Ausstellung eröffnet

von Stadt Nördlingen aus Nördlingen | am 17.03.2010 | 234 mal gelesen | 0 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild
v.l.n.r. Oskar Bernhard, Pater Hugo Weihermüller, Petia Knebel, Wolfgang Mussgnug, Sabine Müller-Funk, Nikolai Vogel und Bürgermeister Helmut Guckert

Die Ausstellung „Poetische Positionen“ ist von Bürgermeister Helmut Guckert im Obergeschoß der „Alten Schranne“ eröffnet worden. Die Ausstellung setzt die überregional bedeutsamen Ausstellungen in dem historischen Saal fort. Im Mittelpunkt der „Poetischen Positionen“ steht die „Schrift in der bildenden Kunst“. Initiator und Mitorganisator Wolfgang Mussgnug, selbst als Künstler mit Glasobjekten in denen Schriftzeichen eingraviert sind, beteiligt, ist es gelungen nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler zu gewinnen, die beeindruckende Werke ausstellen.

Sabine Müller-Funk aus Drosendorf, Niederösterreich, beschäftigt sich mit Gedächtnis, Erinnerung, Schrift und Archi-vierung. In ihren verkohlten Holzobjekten sind 151 Psalmen enthalten. Die Künstlerin war bei vielen Symposien, Projekten und Ausstellungen in aller Welt vertreten.

Petia Knebel arbeitet am Lehrstuhl für Kunstpädagogik in Augsburg und hat ebenfalls an vielen Symposien und Kunst-Aktionen im öffentlichen Raum teilgenommen. Nachdem von Friedrich Schiller geprägten Satz „Die Kunst ist die Tochter der Freiheit“ spielt sie mit den Buchstaben, setzt immer neue Wörter zusammen und animiert die Besucher, eigene Interpretationen zuzulassen. Die in Beton gegossenen Worte sind auf Rollen, so dass sie verschoben und versetzt werden können und ganz neue Sinnbilder ergeben.

Ein unglaubliches Werk stellt Pater Hugo Weihermüller aus. Er hat die Bibel handschriftlich geschrieben. Die Originale sind in der Ausstellung teilweise zu sehen. Die fertig erstellte, handschriftlich neu geschriebene Bibel, ist als Objekt zu bestaunen.

Oskar Bernhard, lebt und arbeitet in Nördlingen und beschäftigt sich mit der Typographie. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen Ziffern und die Schrift als stumme Sprache! Die 26 Schrifttypen des lateinischen Alphabets sind an Kalenderblättern, handwerklich von ihm selbst gedruckt, zu sehen.

Wolfgang Mussgnug, Initiator und Mitorganisator stellt Glasobjekte aus, die er in der Glashütte Zanetti in Murano geformt hat. Im heimischen Atelier werden diese Objekte mit Gravuren versehen. Auch er lebt und arbeitet als Maler, Zeichner und Glaskünstler in Nördlingen.

Dem Literat, Nikolai Vogel, war es vorbehalten in der Ausstellung, neue Medien einzusetzen, um sich dem Thementext Assoziation und Erinnerung zu nähern. Als Grundlage seiner Screeninginstallation dienen Details seines Textes „Große ungeordnete Aufzählung. Nikolai Vogel arbeitet als freier Au-tor und Künstler in München. Er beeindruckte insbesondere bei dieser Ausstellungseröffnung mit einer Performance. Anstelle einer Laudatio, beschäftigte er sich mit der Schrift. „Aufschreiben, Überschreiben, Anschreiben, Durchschreiben, Vorschreiben, ….“. Eine Kunst, mit Worten so zu brillieren, eine Kunst, den Vortrag derart interessant, packend, ein-fühlsam und nachhaltig darzubieten. Im Anschluss an der mit lang anhaltendem Applaus bedachten Performance dankte Wolfgang Mussgnug den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern, die alle persönlich anwesend waren.

Die Ausstellung „Poetische Positionen“ ist Donnerstag und Freitags von 14:00 bis 18:00 Uhr und Samstag, Sonntag und Feiertags jeweils von 11:00 bis 17:00 Uhr bis einschließlich 11. April 2010 in der „Alten Schranne“ zu besichtigen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

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