LSV Schwabmünchen – Faszination Fliegen
Die Sonne strahlte vom Himmel und durchbrach die weißen Wolken, welche am Fenster langsam vorbei zogen. Ein Blick auf die Erde ließ die winzig klein wirkenden Häuser, Wälder, Felder und Flüsse unwirklich, fast wie eine Modeleisenbahnlandschaft erscheinen. Das Flugzeug segelte mit Hilfe des knatternden Motors dem Horizont entgegen und bei der Sicht auf die unendliche Ferne, machte sich ein Gefühl von Freiheit breit.
Vergangenen November war ich im Auto unterwegs zum Schwabmünchener Flughafen und voller Vorfreude auf die Gelegenheit, Kathrin Lincke, eine Fluglehrerin des LSV Schwabmünchen, auf einem Rundflug zu begleiten. Als ich ankam wurde ich von einem groß gewachsenem, älterem Mann freundlich begrüßt, welcher mir mitteilte, dass ich mich wenige Minuten gedulden müsse bis zum Start, da Frau Lincke mit dem Motorsegler auf dem Weg über die Graspiste zum Startplatz in einem Loch stecken geblieben sei. Doch der besagte Herr, der wie sich später rausstellte die Prüfungen der Flugschüler abnimmt, half mir die Zeit zu überbrücken indem er mich über den Verein informierte. Er erzählte mir, dass sechs Fluglehrer die Schüler auf dem Segelflieger G109 unterrichten und zu den 115 aktiven und passiven Mitgliedern des Luftsportverein Schwabmünchens zählen. Außerdem sind viele Jugendliche unter den Mitgliedern, die am Flugbetrieb teilnehmen, welcher meist am Wochenende stattfindet. Für die jungen Flugschüler wird jedes Jahr im Sommer ein sogenanntes „Fluglager“ veranstaltet. Hierbei haben sie die Möglichkeit ein Wochenende lang mit Flugstunden und Übernachtungen zu verbringen. Im späteren Gespräch mit Kathrin Lincke sprach sie von den großen Fortschritten der Schüler, dank dieser Veranstaltung. Als ich ihr kurz darauf persönlich entgegen trat, begrüßte sie mich freundlich und ich wurde für den Rundflug eingewiesen. Nachdem ich über den Flügel des Motorseglers auf den Sitz geklettert war, mich fest geschnallt hatte, die für Kommunikation vorgesehenen Kopfhörer mit Micro aufgesetzt hatte, wurde mir erklärt, wozu all die Instrumente und Hebel im Cockpit dienen. Schließlich war ich sehr darauf bedacht nichts zu berühren und saß angespannt im engen Flieger. Wenig später rasten wir die Graspiste entlang und wurden in die Sitze gedrückt, solang bis wir auf Höhe der Wolken schwebten. Dort oben erwartete mich ein atemberaubender Blick über Schwabegg und Schwabmünchen, der mich alles andere vergessen ließ und die totale Entspannung herbei führte. Frau Lincke fragte mich rücksichtsvoll, ob mir übel wäre und sagte, dass sie wenige Kurven fliegen werde, um eine eventuelle Übelkeit zu vermeiden. Doch davon war keine Spur, denn ich war damit beschäftigt, die Kirche, Schule von Schwabmünchen und vieles mehr zu fotografieren. Die Pilotin flog mich zu den besten Motiven für Fotos und erzählte mir zahlreiche Informationen zu den vor uns liegenden Orten. Nachdem wir eine geraume Zeit geflogen waren, bat Kathrin Lincke per Funk um Landeerlaubnis und der Flughafen wurde immer größer und kam näher. Wieder auf der Erde angelangt fühlte ich mich dankbar für dieses Erlebnis. Anschließen sprach ich mit Mitgliedern des Vereins und mir wurden sogar die vielen Flugzeuge gezeigt. Ein älterer Herr führte mich durch die Halle in der vor allem private Flugzeuge eingestellt sind und präsentierte mir stolz Flieger wie den Specht, ein in den 50er Jahren gebautes bayrisches Flugzeug. Des Weiteren erzählte er von einer Veranstaltung, die jedes Jahr seit mittlerweile 30 Jahren im Sommer statt findet. An diesem Tag dürfen körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen kostenlos einen kleinen Rundflug machen. Die Kosten für diese Veranstaltung tragen der LSV Schwabmünchen und das Rote Kreuz, außerdem beteiligen sich die Feuerwehr, der Lionsclub und die Blaskapelle Schwabegg. So überrascht es nicht, dass sie dafür die Auszeichnung Silberdistel erhalten haben.
Der LSV Schwabmünchen, der 1952 gegründet wurde und sich seit 1970 in Schwabegg befindet, ist also ein sozial engagierter Verein, der nicht nur das Fliegen lehrt. Ich persönlich bin nun sehr vom Fliegen fasziniert und würde solch eine Chance jederzeit wieder ergreifen.




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