Kopftuchkulturen - ein Stückchen Stoff in Geschichte und Gegenwart

 

Nördlingen: Alte Schranne | Eine Ausstellung in Nördlingen

in der "Alten Schranne" vom 08.11.- 27.11.2010
Öffnungszeiten Do – Sa. 14.00 -17.00 Uhr und So. 11.00 -17.00 Uhr
Der Eintritt ist frei!

Der Arbeitskreis Frauennetz aktiv, dem 8 Frauen aus verschiedenen Netzwerken des Landkreises Donau-Ries angehören, machte sich zu diesem Thema Gedanken und stellte ein vielseitiges Begleitprogramm unter Mitwirkung zahlreicher deutscher Gruppen und Gruppen mit Migrationshintergrund zusammen. Die Ausstellung wird im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2010 gezeigt.

Das Kopftuch nur ein Stück Stoff oder......

- Zeichen für Unterdrückung muslimischer Frauen
- Schutz vor Hitze, Kälte, Staub
- Modeschmuck
- Zeichen für politische Botschaften

Seit mehr als 20 Jahren wird eine Diskussion um das Kopftuch muslimischer Frauen in Deutschland geführt. Bereits 1986 konzipierte eine Frauengruppe des Frauenmuseums in Burgfarrnbach/Fürth die Ausstellung, die seitdem als Leihausstellung immer wieder aktualisiert und regional ergänzt in der Bundesrepublik und angrenzenden Nachbarländern gezeigt wird.
Auf Schautafeln wird in Bild und Text , ergänzt durch verschiedene Exponate, gezeigt, dass das Kopftuch in vielen Kulturen zum Alltagsbild gehört und auch in Deutschland nicht aus dem bäuerlichen Alltags- und Festtagsleben wegzudenken war. Die Ausstellung ist in 11 Themenbereiche untergliedert, in denen sowohl die historische als auch die aktuelle Entwicklung im europäischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Kulturkreis gezeigt wird. Regional ergänzt wird sie durch Rieser Tücher und Hauben, und Trachten und Tücher von russischen, türkischen und brasilianischen Frauen, die in Nördlingen leben.

In unserem Straßenbild erscheinen Kopftuchtragende Frauen aus der Türkei, dem Iran ,Afghanistan, Russland, Siebenbürgen, Afrika und modische Touristinnen. Wenn man genau hinschaut, kann man das Herkunftsland der Trägerin an der Art ihres gebundenen Kopftuches erkennen. Hin und wieder können Sie auch Kopftücher bei Männern entdecken, sie befinden sich damit, sicher unwissentlich, in historischer Reihenfolge bis ins alte Ägypten zu Tut-ench-Amun.

Ein vielseitiges Begleitprogramm regt zu kritischer Auseinandersetzung mit
dem Thema Kopftuch an:

Da gibt es eine Lesung der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, einen Filmabend mit anschließender Diskussion mit der türkisch-deutschen Regisseurin Gülseren Suzan- Menzel, einen Diskussionsabend mit der Bundestagsabgeordneten der Grünen Ekin Delingöz, einen aktuellen Erfahrungsbericht von einer Reise zu Frauengruppen im Iran.
Die verschiedenen Gruppen mit Migrationshintergrund, die in Nördlingen leben, präsentieren ein buntes Programm ihrer Kultur mit einer brasilianischen und türkischen Modenschau, eine russlanddeutsche Kindertanzgruppe zeigt ebenso ihr Können , wie die Frauen des Interkulturellen Frauencafes in einem Workshop die Kunst des Kopftuchbindens . Selbstverständlich gibt es auch kulinarische Köstlichkeiten aus den jeweiligen Ländern zu kosten.
Im Ries wurden die Frauen früher anhand ihres Kopftuches als der evangelischen oder katholischen Kirche angehörig, unterschieden. Davon erzählt die Heimatforscherin Gerda Schupp-Schied bei einem gemütlichen Kaffeeplausch , die historische Seite von Kopfbedeckungen wird von Frau Genck-Bosch bei einem Vortrag beleuchtet.
Sogar in die Literatur fand das Kopftuch Eingang, davon erfahren wir bei einem Märchenabend für Erwachsene, erzählt von den Märchenerzählerinnen Carmen Stumpf und Friede Walentin.

Die Eröffnung am 8.11. 10 und das Ende der Ausstellung am 27.11.10 werden mit einem Festprogramm begangen.

Wir freuen uns auf zahlreiches Publikum und interessante Randgespräche.

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