Die Kampfkunst Jiu Jitsu in Steppach "There´s no better way to fly"

Technikworkshop 2015
 
Daniel Miller (vorne rechts) mit Prüfungspartnern und Lehrer Tobias Vandrey nach bestandener Schwarzgurtprüfung 2015 in Aurich
Es gibt keine besser Art zu fliegen – Die Kampfkunst Jiu Jitsu im TSV Steppach
„Mokuso!“ – alle schließen die Augen und konzentrieren sich. Auf der einen Seite sitzen aufgereiht Schüler in weißen Anzügen mit unterschiedlichen Gürtelfarben, ihnen gegenüber Lehrer Tobias Vandrey, 3. Dan. Nach einer Minute ruft dieser: „Mokuso Yame!“ und alle öffnen ihre Augen wieder – das Training kann beginnen!

Vor nunmehr knapp 10 Jahren etablierte Tobias Vandrey (1. Abteilungsleiter) die japanische Kampfkunst Jiu Jitsu im TSV Steppach. Diese „Sanfte Kunst“ (jap.) wurde im 16. Jahrhundert von den Samurai, den Kriegern Japans entwickelt und wird seither ständig verbessert und erweitert, während sie gleichzeitig ihren Wurzeln treu bleibt. Daher die traditionelle japanische Trainingskleidung, die formelle Begrüßung, eine Verneigung vor der Matte beim Betreten und vor seinem Partner, bevor man miteinander zu üben beginnt. Jiu Jitsu vereint Hebeltechniken (Manipulation von Gelenken), Würfe, Schlag- und Tritttechniken und wird vor verschiedenen Hintergründen trainiert – Selbstverteidigung, Show oder Turnierkampf.

Mit einem „RUMS“ landet ein älterer Schüler auf der Matte. Sein Partner steht grinsend darüber, hilft ihm wieder auf. „Nicht schlecht, arbeite noch etwas mehr hier an dieser Drehung“, kommentiert der Trainer. Einen Moment später segelt der Schüler erneut durch die Luft. „RUMS!“ „Genau so!“

Jeden Freitag, jeden Samstag und jeden Montag finden die Trainingseinheiten statt, nur sechs Jahre alt ist das jüngste Mitglied, über fünfzig das älteste. Das gemeinsame Training erfordert großes Vertrauen der Schüler untereinander, denn jeder ist für seinen Trainingspartner verantwortlich. Dass das den Zusammenhalt stärkt, wird auch auf den vielen mehrtägigen Lehrgängen und Seminaren deutlich, die die Mitglieder der rasch wachsenden Abteilung mehrmals im Jahr besuchen. Wenn ein hochkarätiger Lehrer, wie etwa Dan Inosanto aus Kalifornien, der das Vermächtnis Bruce Lees weiterführt, ein Seminar in Deutschland abhält, sind auch 800 Kilometer ein vertretbarer Preis. Allein in diesem Jahr stehen schon knapp 4500 Kilometer auf dem Lehrgangstacho, von Ravensburg bis an die Ostsee – und überall trifft man andere begeisterte Kampfsportler, inzwischen auch viele alte Bekannte, die aus den verschiedensten Ecken Deutschlands kommen, um beim gleichen Lehrer zu trainieren.

Ein großes Dojo in Ostfriesland. Über hundert Zuschauer, trotzdem ist es still. Ein Tisch steht auf der Trainingsmatte, dahinter zwei Großmeister, einer davon aus Polen. Er hat seine Übersetzerin mitgebracht.
„Mein Name ist Daniel Miller, mein Meister ist Tobias Vandrey und ich repräsentiere den Turn- und Sportverein Steppach. Meine Prüfungspartner sind Samuel, Daniel und Nina. Ich stelle mich heute der Prüfung zum ersten Dan Jiu Jitsu. Mit Ihrer Erlaubnis möchte ich nun die Prüfung beginnen.“
Das harte und ausdauernde Training trägt Früchte. Mehrmals im Jahr finden abteilungsinterne Gürtelprüfungen statt, in denen sich die Schüler für den jeweils nächsthöheren Schülergrad bewerben können. Geht es dagegen um einen Meistergrad, eine Schwarzgurtprüfung, findet die
Prüfung vor einem externen und in vielen Fällen internationalen Komitee von Großmeistern auf dem alljährlichen Superseminar in Aurich (Ostfriesland) statt. Im letzten Jahr konnte Daniel Miller, Jugendtrainer und zweiter Abteilungsleiter, dort sein Können unter Beweis stellen. Er schloss damit als erster Steppacher Schüler nach 6 Jahren intensiven Trainings die Ausbildung vom Schüler zum Meister mit einer Prüfung zum ersten Dan Jiu Jitsu in der Tao Schule Aurich ab.
Dieses Jahr feierte eben diese Schule das zehnjährige Bestehen des Superseminars in Form einer Kampfkunstgala in der Stadthalle Aurich, auf der selbstverständlich auch der TSV Steppach vertreten war: In einer extravaganten Show zeigten Daniel Miller und Nina Rittweg eine Verschmelzung aus Rumba und Jiu Jitsu, die das Publikum begeisterte und sogar zu einer namentlichen Erwähnung in der Ostfrieslandzeitung führte.

Die Lehrer Tobias Vandrey und Daniel Miller betreiben die Kampfkunst jedoch nicht nur um ihrer selbst oder der Show willen. Für sie ist Kampfkunst Medium der Persönlichkeitsentwicklung und Grundlage gelebter (in heutiger Zeit leider oft vermisster) Zivilcourage. Beide engagieren sich im Raum Augsburg in Persönlichkeits-Workshops und Selbstverteidigungskursen und werden mehrmals im Jahr als Referenten für nationale und internationale Fachseminare angefragt.

„Schluss für heute. Mokuso!“ – Alle haben sich wieder in Reih und Glied aufgereiht, sitzen im Seiza und schließen die Augen. Zu unterscheiden ist das Bild vom Anfang der Stunde nur durch die inzwischen verschwitzten Anzüge. „Mokuso Yame!“ Das Training ist beendet, schwatzend und lachend werden die Matten abgebaut.

“Wer hat Hunger, wer kommt noch mit zum Essen?“ Was für eine Frage…!

weitere Informationen auf www.tsv-steppech.de Abteilung Jiu Jitsu

Trailer der Jiu Jitsu Abteilung:
https://www.youtube.com/watch?v=Mv9SHDfbwmc
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 02.07.2016
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