SPIEGEL-Leser wissen (wirklich) mehr?

Offener Brief an die SPIEGEL-Redaktion


"Dank seiner großen, hochqualifizierten Redaktion veröffentlicht der SPIEGEL – anders als die meisten Tageszeitungen und weniger aufwendig arbeitende Zeitschriften – fast ausschließlich selbstrecherchierte, exklusive Beiträge. Nicht zuletzt dieser Tatsache ist auch zuzuschreiben, dass der SPIEGEL nicht nur das meistzitierte deutsche Medium ist, sondern auch eine relevante Informationsquelle für Journalisten."

So ist es auf Ihrer Internet-Seite unter dem Punkt "Die SPIEGEL-Redaktion" zu lesen.

Wie kann es denn sein, dass ein anerkanntes Nachrichtenmagazin, wie der SPIEGEL es zweifelsohne ist, derartige Lügen in seinem Artikel "Brennende Masten" verbreitet? Ist hier vielleicht doch nicht so umfassend recherchiert worden? SPIEGEL schreibt sich Pressefreiheit auf die Fahnen. Wie ist es um diese bestellt? Dürfen die SPIEGEL Journalisten nicht mehr ehrlich berichten oder wollen sie nicht mehr umfassend recherchieren?

Es werden die altbekannten Braunkohlestromlügen aufgetischt. Nein, bei den geplanten Stromtrassen von Nord nach Süd handelt es sich nicht um Windstromleitungen. Wo soll denn dieser herkommen? Schauen Sie sich bitte einmal folgende Karten im Vergleich an:

http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/...

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzausbau-v...

Alle vier geplanten HGÜ-Leitungen sollen in Kohlegebieten beginnen oder diese durchlaufen. Das Windstrommärchen hört sich schön an und wird uns seit Jahren weis zu machen versucht. Doch diese Trassen werden zum Kohlestromtransport gebaut. Die Kohlekraftwerke können nicht flexibel geregelt werden, deshalb werden diese Leitungen geplant. Stellen Sie sich einfach einen Kohle- und einen Gasgrill vor - welchen fahren Sie schneller rauf und runter? Dabei werden die Klimaziele der Bundesregierung völlig außer Acht gelassen. Ohne das sukzessive Abschalten der alten dreckigen Braunkohlekraftwerke wird es Deutschland unmöglich werden, CO2 einzusparen.

HGÜ = Kohlestromtrasse = Tod Klimaschutz und Energiewende

Welche Zeitung, welches Nachrichtenmagazin traut sich endlich, die Fakten ans Licht zu bringen? Wer spricht das Geschäftsmodell einmal an? Die Netzbetreiber gieren in ihrem nimmer satten Profitdenken nach einer Rendite von 9,05Prozent. Was bietet Ihre Bank? Diese Rendite ist nur mit der Investition verknüpft, nicht mit der Menge an durchgeleitetem Strom. Auch wenn keiner fließt, fließen satte Gewinne. Und das bei 0 Risiko zum vollen Bürgerschaden.

HGÜ = Profitgier = Melken des Bürgers bei garantiertem Gewinn

Belastbare Bedarfsrechnungen? Fehlanzeige! Entschädigungszahlungen für die Betroffenen? Fehlanzeige! Belastbare Studien zu gesundheitlichen Auswirkungen? Fehlanzeige! Mindestabstände? Fehlanzeige! Selbst Kindergärten und Krankenhäuser können überbaut werden.

Die Gesetzesvorlagen stammen aus der Feder der Netzbetreiber, ich hoffe nicht, dass Bundestagsabgeordnete von derart schlechten Träumen heimgesucht werden. Sobald auch nur eine HGÜ-Leitung gebaut wird, sind alle Anreize in Richtung ehrlicher Energiewende ad absurdum geführt, inklusive der Einhaltung der Klimaziele. Wer investiert dann noch in Speicher, Wind- und Sonnenenergie, neue Innovationen verbunden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze, denkt an Energiesparen?

Dass Sigmar Gabriel als Retter dieses Projekts tituliert wird, ist ein Affront gegen alle deutschen Bürger.

Die Masten sollen so hoch sein wie die bestehenden? Es handelt sich um Gleich-, nicht Wechselspannung, diese Masten werden 80m hoch sein, bei einem Abstand von 300-400m. Die Konverter am Anfang und Ende jeder Leitung verschlingen Flächen von je 7-10ha. Etwas mehr fachlicher Hintergrund ist vom SPIEGEL schon zu erwarten.

Das sind die Fakten, alles andere ist unsachlicher, unrecherchierter, einseitiger Journalismus.

Um dem Fass die Krone aufzusetzen, werden Menschen als probehalber Strommastattrappen anzündende Wutbürger - perfide Unterstellung? -, welche die Energiewende gefährden, dargestellt. Da darf der Verzweiflungsausruf "Sollten die Bagger kommen, werden Steine fliegen", natürlich nicht fehlen. Doch zu kurz gedacht. Es handelt sich nicht um hinterwäldlerische Wutbürger, sondern um die Öffentlichkeit aufweckende Mutbürger, welche in sachlich geführten Energiedialogen mit Ilse Aigner über die Notwendigkeit und Alternativen der Stromtrassen im Rahmen der Energiewende diskutiert haben. Das selbst hat die bayrische Energieministerin mehrfach betont.

Ich bitte Sie eindrücklich um eine schriftliche Stellungnahme und Korrektur Ihres auf Lügen basierenden Artikels. Wie können denn SPIEGEL-Leser mehr wissen, wenn sie sogar von einem renommierten Nachrichtenmagazin für dumm verkauft werden?

Mit freundlichen Grüßen,
Inge Hofgärtner
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8 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 22.02.2015 | 21:16  
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Knippsi Knippsilein aus Ellgau | 22.02.2015 | 23:49  
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Knippsi Knippsilein aus Ellgau | 22.02.2015 | 23:49  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 23.02.2015 | 00:20  
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Peregrino, der Wanderer aus Heilsbronn | 23.02.2015 | 20:28  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 25.02.2015 | 17:31  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.02.2015 | 01:20  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.02.2015 | 01:22  
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