Leckeres aus der Knolle und ganz viel alte Handwerkskunst beim Kartoffelfest im Hufschmiedemuseum Helstorf
Neustadt am Rübenberge: Hufschmiedemuseum Helstorf | Am 19. September wurde in Helstorf das traditionelle Kartoffelfest gefeiert. Rund um das Hufschmiedemuseum duftete es schon von Weitem nach leckeren Kartoffelpuffern und Bratkartoffeln und die langen Schlangen bei den köstlichen Spezialitäten sprachen für sich. Nach einer ausgiebigen Stärkung konnten die Besucher gemütlich über den Kunsthandwerkermarkt schlendern und sich mit hübschen Kränzen oder Blumensträußen schon einmal den Herbst ins Haus holen. Gemütliche, bunte, handgestrickte Socken und Kinderspielzeug, wie Stoffgemüse für den Kaufmannsladen, haben mir auf diesem Markt besonders gut gefallen. Am Imkerstand gab es neben Linden- oder Heidehonig gleich noch etwas Bienenkunde kostenlos für interessierte Zuhörer dazu. Wussten Sie schon, dass die Waben der Dronenbrut größer sind als die der Arbeiterbienen? Was für hervorragende Bauingenieure und Architekten die Bienen sind, ließ sich anhand der mitgebrachten Bienenwaben nachvollziehen. Eine starke Leistung der rund 40.000 Bienen eines Volkes.
Für die jüngsten Besucher gab es ein buntes Rahmenprogramm. An einer alten Kartoffelsortiermaschine konnten sie sich mächtig ins Zeug legen, kräftig kurbeln und die Kartoffeln nach Größe sortieren. Dosen werfen, Stelzenlauf und das beliebte Kinderschminken machten den Kleinen auch eine Menge Spaß. Wer Lust hatte, konnte mit dem Trecker eine Runde durch das Dorf drehen.
Im Hufschmiedemuseum gab es vieles aus Uromas Zeiten zu bestaunen. In der Schusterwerkstatt, Küche, Maler- und Uhrmacherwerkstatt sind viele alte Gerätschaften ausgestellt. An den Webstühlen und Spinnrädern in der Museumsscheune wurde den Besuchern das alte Handwerk gezeigt. Warm wurde es den Kindern, die dem Schmied in der alten Schmiede nicht nur über die Schulter schauten, sondern auch tatkräftig mithalfen, aus den Eisenrohlingen z.B. ein Hufeisen zu schmieden und den schweren Schmiedehammer schwangen. War die Form des Hufeisens geschmiedet, wurde noch ein Stopper an die Spitze des Eisens geschlagen, damit das Pferd nicht aus den Puschen rutscht. Dabei konnte den Helfern ganz schön warm werden. Das Eisen im Feuer hat eine Temperatur von ca. 1000 Grad Celsius. Nun noch die Löcher für die Hufnägel mit kräftigen Schlägen auf den Hammer andeuten, das Eisen abtrennen, bürsten und in zischendem kalten Wasser abkühlen: Fertig! Nach ca. 20 Minuten wurde aus einem Stück Eisen ein Hufeisen. Wer gesehen hat, wieviel Arbeit und Kraft für das Schmieden nötig ist, weiß das Produkt dieser Arbeit sicher zu schätzen. Zur Belohnung durften die Helfer das fertige Hufeisen gegen eine kleine Spende mit nach Hause nehmen. Mit so viel Glück kann ja nichts mehr schief gehen!
Vielen Dank an die Helfer beim Kartoffelfest und die Mitglieder des Heimat- und Museumsvereines Helstorf e.V. für diesen schönen Tag!
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