Kultur in Nördlingen: Theater- und Kleinkunstprogramm 2010/2011 erschienen

Toutou, Montag, 31. Januar 2011 mit Michaela May (Foto: Münchner Tournee)

Vorhang auf zur 35. Theatersaison im Stadtsaal „Klösterle“. Seit 1976 sind auf der Bühne im Stadtsaal bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler, in herausragenden Theaterstücken zu sehen. Standen früher Schauspielgrößen wie Marika Röck oder Curd Jürgens auf der Bühne, gehören auch in dieser Spielzeit „große Namen“ zum Programm. Michaela May, die unter anderem 2003 bereits in Nördlingen gastierte, gehört ebenso dazu, wie die unvergleichlichen, Günther Maria Halmer oder Ilja Richter und Pascal Breuer. Ergänzt werden die Aufführungen der Tourneetheater von Vorstellungen des Landestheaters Schwaben aus Memmingen und des Landestheaters Franken-Schwaben aus Dinkelsbühl.

Wie Oberbürgermeister Hermann Faul bei der Vorstellung des Programms betont, bietet Nördlingen ein reichhaltiges Kulturprogramm, das getragen von engagierten Bürgern, Vereinen und Organisationen kulturelle „Highlights“ in einer bemerkenswerten Dichte für eine Stadt unserer Größenordnung hat. „Trotz der äußerst angespannten Finanzsituation hat der Stadtrat dennoch, im Haushaltsplan 2010, dankenswerterweise die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt, um dieses Theater- und Kleinkunstangebot in unserer Stadt weiterzuführen“, so das Stadtoberhaupt. Und gleich mit einem Kriminalstück und prominenter Besetzung beginnt die Saison am Montag, den 11. Oktober 2010 mit dem Gastspiel der „Münchner Tournee“. Karl-Heinz von Hassel spielt den Inspektor in dem Schauspiel „Die Falle“.

Täter? Opfer? oder Beides? Wer ist was? Dieser Klassiker des Krimitheaters – in einzigartiger Starbesetzung – hält das Publikum in atemloser Spannung bis zum Schluss. Das Stück von Robert Thomas, mit dem aus 28 Folgen der Fernsehreihe „Tatort“ bekannten Karl-Heinz von Hassel muss sein ganzes Können aufbieten, um den Fall zu lösen.

Mit einem „Kinoerfolg“ gastiert das Landestheater Dinkelsbühl, Franken-Schwaben, am Mittwoch, 1. Dezember 2010. „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ ist eine Geschichte, die zwar ebenfalls als Kriminalstück beginnt, aber Machenschaften eines ganz ungeahnten Ausmaßes dahinter stehen. Jesaja, ein kleiner Inuit-Junge wird tot aufgefunden. Er soll vom Dach eines Hauses gestürzt sein. Doch die aus Grönland stammende Naturwissenschaftlerin Smilla Jaspersen, die mit dem Jungen befreundet war, kann nicht an diese offizielle Version glauben. Gerade im Kino war dieses Stück, auf Grundlage des 1992 erschienen internationalen Bestsellers Peter Hoeg ein großer Erfolg.

Zu Beginn des neuen Jahres, am 21. Januar 2011, gastiert dann erstmals in Nördlingen ein alter, vor Jahrzehnten im Fernsehen bestbekannter und beliebter Moderator in Nördlingen. Ilja Richter spielt die Hauptrolle in der Erzählung von Eric-Emmanuel Schmitt, „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Mit dem Ensemble des Tournee-Theater Thespiskarren, Hannover, spielt Ilja Richter, der jahrelang die beliebte Musiksendung „Disko“ im ZDF moderiert hat, Monsieur Ibrahim, der ein kleines Geschäft in der Pariser Rue Blue betreibt. Dieses Geschäft wird zur täglichen Anlaufstelle, des jungen Moses, mit dem Ibrahim nach anfänglichen oberflächigen Sätzen bald tiefsinnige Gespräche führt. Mit Hilfe seiner Weisheiten, die er dem Leben und dem Koran entnimmt, eröffnet Monsieur Ibrahim dem jungen eine neue Welt und steht ihm beim Sammeln erster Lebenserfahrungen bei. „Monsieur Ibrahim und die Blume des Koran“ ist eine Geschichte über die wesentlichen Erfahrungen im Leben: Freundschaft und Liebe, sowie Abschied und Verlust. Und nicht zu Letzt geht es um das Ziel, dass alle gemeinsam haben Glück! Was von der Presse als „kleines Wunder zwischen zwei Buchdeckeln und als frischer Tropfen“ in einem Ozean der Gleichgültigkeit“ bezeichnet wurde, ist auch als Theaterstück von bezaubernder Leichtigkeit. Eric-Emmanuel Schmitt gelingt es immer wieder, beeindruckende Schauspiele zu schreiben. Unvergessen sind die Aufführungen „Enigma – Rätselhafte Variationen oder „Oskar und die Dame in Rosa“, etc.

