Residenzkonzert Oettingen - Exzellente Bläsermusik des Arcis Quintetts

Virtuosen mit spielerischer Perfektion präsentierten sich mit dem „Arcis Quintett als ein Ensemble, bei dem vor allem die spieltechnische Präzision faszinierte.
Langjährig erfahrene Solisten, Dozenten und Professoren präsentierten sich mit dem „Arcis Quintett als ein Ensemble, bei dem vor allem die spieltechnische Präzision faszinierte.
Kaum zu glauben, dass solche Ensembles als Harmoniemusik in den Adelshäusern zur Unterhaltung bei Essen und Trinken spielen sollten, wobei die großartigen musikalischen Feinheiten sicher nicht so zur Geltung kamen, wie sie in W. A. Mozarts „Divertimento Nr. 8, F-Dur“ hervorstachen. Die Musik begann auch gleich recht spritzig, um im zweiten Satz in einem geistreichen Wechselspiel von Oboe und Flöte gemächlich zu schreiten und schließlich in ein tänzerisches, attraktiv gestaltetes Menuett zu wechseln. Dabei hob Mozart die einzelnen Instrumente mit ihren solistischen Möglichkeiten heraus, nicht besonders spektakulär, aber fein abgestimmt und verwoben.
Franz Danzis „B-Dur-Quintett op.56/1“, ist in ihrer Spiel- und Klangfreudigkeit eine große Bereicherung für Bläserensembles: schmückende Tonleiterfiguren, bei denen die Künstler mit exzellenter Spieltechnik glänzen können: Fagottistin Gabriele Rheineck mit rasanten Begleitfiguren, Oboist Bernhard Heinrichs mit dem einfühlsamen chromatischen Anfangsthema der Romanze, Flötistin Andrea mit weicher, natürlich wirkender Ansprache, Hornist Franz Draxinger mit völlig druckloser, sich den Holzbläsern anpassender Tongebung und Klarinettist Harald Harrer mit perfekt gestalteter Artikulation.
Eine geschickte Synthese aus pastoraler Idylle, spätromantischer Klangfarbenmusik und Wagner-Harmonik gelang August Klughardt, Hofkapellmeister in Dessau, mit dem „Quintett C-Dur op. 79“. Sehr lebendig, einer Naturschilderung gleich, wirkten die Stimmungswechsel im zweiten Satz durch die Individualität der Instrumentalisten, während dann in Beschaulichkeit geschwelgt wurde, bevor ein äußerst lebhafter Schluss das gehaltvolle Werk beendete.
Berühmt geworden ist aus dem „Divertimento B-Dur“ von Joseph Haydn der zweite Satz „Chorale St. Antoni“, ein österreichisches Pilger- oder Wallfahrerlied. Eingebettet wurde es in ein kurzes geistvolles Allegro, ein schwungvolles Menuett mit Trio und ein Finale in Rondoform, in einer Schlichtheit, die schon an der Urheberschaft Haydns zweifeln ließ.
„Adagio und Allegro“ schrieb Ludwig van Beethoven für die Spieluhr.
Anton Reichas „Es-Dur-Quintett, op. 88,2“ gab den Instrumentalisten die Möglichkeit sich als Virtuosen mit spielerischer Perfektion auszuzeichnen, eine harmonisch und melodisch höchst eigenständige Musik mit hohem Anspruch, vom solistischen Fagott mit einem originell rhythmisierten Thema eröffnet und von den anderen virtuos fortgeführt.
Die Perfektion des Arcis Quartetts hat das Publikum sehr beeindruckt, denn es forderte durch reichen Beifall noch zwei herrliche Zugaben heraus, eines aus Jaques Iberts „Trois petite pieces“ und den mit witzigen Texten versehenen „Tanz in der Scheune“ von Luciano Berio.

Ernst Mayer (emy)
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