zu achten und eine Kultur des Hinsehens zu entwickeln.
Gisela Meyer ließ die jungen Erwachsenen allerdings nicht einfach mit den abstrakten Leitbegriffen alleine, sondern erklärte eindringlich, dass der offene und mitmenschliche Umgang miteinander bereits bei den Vorbedingungen für solche Bluttaten, wie zum Beispiel Ausgrenzung, Kränkung oder Isolation, ansetze und dadurch Schlimmeres verhindern könne.
Darüber hinaus plädierte sie eindringlich für einen moderaten Weg zwischen virtueller und realer Wirklichkeit und verband damit ihren Aufruf, dass Gewalt in keinem Teilbereich des Lebens als Handlungsalternative Einzug halten darf.
Am Ende des Vormittags nahmen die Schüler die Erfahrung mit nach Hause, dass jeder Einzelne in Schule und Gesellschaft seinen Beitrag dazu leisten kann und muss, um in Zukunft weitere Winnendens zu verhindern.

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