Nur wenige Tage später kommen dann erstmals zusammen zwei der derzeit beliebtesten Schauspieler auf die Bühne im Stadtsaal „Klösterle“. Michaela May und Günther Maria Halmer spielen die Hauptrolle in dem Stück „Toutou“, das die Münchner Tournee und Komödie im Bayerischen Hof präsentiert.

Alex kommt vom abendlichen Gassi gehen mit leerer Leine zurück. Toutou ist weg. Und mit ihm alles, was in der Ehe von Alex und Zoé sicher und gefestigt schien. Während die beiden nach Gründen forschen, warum der folgsame und stets fröhliche Hund verschwunden sein könnte – schien er doch bisher immer restlos zufrieden mit seinen Hundekroketten, seinen Knabberknochen aus Plastik und seiner Gummiquietschgiraffe – bahnt sich allmählich eine Krise von beziehungsgefährdendem Ausmaß an. Sollte Alex den Mischling (war der eigentlich grau oder goldenfarben?) etwa mit Absicht verloren haben? Geht er nicht überhaupt nur wegen der ebenfalls einen Hund besitzenden Nachbarin Abend für Abend mit Toutou runter? Hat Zoé den Vierbeiner vergrämt, als sie ihm ein „Trittchen“ gab und ihn ein Mistvieh nannte, nur weil er an der Orchidee aus Bangladesch das Bein gehoben hat?

Eine Komödie aus dem prallen Leben – ob sie nun Hunde mögen oder nicht…. Neben Michaela May, zuletzt als Kom-missarin in Polizeiruf 110 zu sehen und Günther Maria Halmer, der zu den großen Charakterdarstellern im deutschen Film gehört, spielt Ingo Naujoks, der ebenfalls in vielen Tatortfolgen, als Assistent von Maria Furtwängler, zu sehen war. Toutou also am Montag, 31. Januar 2010 um 20:00 Uhr im Stadtsaal.

Am Sonntag, 27. Februar 2011 trifft sich dann der „Männerhort“ im Stadtsaal. In der Komödie von Kristof Magnusson spielt das Theater am Kurfürstendamm, Berlin, unter anderem mit Thorsten Münchow und Pascal Breuer. Beide waren bereits mit „Ladies Night“ in Nördlingen. Vier Männer machen es sich im Heizungskeller eines Einkaufszentrums bequem, während ihre Frauen einkaufen. Neben Dosenbier, Fernsehen und dem Fachsimpeln über technisches Gerät stimmen lediglich Frauen auf Hochglanzpapier ihre Idylle. Diese droht aufzufliegen, als der Sicherheitschef des Centers, der Feuerwehrmann und frisch verheiratete Macho Mario, den „Frauenschutzbunker“ entdeckt. Er verrät das illegale Versteck nicht – unter einer Bedingung: Er darf mit in den „Männerhort“. Eine moderne Komödie mit tiefgründigem Witz, szenische Ironie und herrlichem Blödsinn.

Den Abschluss des Theater-Abonnements bietet dann das Landestheater – Schwaben, aus Memmingen. Mit dem Drama von Friedrich Schiller „Maria Stuart“ steht ein Klassiker auf dem Programm.

Fasziniert vom Schicksal der laut Zeitzeugen schönen und leidenschaftlichen Maria Stuart, plante Friedrich Schiller bereits nach der Beerdigung von „Kabale und Liebe“ ein Drama über die schottische Königin.

