Schulvermeidung – Schulangst: Was können Eltern und Lehrer dagegen tun?

Neusäß: Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß |

Elternbeirat am Justus-von-Liebig-Gymnasium veranstaltete Vortragsabend mit Herrn Salih Tanca, Oberarzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Josefinum


Nicht erst seit Einführung des G8 führt bei nicht wenigen Gymnasiasten eine latente bis gravierende Schulangst dazu, der Schule zeitweilig bis dauerhaft fern zu bleiben.

Zahlreiche Eltern und Lehrer am Justus-von-Liebig-Gymnasium nutzten am 1. April die Gelegenheit, von Herrn Salih Tanca, Oberarzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Josefinum, zu erfahren, wie Schulvermeidung definiert wird, wie sie sich bei Kindern und Jugendlichen auswirkt und welche Gegenmaßnahmen greifen.

Dem Elternbeirat am Neusäßer Gymnasium ist es ein besonderes Anliegen, dass das Augenmerk in der schulischen Ausbildung nicht nur auf die Leistungserbringung der Schülerinnen und Schüler gerichtet wird. Vielmehr will er zu einem Schulklima beitragen, das Kindern und Jugendlichen ermöglicht, zu selbstbewussten und empathischen Erwachsenen heranzureifen. Dafür ist es notwendig, sich den Problemen des Schulalltags in ihrer ganzen Tragweite zu stellen und sowohl gruppenspezifische (z.B. Mobbing) als auch individuelle Auslöser (z.B. Überforderung) von Schulangst zu identifizieren.
Die Ursachenermittlung für Schulangst, Trennungsangst bis hin zum Schule schwänzen erfordere, so die Elternbeirätin Frau Dr. Frühwald, ein hohes Maß an Engagement seitens der Eltern sowie der Lehrer. Besonders wichtig sei die Kommunikation aller Beteiligten; jedoch scheuten sich Eltern häufig, über das Problem zu sprechen, ihre Kinder und Jugendlichen mit diesem zu konfrontieren und sich vertrauensvoll an Schule, Ärzte oder Jugendamt zu wenden.

Vor einer möglichen ambulanten oder stationären Diagnostik und Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die bei Suizidalität obligatorisch ist, rät Herr Tanca, erst die pädagogischen Mittel auszuschöpfen, indem

1. bei Bauch– und Kopfschmerzen das Daheimbleiben nicht mit Fernsehen,
Playstation etc. zu bequem gemacht wird

2. ein Arztbesuch auch am Nachmittag nach der Schule erfolgen kann

3. man dem Kind verspricht, dass man es, falls es ihm in der Schule nicht besser
gehe, nach einem Anruf aus dem Schulsekretariat früher abholen würde

4. niemals vor dem Schüler über Lehrerinnen und Lehrer geschimpft wird

5. Gespräche mit Lehrern, Beratungslehrern und Schulpsychologen geführt
werden.

„Ich bin sehr froh“, so die Elternbeiratsvorsitzende, Bettina Lenz, „dass an unserer Schule vieles von dem, was Herr Tanca vorschlägt, bereits realisiert wird. Besonders das „Anti-Mobbing-Konzept“ unter der Leitung der Lehrerin, Frau Mössinger, geht in die absolut richtige Richtung. Wir Eltern werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass möglichst jeder Schüler und jede Schülerin in seiner/ihrer individuellen Entwicklung ernst genommen wird.“


Maria Liegert (Elternbeirätin am Justus-von-Liebig-Gymnasium/ zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
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