Dia de Muertos – Allerseelen auf mexikanisch

  Als Abschluss der diesjährigen Interkulturellen Wochen fand an Allerseelen die Feier des „Dia de Muertos“ statt, welche von lateinamerikanischen Frauen aus dem Landkreis Donau-Ries mit Unterstützung von weiteren Frauen des Interkulturellen Frauencafes vorbereitet und durchgeführt wurde.

Passend zu dem Motto "wer offen ist kann mehr erleben" zeigte diese Veranstaltung eindrucksvoll den Umgang der Mexikaner mit dem Thema Tod und Sterben. Dank der Stadt Nördlingen, welche für diese Veranstaltung städtische Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, konnte dieses Fest gefeiert werden.

Die Frauen bauten unter Anleitung der Mexikanerinnen eine sogenannte „Ofrenda“, den Opferaltar auf, reich geschmückt mit Blumen, Girlanden, Kerzen, Totenköpfen aus Zucker, Skeletten und natürlich Bildern von verstorbenen Familienangehörigen.

Nach der Begrüßung der Gäste durch die Migrationsberatung des Diakonischen Werkes wurde der Altar von den lateinamerikanischen Frauen feierlich entzündet und die Seelen der Verstorbenen wurden eingeladen an der Feier teilzunehmen. Im Anschluss dazu wurde den Gästen die Symbolik des errichteten Opferaltares und die Feierlichkeiten, wie sie in Mexiko am Dia de Muertos überall stattfinden, in einem ausführlichen Vortrag dargestellt.

Der Dia de Muertos ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an welchem der Verstorbenen gedacht wird. Er wird überall in Mexiko sehr bunt und sehr fröhlich gefeiert. Der sehr offene und lockere Umgang der Mexikaner mit dem Tod, kann auf uns erst einmal befremdlich, vielleicht sogar pietätlos wirken. Der Tod gehört in der mexikanischen Gesellschaft zum Leben dazu und wird nicht tabuisiert. Er wird als etwas betrachtet, vor dem man sich nicht zu fürchten braucht, etwas dem man jederzeit auch mit Ironie und Witz begegnen kann. Nach dem Glauben der Mexikaner dürfen die Seelen der Verstorbenen einmal im Jahr aus dem Jenseits zu den Lebenden zurückkehren und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik und gutem Essen.

Der Ursprung dieser Feierlichkeiten ist auf den Glauben der Ureinwohner Mexikos zurückzuführen. Nach der Eroberung Mexikos durch Spanien im 16. Jahrhundert versuchten die spanischen Missionare vergeblich dieses Fest der Ureinwohner Mexikos abzuschaffen. Schließlich wurden die Feierlichkeiten für den „Dia de Muertos“ mit den christlichen Feiertagen Allerseelen und Allerheiligen zusammengelegt. In Vermischung mit dem christlichen Glauben entstand ein einzigartiges kulturelles Fest, das die Bräuche der Ureinwohner, der Azteken, bis heute weiterleben lässt. Der tief verwurzelte Synkretismus im katholischen Glauben in Mexiko, aber auch in anderen Ländern Lateinamerikas, lässt sich gerade in den mexikanischen Feierlichkeiten zum Dia de Muertos sehr schön nachvollziehen, was die Frauen in ihrem Vortrag sehr interessant darstellten.

Im Anschluss an den Vortrag wurde das Buffet, mit traditionell mexikanischen Gerichten und Getränken wie Tamales, Tacos, Champurrada und Atoles u.a. eröffnet, welches ausschließlich von den Frauen zubereitet wurde. Die Gäste hatten somit die außergewöhnliche Gelegenheit, bei klassisch mexikanischer Musik, zusammen mit den lateinamerikanischen Familien den „Dia de Muertos“ in der Alten Schranne in Nördlingen mit zu feiern.
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