Mendelsohn Lobgesang-Sinfonie am 25. Mai in Nördlingen

Wann? 25.05.2014 19:00 Uhr

Wo? St. Georgskirche, Marktplatz, 86720 Nördlingen DE
Kantorei und Brucknersinfonieorchester Probenfoto vom Verdi-Requiem 2012
 
Franziska Rauch, Sopran (Foto: (c) Rauch)
Nördlingen: St. Georgskirche |

Am Sonntag, 25. Mai erklingt um 19 Uhr in die Sinfonie-Kantate „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Nördlinger St. Georgskirche. Mit diesem großen chorsinfonischen Werk aus der Feder des berühmten romantischen Komponisten leistet die Nördlinger Kantorei St. Georg ihren Beitrag zu den 20. Rieser Kulturtagen. Sie musiziert zusammen mit dem Brucknersinfonieorchester Stuttgart und den Solisten Franziska Rauch und Maria Pizzuto, Sopran und Alexander Efanov, Tenor. Die Leitung hat Kirchenmusikdirektor Udo Knauer.

Universales Lob


Die Sinfonie-Kantate „Lobgesang“ steht im Œuvre Mendelssohns von seiner Struktur her einzigartig da: Der Komponist lässt alle Abschnitte des ersten, instrumentalen Teiles, die an die Satzfolge einer Sinfonie angelehnt sind, nahtlos aufeinander folgen oder sogar ineinander übergehen und dann, ebenfalls ohne Pause, einen zweiten Satz in der Art einer Kantate folgen. „Programm“ des gut einstündigen Werkes ist das universale Lob alles Lebendigen. Das Psalm-Motiv „Alles was Odem hat, lobe den Herrn“ zieht sich - zunächst rein instrumental, dann vom Chor aufgenommen - wie ein roter Faden durch das Stück, meist hymnisch, manchmal auch lyrisch. Freude, Gelassenheit und eine Art „Aufbruchstimmung“ durchwehen weite Teile der Sinfonie. Hier kann sich der große Melodienschöpfer der deutschen Romantik im besten Sinne „austoben“.

Von der Finsternis zum Licht


Der zentrale Chorsatz „Die Nacht ist vergangen, der Tag ist herbeigekommen“ in der Mitte des zweiten Teiles, dessen Text aus dem Römerbrief im Zusammenhang von Tod, Auferstehung und nah erwarteter Wiederkunft Christi steht, gewinnt allerdings durch den Anlass der Komposition noch eine andere, ganz weltliche Bedeutung: Das Werk war eine Auftragskomposition der Stadt Leipzig zum 1840 stattfindenden 400. Jubiläum der Erfindung der modernen Buchdruckerkunst durch Gutenberg. Die Möglichkeit, Schriftliches massenhaft zu verbreiten, schuf letztlich die Möglichkeit einer allgemein zugänglichen Bildung. Der mühsame Weg aus der Finsternis der Abhängigkeit von wenigen „Wissenden“ (Adel und Kirche) ins Licht der Selbstbestimmung und Emanzipation (Bürgertum) konnte beginnen.

Ob Mendelssohn in diese Richtung dachte? Zumindest lag es für ihn, de gebildeten protestantischen Christ aus einer reichen jüdischen Familie, nahe, aus dem gegebenen Anlass Worte aus dem „Buch der Bücher“ mit einzubeziehen.

Das Ensemble


Die Sopranistin Franziska Weinhuber übernimmt den Part des ersten Soprans. Sie ist dem Nördlinger Publikum noch unter ihrem Mädchennamen Rauch bekannt und hat u. a. bei der Aufführung der 2. Sinfonie von Mahler im Jahr 2008 einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Nach ihrem Gesangsstudium bei Monika Bürgener an der Hochschule für Musik in Würzburg, während dem sie auch mehrere Preise gewann, hatte sie von 2005 bis 2013 ein festes Engagement bei Theater & Philharmonie Thüringen. Seitdem ist die mittlerweile zweifache Mutter freischaffend tätig.
Neu im Ensemble ist Maria Pizzuto. Die junge aufstrebende italienische Mezzosopranistin studierte an der Musikhochschule in Stuttgart und schloss 2011 ihr Diplom mit Bestnote ab. Es folgte ein Master im Bereich Oper bei Prof. Turid Karlsen. Im Rahmen ihres Studiums sang sie am Wilhelmatheater Stuttgart. Seit 2009 ist sie als Gesangslehrerin und Stimmbildnerin tätig.
Der Tenor Alexander Efanov begeisterte 2012 bei der Aufführung des Verdi-Requiems in Nördlingen. Efanov war zehn Jahre Mitglied der berühmten Sweschnikow Knabenchorschule in Moskau. Anschließend besuchte er das Tschaikowskij Konservatorium, wo er bei Prof. Kulikow Chordirigieren studierte. Seit er in der seiner Heimat Deutschland lebt, ist er hier ein sehr gefragter Konzertsänger. Seit der Spielzeit 1999 ist Alexander Efanov Mitglied der Staatsoper Stuttgart.
Das Brucknersinfonieorchester Stuttgart gastierte zum ersten Mal im Jahr 2005 in Nördlingen, sieben Jahre nach der Gründung 1998 durch seinen jetzigen Leiter Wolfgang G. Hofmann. Damals standen die 9. Sinfonie und das Te Deum von Anton Bruckner auf dem Programm. Die Mitglieder setzen sich zusammen aus jungen Musikstudenten, Berufsmusikern aus etablierten Ensembles (RSO Stuttgart, Orchester des Staatstheaters Stuttgart und des Nationalorchesters Mannheim) und hochqualifizierten Musikliebhabern.
Der Chorsätze bilden das Rückgrat des Kantatenteiles, der über die Hälfte des Werkes ausmacht. Die rund 110 Sängerinnen und Sänger der Kantorei St. Georg müssen sich auf spritzige Tempi in den vorwärts drängenden Fugen einstellen, können aber auch in romantischen Episoden schwelgen und in hymnischen Anschnitten strahlen.

Karten sind erhältlich bei der Tourist-Information Nördlingen, Tel. 09081/84116, die Abendkasse öffnet um 18 Uhr.

www.musik.sankt-georg-noerdlingen.de
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