Das ehemalige Johannisbad in Nördlingen

Das St. Johannisbad bis zum Jahre 1647

Wo vor einigen Wochen die Bagger angerückt sind und die Gebäude der ehemaligen Fa. ESAROM, bzw. deren Nachfolger abbrechen, stand einst das St. Johannisbad, dessen Name noch vielen Nördlingern im Gedächtnis ist.

Zur Geschichte: Neben den in der Stadt befindlichen Bädern erfreute sich die Grundwasserquelle bei St. Johann schon in frühester Zeit eines besonderen Rufes. Urkundlich zwar nicht nachweisbar, soll die Benützung der Quelle bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen. Mit Sicherheit fand die Quelle schon im 14. Jahrhundert Verwendung als Heilquelle. 1545 stiftete der Nürnberger Patrizier Lorenz Tucher, der sich zum Kurgebrauch im St. Johannisbad aufgehalten hatte, 400 Gulden -eine sehr hohe Summe-, zur Reparierung und Erweiterung des Kur- und Blatternhauses. Im Jahre 1588 beschreibt der Lauinger Physikus Dr. Martin Ruland das Wasser als alaun- und schwefelhaltig. Es "erwärmet und truckhnet". 1622 reichte wegen des großen Andranges zum Bad das Holz zum Erwärmen des Wassers nicht mehr aus. Hier ist auch der Name Maienbad genannt, das seinen Namen der Tatsache verdankte, dass das Bad im Mai eröffnet wurde.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurden im Jahre 1647 Kirche, Bad und sämtliche Gebäude niedergerissen, aber bereits einige Jahrzehnte später wieder aufgebaut.
1724 erschien eine kleine Schrift der Doktoren Wenker und Döderlein, die den Inhalt des Wassers analysierten. Dabei stellten sie fest, dass die Quelle Eisen, Kalk, Schwefel und Karbonate enthielt und somit eine besondere Heilkraft besitze. 1722 wurde ein neues Badehaus gebaut, "darinnen ein jedes nach Belieben entweder en Compagnie, oder allein in einem Zimmer baden kann". Der Besuch des Bades scheint damals ziemlich rege gewesen zu sein, denn 1777 ersucht der damalige Lazarettvater Schäfer den Rat, eine neue Küche und einen Pferdestall anzubauen, damit er die Gäste, die zu Wagen ankommen und deren er heuer sehr viele erwarte, besser beherbergen könne.
1823 wurde das Gebäude dem Zolldienst überlassen und 1833 kam das ganze Anwesen in Privathände. Aber auch dann noch wurde ein Badebetrieb mit Gasthaus aufrecht erhalten.
Auf der Abbildung ist zu sehen: vorne rechts unten das Kurhaus für auswärtige Gäste. Links davon das Pfründehaus, wo sich Bürger einmieten konnten. Dahinter im Anschluss das Siechenhaus. Links vom Weg die Kirche St. Johannis, die mit einem hölzernen Steg mit dem Pfründehaus verbunden war. Oben links dann das Badehaus (Maienbad) mit dem Schöpfbrunnen, der das heilende Wasser lieferte. Darunter mit einer Mauer eingefasst, der Friedhof mit Beinhaus.

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2 Kommentare zum Beitrag
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Tanja Fackelmann aus Augsburg am 19.07.2010 um 09:15 Uhr  
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Gabriele J. Walter aus Ichenhausen am 26.07.2010 um 10:18 Uhr  
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