Forum „Ressourceneffizienz in Produktion und Automation - Energieeffiziente Antriebe und Fertigungstechnologien“ am Technologie Centrum Westbayern

 

Hochkarätige Fachtagung zu einem brandaktuellen Thema!
Zu einem ganztägigen Fachworkshop „Ressourceneffizienz in Produktion und Automation“ kamen Technikexperten, Entwickler und 11 hochkarätige Gastreferenten aus Forschung, Technik und industrieller Praxis im Technologie Centrum Westbayern (TCW) zusammen. Im Mittelpunkt der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg, dem Cluster Mechatronik & Automation, dem Transfernetzwerk TEA und dem VDI/VDE (Verein deutscher Ingenieure) konzipierten Fachtagung stand das aktuelle Thema „Energieeffiziente Antriebe und Fertigungstechnologien“.
„Energiekosten zählen oft zu den größten Kostenblöcken produzierender Unternehmen, dabei sind teilweise Kosteneinsparungen bis zu 50 %. möglich“, so Prof. Dr. Markus Glück, Initiator der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Augsburg, dem Cluster Mechatronik & Automation, dem Transfernetzwerk TEA und dem VDI/VDE konzipierten Fachtagung. „Die Steigerung der Energie-produktivität rückt nicht nur wegen der Klimaschutzdebatte stärker in den Fokus der Unternehmen. Vor allem Produktionskosten gilt es in diesen Tagen sinnvoll zu senken und dabei neueste Tech-nologien einzusetzen.“ Dr. Marcus Schröter vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovations-forschung (ISI, Karlsruhe) stellte Ergebnisse einer neuen Studie des Instituts vor. Erst 14 % der Betriebe führten demnach Lebenszyklus Kostenrechnungen durch. Moderne Prozesssteuerungs-systeme, die zum Beispiel energetische Betriebszustände auswerten und so eine Optimierung von Wartungszyklen ermöglichen, werden kaum eingesetzt. 27 % aller Betriebe nutzen Steuerungssys-teme zur Abschaltung von Maschinen in Schwachlastzeiten. Sie fahren in Pausen herunter und steuern die Betriebszustände von Maschinen, Antriebskomponenten und Fertigungsanlagen ener-getisch günstig. Eine weitere Effizienzmaßnahme ist die Energierückgewinnung beim Abbremsen großer Massen, die bisher lediglich von einem Drittel der Betriebe genutzt wird.
Dabei wird 47 % der gesamten Energie in der produzierenden Industrie verbraucht. Über 65 % davon fallen auf Elektromotoren und Antriebe. Die Antriebstechnikhersteller reagieren seit Jahren darauf mit unterschiedlichen Konzepten, wie die anschließenden Gastvorträge führender Techno-logieunternehmen zeigten. Johann Lang (BR-Automation, Eggelsberg), Karlheinz Wirsching (Bau-müller Antriebstechnik, Nürnberg), Roman Mackert (SEW Eurodrive, Bruchsal) und Jürgen Timm (Bosch Rexroth, Lohr am Main) vermittelten einen komprimierten Überblick zum aktuellen Stand der Antriebs- und Steuerungstechnik. Alle plädierten für eine ganzheitliche Betrachtung der Pro-zesse und Antriebseinrichtungen und stellten weitere Möglichkeiten zur Optimierung der Wir-kungsgrade vor. Diese amortisierten sich oft in wenigen Wochen.
Jürgen Noailles (Stein Automation, Villingen-Schwenningen) referierte aus der Praxis eines Ma-schinenbauers über energieeffiziente Montageanlagen und Möglichkeiten, deren Betriebs- und Beschaffungskosten vernünftig zu reduzieren.
Der Umgang mit Druckluft und Vakuum stellt ebenso ein enormes Einsparpotential dar. Dr. Walter Schaaf (Schmalz, Glatten) diskutierte, wie man in der Vakuumgreifertechnik Energieoptimierungs-maßnahmen durchführen kann. Energieeffiziente Bewegungsgesetzte standen im Zentrum eines Vortrags von Dr. Jörg Eidam (SPN Schwaben-Präzision Fritz Hopf GmbH). Auch bei der Kuka Roboter GmbH (Augsburg) macht man sich intensiv Gedanken zur „grünen“ Automation. Dr. Dirk Jacob stellte steuerungstechnische Neuerungen des Roboterherstellers aus erster Hand vor.
Aus der Institutsforschung rundeten zwei Beiträge von TEA Partnern (TEA = Projektverbund der Transfereinrichtungen im Großraum Augsburg), die auch Mitglied des bayerischen Innovations-Clusters Mechatronik & Automation sind, das Tagungsprogramm ab: Dr. Hans-Philipp Otto (For-schungsstelle für Zahnrad- und Getriebeforschung, FZG) diskutierte Konstruktionsansätze zur Verbesserung des Wirkungsgrads von Zahnradgetrieben. Gerhard Strasser (iwb Anwenderzentrum der TU München, Fraunhofer Projektgruppe Ressourceneffizienz) zeigte Möglichkeiten eines effizienten Energiekosten Monitorings auf. Hierzu wird in der neu an der TU München entstandenen Lernfabrik einiges anschaulich für Interessierte demonstriert.
Weitere Informationen auch im Internet: www.tcw-donau-ries.de.

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