2010 - Ein erfolgreiches Jahr für das Dramatische Ensemble Nördlingen

DAs Dramatische Ensemble erntete Begeisterung beim Schlussapplaus für die Musicalkomödie "Sugar (Manche mögen's heiß)" (Foto: Georg Lindner)
 
Schelmuffsky (Alexander Weiß) mit vollem Körpereinsatz (Foto: Fritz Klieber)

Nachdem 2009 für das Dramatische Ensemble (DE) Nördlingen wegen der Stückabsage von „Manche mögen‘s heiß“ wegen urheberrechtlicher Probleme eher ernüchternd verlaufen ist, geht 2010 als echtes Erfolgsjahr für den Laienschauspielverein in die Annalen ein.
Ende Januar fand zunächst eine Mitgliederversammlung mit Neuwahlen statt, bei der Vorstand und Beirat komplett in ihren Ämtern bestätigt wurden: Ulrich Klieber und Gerhard Munk bilden weiterhin das Vorstandsdoppelgespann, DE-Beiratsvorsitzender bleibt Stefan Heppner. Der Beirat selbst besteht aus dem folgenden bewährten Team: die Kunstbeiräte sind Marcus Prügel und Simone Dambaur, für das Ressort „Bühne“ sind Xaver Neureiter und Christian Schneid zuständig, der „Fundus“ wird von Inge Rödel-Klieber gepflegt, um die „Medien“ kümmert sich Sabrina Gröninger. Oliver Böckh darf sich auch in den kommenden zwei Jahren „Minister für Wirtschaft und Ernährung“ nennen, Alexander Güntert wacht über die „Finanzen“.
Zudem stand da bereits fest, dass im November die Musicalkomödie „SUGAR (Manche mögen’s heiß)“ von den Regisseuren Simone Dambaur und Helmut Radeck auf die Bühne gebracht werden sollte.
Im Juni wurde dann der Beirat des Dramatischen Ensembles um zwei Posten erweitert: Georg Deffner wurde als Webmaster, Maximiliane Koch als Pressesprecherin mit aufgenommen.
Zudem beteiligte sich das DE auch am Historischen Stadtmauerfest und inszenierte den mittelalterlichen Comedy-Ulk „Schelmuffskys wahrhaftige, kuriöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und zu Lande“ unter der Regie von Bernhard Hampp. Das Stück mit Akrobatik und Musik lehnte sich an den gleichnamigen Roman von Christian Reuter aus dem Jahr 1696 an. In recht abenteuerlichen Kostümen waren Alexander Weiß als Schlmuffsky, Cornelia Meyer als Fräulein Charmante, Ulrich Bühler als Bruder Graf und Großmogul sowie Michael Eßmann als Erzähler zu bestaunen. Musikalische Begleitung gab’s passend dazu von Marcus Prügel.
Ebenfalls im September startete der Kartenvorverkauf für das Musicalstück „SUGAR (Manche mögen’s heiß)“, das vom 19. bis zum 21. November 2010 insgesamt vier Mal aufgeführt wurde. Für das DE war diese Inszenierung eine wahre Erfolgsgeschichte, zu deren Gelingen alle Schauspieler, Sänger, Musiker und guten Geister hinter der Bühne beigetragen haben und die von der guten Regiearbeit bzw. den Ideen von Simone Dambaur sowie Helmut Radeck getragen wurde.
Das Buch zur Komödie, die auf dem Film „Some like it hot“ von I.A.L. Diamond und Regisseur Billy Wilder basiert, wurde von Peter Stone verfasst; die Vorlage lieferte eine Geschichte von Robert Thoeren und Michael Logan.
Als Musiker im Chicago von 1929 kämpfen sich Joe (gespielt von Marcus Prügel) und Jerry (Uli Bühler) durch Arbeitslosigkeit und schlechte Zeiten, als sie zufällig Zeugen eines Massakers werden: Gangsterboss Spats Palazzo (Ronald Hummel) lässt von seinen Handlangern (Gerhard Munk als Dude, Stefan Heppner, Peter Dzienian) seinen redefreudigen Rivalen Knuckles Norton (Timo Meister) mitsamt seiner Gangsterbande (Oliver Böckh, Alexander Plöger) aus dem Weg räumen. Joe und Jerry werden zwar entdeckt, können aber doch fliehen. Um den Gangstern zu entkommen, verkleiden sie sich als Frauen – Joe wird zu Josephine, Jerry zu Daphne – und heuern bei der Mädchenband „Society Syncopaters“ unter der Leitung von Sweet Sue (Cornelia Meyer) an. Trotz ihres gestrengen Regiments fühlen sich die beiden „Damen“ inmitten des giggeligen Mädchenhaufens (Natalie Munk, Barbara Rauwolf, Katharina Thum, Frederike Gassmann, Romy Hatzer) pudelwohl und lassen sich auch vom etwas trotteligen Manager Bienstock (Alexander Weiß) nicht beeindrucken. Besonders die Ukulelespielerin und Sängerin Sugar (Pascale Basgier) hat es ihnen angetan.
In Florida angekommen wird das Verwirrspiel noch größer: Der lebenslustige Millionär Sir Osgood Fielding (Michael Eßmann) verliebt sich Hals über Kopf in Daphne, während Joe als Millionär Junior noch eine weitere Identität erfindet, mit der er sich an seine Traumfrau Sugar heranwagt. Doch wie es der Zufall so will, checken ausgerechnet Spats Palazzo und seine Ganoven im Seminole Ritz ein, und so kommt es schließlich zu einer turbulenten Verfolgungsjagd, die für Jerry, Joe, Sugar und Osgood auf einer Yacht endet.
Die Rollen dieses bunten und abwechslungsreichen Musicals waren durchweg perfekt besetzt, und jeder einzelne Schauspieler begeisterte Publikum und Mitwirkende.
Die beiden männlichen Hauptdarsteller überzeugten durch komödiantisches Talent und erstklassige Mimik, aber auch durch ihre Sangeskünste. Pascale Basgier glänzte in der Titelrolle als aufreizende und zugleich naive Musikerin, aber vor allem bei den ebenfalls live gesungenen Musicaldarbietungen.
Musikalisch gesehen war auch das Songduett „Penniless Bums“ von Oliver Böckh und Alexander Plöger ein echter Höhepunkt; ebenfalls riesigen Applaus bekamen der alternde Millionär Dominik Herzog und die Nachtclubsängerin Annette Jungwirth Heppner.
Für den passenden Sound zu diesen Gesangstalenten sorgte die Nördlinger Stadtjazzerey, die direkt neben der Bühne mit ihrer Live-Musik für die richtige Stimmung im Saal und auf der Bühne sorgten.
Abgerundet wurden Schauspiel und Gesang durch ein modernes Bühnenbild, gestaltet und gebaut bzw. ausgeleuchtet von Stefan Heppner, Christian Schneid, Xaver Neureiter und ihr Team, durch wunderschöne Kostüme und detailverliebte Requisiten, für die Ingeborg Rödel-Klieber und ihre Mannschaft zuständig waren, und durch perfektes Styling, gezaubert von Stefanie Schulze, Sabine Dirrheimer, Evi Gassmann, Sonja Breitling und andere.
Daneben wären freilich noch viele andere gute Geister zu nennen, die diesen DE-Erfolg mitgestaltet haben.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin nördlinger | Erschienen am 17.12.2010
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