An die Weltspitze getanzt - Bundesverdienstkreuz für Rudolf Trautz

Gratulierte zur Auszeichnung: Der Neusässer Bürgermeister Hansjörg Durz (links) mit Rudolf und Martina Trautz.

Er ist der erfolgreichste Tänzer Deutschlands aller Zeiten: Rudolf Trautz ertanzte sich vier Mal in Folge den Weltmeistertitel aller Klassen, wurde acht Mal Europameister und 21 Mal Deutscher Meister. Eine beeindruckende Bilanz, zu der sich zahlreiche Verdienste um den Tanzsport auch außerhalb seiner Profikarriere gesellen. Dafür überreichte ihm Ministerialdirektor Walter Schön das Bundesverdienstkreuz.

Als den „Beckenbauer“ des Tanzsports bezeichnet ihn seine Frau Martina. Denn weltweit ist Rudolf Trautz, der seit über 25 Jahren in Neusäß lebt, in der Tanzszene ein Begriff. Mit seinen Erfolgen erwarb er dem deutschen Tanzsport einen hervorragenden Ruf. Er engagierte sich in verschiedenen Ämtern, ist als Juror bei namhaften Turnieren tätig und Vizepräsident des Deutschen Professional-Tanzsportverbands (DPV) und des Welt-Tanzsportverbands (WDC).

Ursprünglich wollte Trautz eigentlich Schauspieler werden. Dabei verbindet er die Begeisterung für das Künstlerische mit seinem Vater, der Opernsänger war. Doch eine Schauspiel-ausbildung nach dem Krieg lag für Trautz nicht im Bereich des Möglichen. Stattdessen entdeckte er bei einem Tanzkurs in seiner Schule die Begeisterung für den Tanz. „Ich habe sofort gemerkt, das will ich machen“, blickt er zurück. Die Folge war, dass alles was er danach angepackt hat nur dem einen Ziel untergeordnet war: zu tanzen. Das Ergebnis war eine beispiellose Karriere.

Ende der 60er Jahre kam Trautz im Rahmen des Margaritenballs nach Augsburg, wo er eine Showeinlage auf das Parkett legte. Dort kam er mit Franz Benkhard ins Gespräch, wobei er erfuhr, dass dieser seine Tanzschule abgeben wollte. 1971 übernahm Trautz schließlich die Tanzschule, die er bis heute führt. Zahlreichen Jugendlichen und Erwachsenen brachte er seitdem unter anderem den Cha-Cha-Cha, Walzer und Tango bei. Darüber hinaus bietet er im Rahmen des Tanzkurses für die Jugendlichen an einem Sonntag ein Um-gangsformenseminar auf freiwilliger Basis an. Dies wird zu „80 Prozent“ angenommen, freut er sich.

Die Liebe zum Tanzsport hat er auf seine Tochter Nina übertragen, die als Profitänzerin unterwegs und gerade dabei ist, sich in der Tanzwelt zu behaupten.

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