Schaftag im Rieser Bauernmuseum

Franz Bosch aus Maihingen demonstrierte das Scheren von Schafen. (Foto: Harald Wodarz)
 
Die Lämmer genossen den Kontakt mit Kindern. (Foto: Harald Wodarz)

Trotz nur weniger Regenpausen ließen es sich einige Hundert Besucher nicht nehmen, die vielfältigen Angebote beim 1. Donau-Rieser Schaftag im Rieser Bauernmuseum Maihingen zu erkunden. Passend gekleidet machten sich viele mit dem Zeitplan in der Hand auf den Weg zu den verschiedenen Stationen, um keine Aktion zu verpassen.

Das Schauhüten einer kleinen Schafherde wurde umrahmt von interessanten Erläuterungen, etwa zur Herkunft der Border Collies, die auf englische Kommandos oder Pfiffe reagieren. Die unterschiedlichen Charaktere und Strategien der einzelnen Hunde traten bei den Vorführungen deutlich zu tage. Spannend wurde es, als es galt, eine fremde Schafherde, die nicht an Hunde gewöhnt ist, in ihren Stall zu treiben.

Auf großes Interesse stieß auch das Schafscheren. Die Zuschauer wunderten sich, wie ruhig die Schafe angelehnt an den Schäfer liegen blieben, als ihnen mit geübter Hand die Wolle abrasiert wurde. Ein Hauptthema war der Umgang mit der Wolle und ihre Einsatzmöglichkeiten. In einem Zelt konnten jung und alt entlang einer „Produktionsstraße“ zum Teil mit eigener Hand nachvollziehen, wie Wolle kardiert, gesponnen, gefärbt und gewebt wurde. Das Wollfett Lanolin ist als Grundlage für Cremes und Lippenstifte sehr begehrt.

Zehn verschiedene Schaf- und Ziegenrassen ergaben ein abwechslungsreiches Bild und boten Gelegenheit, sich über die Unterschiede zu informieren. Der größte Gegensatz bestand zwischen den gewichtigen schwarzköpfigen Fleischschafen und den kleinen Kamerunschafen. Der Bock der Zackelschafe mit seinen mächtigen, korkenzieherartigen Hörnern und die schlecht gelaunten Schwarzhalsziegen beeindruckten besonders. Säcke mit Rohwolle verschiedener Schafrassen ließen erfühlen, wofür sich die jeweilige Wolle eignet und wofür nicht.

Eine Märchenerzählerin versammelte Kinder um sich. Als Lohn für das Lösen eines kniffligen Quiz standen hübsche Preise zur Auswahl. Mittendrin tummelten sich zwei muntere Lämmer, zu denen die Kinder hautnah Kontakt aufnehmen durften.

Das Verkaufsangebot reichte vom Wollknäuel über gestrickte Socken und Schals bis zu Schafseife, Ziegenwürsten und Filzpantoffeln, bei deren Herstellung man zuschauen konnte. Auch das Gerben, die Verarbeitung von Fellen zu Leder, wurde demonstriert. Zu Essen stand Lamm in verschiedenen Varianten zur Auswahl..

Informationen gab es unter anderem zur Heide-Allianz Donau-Ries, deren Ziel der Erhalt von Pflanzen durch Beweidung von Heideflächen ist, zu den Kräutern auf den Magerrasen, zum Schäferweg im Geopark Ries und etlichem mehr. Vorträge beschäftigten sich mit dem Schäferleben, der Einfuhr von Merinos aus Spanien und dem Bild des Hirten in der Bibel.

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Landrat Stefan Rößle, Bezirks- und Kreisrat Alois Stadler und Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert zeigten sich beim Rundgang sehr angetan von dem Fest, das die Heide-Allianz Donau-Ries und das Rieser Bauernmuseum unter Beteiligung zahlreicher Schäfer gemeinsam organisiert hatten. Allgemeines Fazit: „Das müssen wir einmal wiederholen!“

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