Gustav Mahler, 2. Symphonie c-Moll „Auferstehung“ am Samstag 6.12.2008 um 19 Uhr in der Nördlinger St. Georgskirche

Mit einem Großaufgebot an Sängern und Instrumentalisten, insgesamt über 300 Mitwirkenden, wird am Samstag, 6.12.2008 um 19 Uhr in der Nördlinger St. Georgskirche die 2. Symphonie c-Moll „Auferstehung“ von Gustav Mahler aufgeführt. Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Udo Knauer singen und musizieren Franziska Rauch (Sopran), Karin Steer (Alt), Kantorei, Kammerchor und Gospelchor von St. Georg sowie das Symphonische Orchester München-Andechs (Chefdirigent Andreas Pascal Heinzmann). Karten gibt es bei der Tourist-Information Nördlingen (09081/84116) und an der Abendkasse ab 18 Uhr.

Die zweite Symphonie von Gustav Mahler zählt zu den eindrücklichsten und am häufigsten aufgeführten, aber auch aufwändigsten Werken des Komponisten und Dirigenten, der an der Schwelle zum 20. Jahrhundert, am Ende der musikalischen Romantik stand. Aus dem Jahr der Uraufführung, die am 13.12.1895 in Berlin unter der Leitung des Komponisten stattfand, stammt der Ausspruch Mahlers: „Symphonie ist mir eben, mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen“. Und in dieser „Welt“, die der junge Komponist (bei der Uraufführung war er erst 35 Jahre alt) hier aufbaut, stellt er keine geringere Frage als die nach dem Sinn des Lebens. Die Symphonie lädt ein zu dem Erleben einer dramatischen Handlung, wie dem Erleben eines Filmes, der vor einem inneren Auge abläuft.

Als Instrumentarium der 5-sätzigen Symphonie setzt Mahler neben einem mit zahlreichen Holz- und Blechbläsern, zwei Harfen, sechs Pauken und weiterem Schlagwerk groß besetzten symphonischen Orchester in den letzten beiden Sätzen noch ein Fernorchester mit Trompeten, Hörnern und Schlagwerk, sowie zwei Solistinnen und einen großen Chor ein.

Mit unglaublich vielfältigen musikalischen Einfallen spannt die „Handlung“ einen großen Bogen, der im ersten Satz, den Mahler ursprünglich „Todtenfeier“ nannte, mit der Erschütterung am Grabe eines geliebten Menschen und der Frage nach dem „Warum?“ beginnt. Über „einen seligen Augenblick aus dem Leben dieses theuren Todten“, wie Mahler selbst den zweiten Satz beschreibt, und ein Scherzo, dessen Heiterkeit immer wieder von skurrilen Einwürfen in Frage gestellt wird – Mahler nennt diese Verzerrungen den „Geist des Unglaubens“, der „die Welt und das Leben zum wirren Spuk“ werden lässt - gelangt der Komponist im vierten Satz mit dem Altsolo „Urlicht“ zur Sehnsucht nach Gott. In einem der schönsten und ergreifendsten Lieder: „...Ich bin von Gott und will wieder zu Gott...“ verlangt er von der Altsolistin, dass sie klinge „wie ein Kind, das sich vorstellt, es sei im Himmel“.

Urplötzlich brechen nach dieser entrückten Szene zum Beginn des 5. Satzes die Tragik des ersten und die Skurrilität des dritten Satzes mit Macht herein: „Das Ende alles Lebendigen ist gekommen, das Jüngste Gericht kündigt sich an“ Doch am Ende wendet sich das Bild hin zum Frieden: „Leise erklingt ein Chor der Heiligen und Himmlischen: Aufersteh‘n, ja aufersteh‘n wirst du. Da erscheint die Herrlichkeit Gottes! Ein wundervolles mildes Licht durchdringt uns bis an das Herz … Ein allmächtiges Liebesgefühl durchleuchtet uns...“ Mit gigantischen Klängen schließt die Symphonie ab, die eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage nach Tod und Leben, Sinn und Ziel mit musikalischen Mitteln bildet. Und sie endet mit den Worten: „Sterben werd ich um zu leben ... zu Gott wird es dich tragen.“

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