Karfreitag, 3. April 18 Uhr: Oratorienkonzert mit der Markuspassion von Reinhard Keiser in der Nördlinger St. Georgskirche

Nördlingen: St. Georgskirche |

Seit Jahrzehnten gibt die Kantorei St. Georg Nördlingen gibt Karfreitag in der Nördlinger St. Georgskirche mit regelmäßigen Passionsaufführungen ein musikalisches Gesicht. In diesem Jahr, am 3. April, erklingt um 18 Uhr die Markuspassion von Reinhard Keiser (1674-1739). Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Udo Knauer singen und musizieren die Kantorei St. Georg Nördlingen, das Oettinger Bachorchester sowie Sabine Seidl (Sopran), Karin Steer (Alt), Maximilian Argmann und Wolfgang Knoll (Tenor) und Jakob Kreß (Bass).

Reinhard Keisers Markuspassion stellt nach der Johannes- und Matthäuspassion von Bach derzeit das wohl am häufigsten aufgeführte Passionsoratorium der Barockzeit dar. Als das Werk - wie ein Textheft ohne Namensnennung des Komponisten belegt - im Jahr 1707 in Hamburg erstmals aufgeführt wurde, war Keiser dort an der berühmten Gänsemarktoper angestellt. Allerdings ist seine Urheberschaft umstritten, denn es gibt keine Originalhandschrift dieser Passion sondern nur Abschriften. Die wichtigsten stammen von keinem Geringeren als Johann Sebastian Bach, der die Markuspassion sehr schätzte und mindestens drei Mal selbst aufgeführt hat, zum ersten Mal ca. 1713 als Hofkappellmeister in Weimar. In dieser Fassung erklingt dieses Werk am Karfreitag in Nördlingen.

Dramatischer Handlungsbogen


Der Handlungsbogen spannt sich von der Szene im Garten Gethsemane über die Gefangennahme, die verschiedenen Stationen des Leidensweges bis zum Tod am Kreuz. Seine unmittelbare Wirkung erzielt das Werk dadurch, dass die Handlung nicht so oft durch Arien und Choräle unterbrochen wird wie bei den Bach‘schen Passionen, sowie durch die kurzen aber dramatischen Chöre, bei denen der Komponist im Gestalten von Verhöhnung und Verspottung virtuos auf der Klaviatur der musikalischen Rhetorik spielt. Auch sind die Arien – im Vergleich zu den Oratorien und Kantaten Bachs – um einiges kürzer.

Namhafte Solisten


Den Solisten kommt neben den Arien vor allem in den Rezitativen als Träger der Handlung eine wichtige Funktion zu. Die Hauptlast tragen hierbei der Tenor Maximilian Argmann, der die Rolle des Evangelisten übernimmt, und der Bassbariton Jakob Kreß als Jesus. Argmann studierte in Würzburg und legte 2012 sein Diplom ab. Neben seiner Konzerttätigkeit ist er derzeit auch am Theater in Würzburg engagiert. In Nördlingen war er erstmals bei der Aufführung der Marienvesper 2013 in St. Georg zu hören. Der junge Nachwuchsbassist Jakob Kreß studiert derzeit in Nürnberg Gesang und überzeugte bereits am Karfreitag 2014 in der Rolle des Jesus bei der Aufführung der Johannespassion von Heinrich Schütz in der Nördlinger Spitalkirche.

Der Altsolistin Karin Steer fallen die Rollen des Judas, des Hohepriesters, des Hauptmanns und eines Kriegsknechtes zu. Dass dies lauter Männerrollen sind, liegt an der Tatsache, dass zur damaligen Zeit die Altstimmen sehr häufig von falsettierenden Männerstimmen gesungen wurden. Das Solistenquartett vervollständigt die Sopranistin Sabine Seidl in der Rolle der Magd. Sabine Seidl studierte Operngesang in München und geht im benachbarten württembergischen Schwaben einer umfangreichen Chorleitertätigkeit und stimmbildnerischen Tätigkeit mit allen Altersgruppen nach. Sie ist auch als Stimmbildnerin der Kantorei tätig und war als Solistin bereits bei mehreren Oratorien in St. Georg zu hören. Die Rollen des Petrus und Pilatus werden von einem Chormitglied des Kammerchores St. Georg, Wolfgang Knoll (Tenor) übernommen.

Karten gibt es bei der Tourist-Information Nördlingen, Tel. 09081/84116 und an der Abendkasse ab 17 Uhr. Da die Kirche ca. 800 KonzertbesucherInnen fasst, gibt es noch genügend Auswahl!

Auch im Nördlinger CaDW gibt es, wie bereits beim Konzert der Kantorei im vergangenen Dezember, wieder ein Kontingent an Karten für Musikinteressierte, die sich die Eintrittskarten nicht leisten können. da das erste Kontingent bereits ausgeschöpgft ist haben wir noch einmal nachgelegt: Wenn das CaDW am 31.3. und 2.4. wieder geöffnet hat, gibt es noch einmal 20 Karten.

Weitere Informationen:
www.musik.sankt-georg-noerdlingen.de
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