Friedrich Schiller (1759 – 1805) stellt in seinem bekannten Königinnendrama die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Moral, beschreibt den Einfluss von ganz privaten Gefühlen und Interessen auf die Politik.

Die Vorstellung am Dienstag, 3. Mai 2011 beschließt das Abonnement – Theaterprogramm der Stadt Nördlingen.

Die traditionell guten Beziehungen mit den Nördlinger Schulen trägt die Stadt mit einem eigenen „Jugendtheater“ Rechnung. „Der Kaukasische Kreidekreis“ ein Schauspiel von Berthold Brecht steht am bereits um 10:00 Uhr morgens auf dem Programm. Das 1944/45 entstandene letzte Exildrama Brechts ist eine Parabel nach einer altchinesischen Geschichte, die demonstrieren will, dass die Welt denen gehören soll, die sie bewohnbar machen. Bertolt Brecht (1898-1956) ist einer der wichtigsten Bühnenautoren und Theaterregisseure des 20. Jahrhunderts.

Zu dieser Vorstellung, die insbesondere für die Schulen gedacht ist, gibt es auch für interessierte Besucher selbstverständlich Eintrittskarten.

Mit vier Vorstellungen, allesamt Wiederholungs-Gastspiele von Künstlern, die in Nördlingen für Furore und positive Aufregung gesorgt haben startet das Kleinkunstprogramm am Freitag, 5. November 2010 um 20:00 Uhr in der „Alten Schranne“. Dieser Veranstaltungsraum ist geradezu prädestiniert für den Kabarettabend und das Soloprogramm von Michael Eberle „Der Preis der Freiheit“.

Fitte alte, fette Kinder und dazwischen die Baby-Boomer auf dem Weg zur steuersparenden Seniorenresidenz. Ein Land zwischen Lebensgier und Studiengebühr. Jeder im Wettbewerb gegen jeden, die Solidar- als Solitärgesellschaft. Der Kabarettist aus Oberbayern ist seit 1982 unterwegs. Vor drei Jahren hat er mit seinem über zweieinhalbstündigem Programm die Zuschauer in der „Alten Schranne“ bestens unterhalten.

Für die ganze Familie ein „Muss“, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eine Vorstellung mit „A-Ha-Effekt“, „Gogol und Mäx“ bieten am Sonntag, 12. Dezember 2010 ihr neues Programm „Humor in Concert – Keine Harmonie in der Philharmonie“. Wer die beiden 2008 im Stadtsaal erlebt hat, freut sich auf den Auftritt, wer nicht dabei sein konnte, hat jetzt wieder Gelegenheit „Gogol und Mäx“ live zu sehen. Die beiden Künstler sind weltweit in Varietes, Zirkus-Vorstellungen, Theatersälen und Konzerthäusern zu Hause. „Große Kunst, nach der Jubel im Saal zurecht kein Ende nehmen will“, so beschreibt die Süddeutsche Zeitung den Auftritt. Die Künstler sind faszinierende Musiker und Komödianten, die ein Tempo und ein geistreich ausgefochtenes musikalisches Duell zelebrieren. Mit ihrem begnadeten Spiel auf unzähligen Instrumenten zeigen die Vollblut-Musiker nicht nur ihre hohe Musikalität, sondern wohl einmalig auf der Welt, eine unglaubliche Akrobatik, Pantomime, Clownerie und Slapstick. Eine wunderbare Vorstellung für die ganze Familie, eine Vorstellung, die Besucher staunen lässt und einfach Freude vermittelt. Genau die richtige Veranstaltung in der hektischen Vorweihnachtszeit, um sich einmal zwei Stunden Spaß und Entspannung zu gönnen.

„Gogol und Mäx“ treten am Sonntag, 12. Dezember 2010 um 19:00 Uhr im Stadtsaal „Klösterle“ auf.

