DIE REDE DES KÖNIGS (The King's Speech) - 09.02.2015

(Foto: Armin Zeppenfeld/Kempf Theatergastspiele)
 
(Foto: Armin Zeppenfeld/Kempf Theatergastspiele)
Neustadt am Rübenberge: Aula des Gymnasium Neustadt | Schauspiel von David Seidler mit Götz Otto, Steffen Wink, Daniela Kiefer u.a.

Es ist ein persönliches Drama, durch das neue Massenmedium Radio tausendfach verstärkt: Das Wembley Stadion im Jahre 1925, Albert, Herzog von York, zweitgeborener Sohn des britischen Königs, steht vor einem Mikrofon und soll die Abschlussrede der Empire-Ausstellung halten. Per Radio wird diese live um den Globus übertragen. Alberts Kopf wird puterrot, die Worte bringen ihn fast zum Platzen, aber er bringt nichts heraus. Er stottert, schweigt. Jeder Redeversuch wird schlimmer. Die Peinlichkeit ist unerträglich. Albert Herzog von York ist Stotterer.

Und doch wird er 14 Jahre später The King’s Speech halten, als er vor das Mikrofon tritt, um den Bürgern des Britischen Empires mitzuteilen, dass Großbritannien Deutschland den Krieg erklärt. Zu diesem Zeitpunkt ist aus Bertie, wie er im Kreise seiner Familie gerufen wird, King George VI. geworden, nachdem sein Vater verstorben und sein älterer Bruder David abgedankt ist, um die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson zu heiraten.

Ausgezeichnet mit dem 1. Inthega-Preis “Die Neuberin” (2013)


Das Schicksal des Prinzen Albert ist, genau zu der Zeit König zu werden, als es nicht mehr ausreicht, dem Volk zuzuwinken und auf Fotos imposant auszusehen. Das Radio bringt den Monarchen in jedes Haus, und die Stimme des Königs spricht in Echtzeit zu seinen Untertanen, da die Technik es noch nicht erlaubt, die Reden zeitversendet und geschnitten zu senden. Kein britischer König vorher oder nachher war gezwungen, all seine Ansprachen live übertragen zu lassen. Für einen Stotterer eine wahrlich bittere Ironie des Schicksals.

Um es mit den Worten des Herzogs zu sagen: „Alles, was ein König früher machen musste, war respektabel auszusehen und nicht vom Pferd zu fallen“. Nun ist es an ihm, seinem Volk Kraft, Mut und Vertrauen zu geben.

Bis er für The King’s Speech allerdings bereit ist, muss der König durch das Fegefeuer einer ganz besonderen Sprachtherapie gehen. Da bisherige Versuche der Sprachkorrektur fehlgeschlagen sind, greift seine liebevolle Gattin Elizabeth, die spätere Queen Mum, zu einer unkonventionellen Methode in Form des australischen Sprechtrainers Lionel Logue. Durch seine provozierende Art lockt er den König systematisch aus der Reserve. Wie eine umgedrehte Form von „My Fair Lady“ bzw. „Pygmalion“ muss hier der Therapeut seinen Patienten zum Fluchen bringen, um dessen innere Blockaden zu lösen und seine Stimme zu befreien.

Dieses Stück ist auch die Geschichte eines Mannes, der schließlich durch eine Freundschaft erkennt, dass er nicht in seinem Schicksal gefangen ist sondern sich selbst verändern kann.

Eine Produktion der Kempf Theatergastspiele GmbH

Regie: Helmuth Fuschl
Bühnenbild: Thomas Pekny
Kostüme: Gabriele Schumacher

mit Götz Otto (James Bond - Der Morgen stirbt nie), Steffen Wink (Der Bergdoktor), Daniela Kiefer, Mona Perfler, Christian Claaszen, Harald P. Wieczorek und Jens Hajek

Karten ab 24,- EUR für die Vorstellung am 09.02.2015 um 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Neustadt (Gaußstraße, Neustadt) sind im Online-Shop www.tkk-neustadt.de, in der Vorverkaufsstelle (Marktstraße 34, Neustadt), telefonisch unter 05032-61799 und an der Abendkasse erhältlich.
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