Jungstörche im Nördlinger Ries

  45 / 39 / 28 / 18

45 gelegte Eier – 39 geschlüpfte Küken – 28 aufgewachsene Jungstörche – davon 18 Beringungen. 10 Jungstörche können wegen der ungünstigen Lage des Horstes nicht beringt werden.

18 Jungstörche in diesem Jahr 2014 im Nördlinger Ries tragen ihren Personalausweis über dem Knie.

Nördlingen, Löpsingen, Pfäfflingen, Oettingen, Munningen, Rudelstetten, Möttingen, Harburg, Bühl, Alerheim – 10 Orte, 13 Nester, wobei Oettingen mit 4 Nestern vertreten ist und sich als besonders beliebtes Domizil für die Großvögel hervorhebt.

Die Zeit der Brut ist schnell vergangen, 39 Küken sind in den Nestern rings um Nördlingen geschlüpft. Trotz der lang anhaltenden Trockenperiode und dem enormen Futtermangel haben 28 Küken die ersten schwierigen Tage gut überstanden und sich inzwischen zu prächtigen Jungstörchen entwickelt.

Im vierten Nest im Hofgarten der Residenzstadt Oettingen im Nördlinger Ries, der Horst auf dem Wipfel einer uralten Linde, wird hingebungsvoll von einem Storchenpaar gepflegt und gehegt. Drei Küken sind inmitten der Lindenblüten zu kräftigen Jungstörchen herangewachsen.

Damit hätte dann das Ries seinen angestammten Status als einen Siedlungsschwerpunkt des Weißstorchs in Schwaben eindrucksvoll zurück erobert.

Inzwischen sind 18 von den 28 Jungstörchen durch den Storchenexperten Thomas Ziegler aus Feuchtwangen beringt, untersucht, notiert und bei der Vogelwarte Radolfzell gemeldet worden. Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehren von Oettingen und Nördlingen konnte er ungestört seines Amtes walten und diese wichtige Aufgabe der Beringung mit den „Elsa Ringen“ zur Wiedererkennung in verschiedenen Situationen dieser Großvögel vollbringen.

10 Jungstörche leben in unzugänglichen Nestern auf den Kuppeln der Kirchtürme wie z.B. in Bühl, Alerheim und Pfäfflingen. Auch das Nest auf dem Lindenbaum im Oettinger Hofgarten ist durch die Feuerwehr nicht erreichbar.

Die Beringung der Jungstörche kann ab der 3. Lebenswoche geschehen, muss aber spätestens bis zur 6. Lebenswoche erfolgen. Später fallen sie nicht mehr in Akinese und es besteht die Gefahr, dass sie vor Aufregung aufstehen, weg kriechen, zuschnappen oder aus dem Nest hüpfen. Die Beringung dauert nur wenige Sekunden und ist für die Störche völlig ungefährlich. Selbst wenn sich der Menschengeruch übertragen sollte, so macht dies nichts aus, denn Störche können nicht riechen
.
Durch das Entziffern beringter Störche sind im Laufe der Jahre umfangreiche Informationen zur Ortstreue, Partnerwechsel, Lebensdauer, Zugrouten und auch Todesursachen zusammengekommen - wertvolles Material mit wichtigen Erkenntnissen um eventuell Schutzmaßnahmen einzuleiten.

Dank der erfolgreichen Beringung können dann Vogelbeobachter in ganz Europa die schwarzen Ringe mit den weißen Ziffern ablesen, das Schicksal unserer Jungstörche verfolgen und wertvolle Informationen über deren Verbleib zusammentragen. Viele Geheimnisse über das Leben unserer Weißstörche werden so gelüftet.

Herzlichen Dank an die Feuerwehren aus Oettingen und Nördlingen ohne deren freiwilligen Einsatz dies nicht möglich gewesen wäre.

Herzlichen Dank lieber Thomas Ziegler für Ihren ehrenamtlichen Einsatz, den Sie mit so viel Hingabe und Liebe zu den Tieren seit vielen Jahren unermüdlich und immer wieder aufs Neue bewältigen.

PS. Die Nördlinger Jungstörche sind seit dem 28. Juni flügge. Die Familie verbringt im Augenblick ihre Tage zur Futtersuche auf den Wiesen zwischen Nördlingen und Nähermemmingen.
Die Jungstörche sind an ihrem dunklen Schnabel leicht zu erkennen.

Am Rande vermerkt: Störche im Ries, sie sind ein Teil unserer Kultur, unserer Geschichte und gehören seit unendlich vielen Jahren in unser schönes Ries, so wie die Kirchtürme, die bunten Wiesen, die alten Bäume und die Vielfalt der Biotope und Geotope.
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Heidi Kaellner aus Nördlingen | 29.06.2014 | 09:23  
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