Angesichts des ausverkauften Stadtsaals vor zwei Jahren, und angesichts der überschwänglichen Kritiken ist ein erneutes Gastspiel mit seinem neuen Programm einfach ein Muss! Hans´ Klaffl – Staatskabarettist auf Lebenszeit kommt mit seinem neuen Programm „Restlaufzeit“ am Freitag, 11. März 2011 in den Stadtsaal. Vor zwei Jahren faszinierte er über 400, vorwiegend Pädagogen im Zuschauerraum, mit seinem Programm „14 Jahre Ferien – Ein Lehrer packt ein“. Nun hat er dieses Programm mit „Restlaufzeit“ ergänzt und fortgeführt. Alle sind sie wieder da, Schüler und Lehrer, und vor allem der heimliche Chef, der Hausmeister, der in seinem Kiosk, der Kommandozentrale, die Fäden zieht. Klaffl gelingt es mit seinen Szenen und Miniaturen, mit seinem Wortwitz und seinen Anekdoten aus dem Schulalltag zu berichten. Und so entdeckt jeder in sich eigene Erfahrungen, wenn Hans´ Klaffl vom Lehrer Gütlich berichtet, der seine beiden neuen Hobbys „Power-Point“ und Bandscheibenvorfall im Kollegengremium diskutiert. Und gemeinsam gestalten die Pädagogen regelmäßige kulturelle Veranstaltungen, wie Wandertag, Feueralarm, Personalausflug oder das gemeinsame Abschreiten der Strecke am Zeugnistermin. Alles sehr realistisch, auch wenn, wie Berti Vogts einmal feststellte, die Realität nicht immer der Wirklichkeit entspricht. Wie gewohnt ist´s bei Hans´ Klaffl im Eintrittspreis enthalten:

Jede Menge wertvolle Tipps für Kolleginnen und Kollegen, die ihren Auftrag ernst nehmen:

„Erziehung als Versuch des geordneten Rückzugs unter möglichster Vermeidung an Verlusten an Menschen und Material. Die Veranstaltung ist zudem beihilfefähig nach Artikel 96 BayBG“, betont Hans` Klaffl in seiner Vorankündigung.

Karten für diese Vorstellung und die abschließende Veranstaltung sind bereits jetzt bei der Tourist-Information der Stadt Nördlingen erhältlich.

Den Abschluss bilden dann am Samstag, 2. April 2011 wieder die „fast schon als Lokalmatadore“ zu bezeichnenden Herren von „Stumpfes Zieh und Zupf-Kapelle“ im Stadtsaal. Seit 1991 sind die vier Vollblutmusiker aus Aalen und Umgebung in der schwäbischen Welt und darüber hinaus unterwegs. Über 150 Konzerte und vor allem ihre Fernseh-auftritte zusammen mit „Hannes und der Bürgermeister“ haben sie zu einer der populärsten Mundart – Bands Deutschlands gemacht. Fast nur zu vergleichen mit den Musikern aus Köln oder dem Rheinland. Stumpfes Zieh und Zupf verwenden den Dialekt ihrer Heimat nicht als Gag, sondern als Stilmittel. Sie haben sich einen legendären Ruf als Wiederentdecker weit gereister Melodien verdient. Mehr und mehr gehören auch Stücke aus eigener Feder zum Programm.

Günstige Abonnementkarten für das Theaterprogramm sind ab sofort bei der Tourist-Information der Stadt Nördlingen erhältlich. Wer sich also jetzt sehr gute Plätze zu einem deutlichen günstigeren Preis sichern will kann mit einem Abonnement für die Theatersaison 2010/2011 einen guten Platz für alle Veranstaltungen fest buchen.

Wie Oberbürgermeister Hermann Faul betont, sind die Abonnenten ein wichtiger Grundstock für das Theaterangebot in Nördlingen. „Sichern sie mit ihrem Besuch den Bestand der Reihe und zeigen sie ihr Interesse am Theater- und Kulturprogramm in unserer Stadt. Oberbürgermeister Hermann Faul wünscht sich möglichst viele Besucher zu den städtischen Veranstaltungen und wie er abschließend ergänzt bietet das Programm auch für alle Besuchergruppen sehenswerte Vorstellungen.

Das druckfrische Programmheft liegt an allen üblichen Stellen und bei der Stadt Nördlingen, Öffentlichkeitsarbeit und Kultur, Tel. 09081/84-186 sowie bei der Tourist-Information kostenlos auf. Der Verkauf der Abonnement-Tickets, aber auch der Einzeltickets für Kleinkunstveranstaltung etc. ist ebenfalls bei der Tourist-Information bereits ab jetzt möglich.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin nördlinger | Erschienen am 03.09.2010
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