"Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms am Sonntag, 17. November um 19 Uhr in der Nördlinger St. Georgskirche

Wann? 17.11.2013 19:00 Uhr

Wo? St. Georgskirche, Marktplatz, 86720 Nördlingen DE
Kantorei St. Georg und Sinfonbietta Tübingen 2010 im Konzert mit einem Projektchor (Kinderkantorei, THG-Schulchores und Sing@Life) (Foto: Foto: Ernst Mayer)
 
Stephanie Krug, Sopran
Nördlingen: St. Georgskirche | "Es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den Menschen in einer Weise wie wenig anderes!"

Die Kantorei St. Georg unter der Leitung von Udo Knauer nimmt sich - nach neun Jahren Abstinenz in Sachen Brahms dieses "gewaltigen Stückes" wieder einmal an. Sie wird begleitet von der Sinfonietta Tübingen, Solisten sind Stephanie Krug, Bad Tölz (Sopran) und Stephan Bootz, Darmstadt (Bariton). Karten im Vorverkauf gibt es bis Donnerstag, 14.11. bei der Tourist-Information Nördlingen (09081/84116), die Abendkasse öffnet um 18 Uhr.

Clara Schumann (Witwe des berühmten Robert Schumann und selbst Pianistin und Komponistin), die eine enge (Brief-)Freundschaft mit dem jungen Brahms pflegte, hat es in dem oben genannten Briefzitat aus dem Jahr 1866 auf den Punkt gebracht und damit vorausgesehen, was passieren wird:

Das deutsche Requiem von Brahms gehört heute zu den am häufigsten aufgeführten geistlichen chorsinfonischen Werken überhaupt.

Brahms war noch nicht einmal 30 Jahre alt, als er mit der Auswahl der Texte begann, und es dauerte acht Jahre bis zur endgültigen Fertigstellung und zur ersten Aufführung des Requiems im Februar 1869 in seiner heutigen Gestalt. Bei der Konzeption des Werkes emanzipierte sich der junge Komponist vollkommen von den liturgischen Textvorlagen der lateinischen Totenmesse und wählte selbst Worte des Trostes und Visionen der Ewigkeit aus Bibelversen des Alten und Neuen Testament aus. Vergeblich sucht man nach Andeutungen der Schrecken eines „jüngsten Gerichtes“ oder einer „Strafe Gottes“. Vielleicht mag dies – neben der unglaublich schönen und berührenden Musik – ein Grund für die Beliebtheit dieses Werkes sein, dessen „…tiefem Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie…“ (nocheinmal Clara Schumann) sich niemand entziehen kann.

Der Chor trägt die Hauptlast

Außerdem ist Bahms‘ „deutsches Requiem“ nicht - wie ein Oratorium - aufgeteilt in Arien und Chöre, sondern der Chor hat in allen sieben Sätzen die Hauptlast zu tragen. Lediglich in drei Sätzen sind die Solisten dabei und treten in eine Art Dialog mit dem Chor.

Stephanie Krug, Sopran

Die Sopranistin Stephanie Krug, die erst vor wenigen Monaten, im Juni 2013 bei der Marienvesper von Monteverdi in St. Georg mit ihrer strahlenden Stimme und stilsicherer Interpretation eines Werkes an der Schwelle zum Barock überzeugte, kann nun in dem innigen Satz „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ ihre „romantische Ader“ zur Geltung bringen. Die in München geborene Sopranistin studierte Gesang in München und am Mozarteum Salzburg. Ihr Repertoire reicht von Lied über Oratorium bis zur Oper, vom Frühbarock bis zur Moderne. Im Rahmen ihrer regen Konzerttätigkeit ist sie u. a. als Solistin des Ensembles „così facciamo“ für Alte und Neue Musik auf umfangreichen Tournéen zu hören.

Stephan Bootz, Staatstheater Darmstadt, Bariton

Der Bass-Bariton Stephan Bootz ist zum ersten Mal in Nördlingen zu Gast. Er studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin bei Wolfgang Hellmich und Thomas Quasthoff. Schon während seines Gesangsstudiums gehörte er dem Internationalen Opernstudio in Zürich an. Neben Gastengagements, u. a. an der Deutschen Oper Berlin und Auftritten bei Festivals ist er auch als Konzertsänger in Deutschland und Europa Ländern tätig. Sein Standbein hat er in Darmstadt, dort ist er seit der Spielzeit 2012/13 er festes Ensemblemitglied am Staatstheater. Im Brahms-Requiem spielt er die Rolle des Mahners der Vergänglichkeit menschlichen Lebens und des Verkünders der christlichen Hoffnung von der Auferstehung der Toten.

Sinfonietta Tübingen

Ein Wiederhören gibt es mit der Sinfonietta Tübingen, die zuletzt 2010 beim Konzert der mit der „Mess of the children“ von John Rutter ein spielfreudig und professionell agierender Partner der Kantorei war. Seit der Gründung im Jahr 1984 hat sich das Orchester große Wertschätzung und Anerkennung in weiten Teilen Süddeutschlands erworben. Die Bandbreite reicht von kammermusikalischer Besetzung bis hin zur großen symphonischen Besetzung, wie sie bei der bevorstehenden Aufführung benötigt wird. Nebenbei bemerkt: Die letzte Aufführung des Requiems von Brahms 2004, im 50. Jubiläumsjahr der Kantorei St. Georg, war zugleich die erste Zusammenarbeit mit der Sinfonietta Tübingen.

Mehr zur Kirchenmusik an St. Georg: www.musik.sankt-georg-noerdlingen.de
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