Ausflug zu Wachtelkönig und Fischadler an der Weser - Besuch an den Liebenauer Kiesgruben

Der NABU Langenhagen war zu Besuch in den Liebenauer Kiesgruben und konnte interessante Naturbeobachtungen machen (Foto: Gunter Halle)
Nienburg (Weser): Liebenauer Kiesgruben |

Anfang Juni machten sich neun Frühaufsteher vom NABU Langenhagen auf den Weg nach Binnen bei Nienburg, wo die Gruppe schon von den Nienburger NABU Kollegen Jens Rösler und Klaus Boße zu einer Führung durch das Naturschutzgebiet Liebenauer Kiesgruben erwartet wurden. Gestartet wurde am Aussichtsturm, der einen guten Überblick über das Gebiet bot. Während Jens Rösler detailliert die Geschichte des Naturschutzgebietes erklärte, konnten die mit Ferngläsern und Spektiv ausgerüsteten Naturfreunde einen ersten Eindruck vom Familienleben der Fischadler gewinnen, die hier seit mehreren Jahren erfolgreich auf der vom NABU Nienburg errichteten Nisthilfe brüten und ihre Jungen großziehen.

Das über 70 ha große Gebiet besteht zu einem großen Teil aus Wasserflächen, die durch Auskiesung entstanden sind und ursprünglich eine Tiefe von mehr als 15 m aufwiesen. Da solch tiefe Gewässer von vielen Vögeln eher gemieden werden, hat man sich entschlossen, die Teiche bis auf eine Tiefe von zwei bis drei Metern aufzufüllen, Flachwasserzonen zu schaffen und kleine Inseln aufzuschütten. Die zu beobachtende Vogelvielfalt zeigt, wie richtig diese Entscheidung war. Neben vielen Enten, Gänsen und Tauchern konnten auch Limikolen wie den Grünschenkel und den Flußregenpfeifer beobachtet werden.

Auf der anschließenden Runde durch das Naturschutzgebiet, das nur im Rahmen von Führungen betreten werden darf, zeigten die beiden Schutzgebietsbetreuer die Vielfalt und Schönheit der von Menschenhand entstandenen Auenlandschaft, die an zwei Stellen mit der Weser verbunden ist und so von der natürlichen Flußdynamik profitiert. Auf dem Gelände des ehemaligen Kieswerkes sind nach dem Rückbau der technischen Einrichtungen vielfältige Lebensräume von dauerfeuchtem Grünland bis zu Trockenrasenflächen entstanden, die teilweise durch den Einsatz von vierbeinigen Mähmaschinen, teilweise aber auch durch fleißige Helfer vom NABU gepflegt werden. Im hinteren Teil des Gebietes erklärte Jens Rösler, wie durch gezieltes Flächenmanagement versucht wird, dem Wachtelkönig, der hier schon mit mehr als zehn rufenden Männchen kartiert wurde, sein Königreich zu erhalten. Leider war er bei dem Besuch der Langenhagener Gruppe nicht zu vernehmen, was aber bei einem dämmerungsaktiven Vogel auch nicht weiter erstaunt.

Nach vielen weiteren spannenden Beobachtungen kehrten die Gruppe nach fast drei Stunden zum Ausgangspunkt zurück; natürlich nicht, ohne vorher noch ausführlich das Fischadlerpaar mit seinen drei Küken zu beobachten. Die Gruppe hatte während des Vormittags viele verschiedene Pflanzen und über 50 Vogelarten gesehen (und gehört). Auch die blauflügelige Ödlandschrecke gab sich die Ehre, ein Insekt, welches in unserer aufgeräumten Landschaft nur noch sehr selten anzutreffen ist.



(Text und Bild: Gunter Halle)
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3 Kommentare
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Werner Szramka aus Lehrte | 17.06.2015 | 15:05  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 19.06.2015 | 12:40  
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Klaus Anton aus Burgwedel | 09.07.2015 | 12:52  
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