Einblicke in den Jugendarrest

Neustadt: JA | Die aktiven Schöffen, besonders Jugendschöffen, sahen sich heute hinter den Toren der Jugendanstalt in Neustadt um: Hier soll den jungen Straftätern zwischen 14-22 Jahren eine Lektion erteilt werden.
Sie waren überwiegend bei Diebstählen oder Raub aktiv und sollen hier, durch eine kurze Haftstrafe von einem Tag bis zu maximal vier Wochen, ein Bewusstsein dafür erlangen.
Vielen fehlt es zuhause an einer guten Erziehung, doch hier gibt es feste Regeln.

Morgens um sieben Uhr wird einmalig geweckt, waschen und Zähneputzen sind Pflicht ! Wer das geschafft hat, darf nach einer halben Stunde am Frühstück teilnehmen.
Nachdem die Zellen gesäubert wurden, kann man sich mit anderen im Gemeinschaftsraum treffen, bis um 11.15 h das Mittagessen stattfindet. Jetzt ist Zeit für ein Mittagschläfchen und Nachmittags gibt es Gruppengespräche zu unterschiedlichen Themen mit Sozialarbeitern, Lehrern, Pastoren oder auch Studenten. Um 17.00 h folgt das Abendessen, um 20.00 h ist Nachtruhe angesagt und gegen 22.00 h wird die Fackel gelöscht, alles Dunkel !

Den Luxus von Fernsehen, Internet, Telefon und Besuch kennt man hier nicht.
Die kleinen Zellen mit Einzelbetten sind spärlich eingerichtet. Doch einige würden gern bleiben, sie haben ein Dach über´m Kopf, es ist warm und Essen gibt es hier auch. Dies ist ein trauriger Anblick von jungen Erwachsenen, die keine Perspektive haben.
Für die Insassen herrscht Hygienezwang und wer mit Drogen entdeckt wird, bekommt drei Tage Zellenarrest, wer gewalttätig auffällt, erhält die Absonderungszelle. Klare Regeln, die eingehalten werden müssen !
Dies hört sich alles sehr streng an, ist aber erst als Warnung vor dem richtigen Gefängnis zu sehen. Sachbeschädigung, Diebstall oder Hausfriedensbruch sind kein Spaß, das wird hier jetzt verstanden und hoffentlich umgesetzt !

Die Jugendlichen dürfen trotzdem zur Schule oder Arbeit gehen, um keinen Abbruch in ihrer Laufbahn zu bekommen, strenge Regeln müssen aber auch dabei eingehalten werden.
Hier gibt es Jährlich 1000 Inhaftierte und die spektakuläre Flucht im Koffer einer entlassenen Freundin ist vermutlich einzigartig.

Wir Schöffen wollen Euch nicht auf der Bank vor uns sehen, lieber würden wir „arbeitslos“ bleiben !

Morgen geht die Reise weiter, die JA Hameln-Tündern steht auf dem Programm. Bis dann !
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