Alternative Behandlungsmethoden bei ADHS? Studie in Neusäß durchgeführt

Neusäß: Peters Bow House |

Allein in Deutschland weisen knapp 10 Prozent der Kinder Symptome des Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (kurz ADHS) auf. Die Zahlen sind alarmierend: In nahe zu jeder Kindergartengruppe oder Schulklasse gibt es mindestens ein betroffenes Kind und die Tendenz ist leider weiter steigend.


Immer noch ist die gängigste Behandlungsform Ritalin, mit dem Wirkstoff Methylphenidat. Doch genauso steigend wie die Zahl der Betroffenen, ist auch die Zahl derer, die den Einsatz von Psychostimulanzien bei Jugendlichen kritisch sehen und den medikamentösen Einsatz zunehmend hinterfragen.

Marina Durner, Schülerin der Fachoberschule Neusäß (Sozialwesen) ging bei ihrer Seminararbeit der spannenden Frage nach, ob es alternative Behandlungsmöglichkeiten bei ADHS gibt. Im Sommer lud sie daher, zusammen mit Peter Michl, Jugendliche mit diagnostizierter ADHS-Erkrankung in Peters-Bow-House in die Gutenbergstraße 11 nach Neusäß ein, an einer Studie mitzumachen. Peter Michl stattete die Jugendlichen mit Pfeil und Bogen aus und gab den Bogenschieß-Neulingen erste Einweisungen. Mit Spannung wurde während des Trainings beobachtet und dokumentiert, wie sich das Bogenschießtraining auf das Verhalten der Jugendlichen auswirken würde.

Es braucht schon eine ruhige Hand, einen freien Kopf und einen festen Stand für einen gelungenen Schuss. Das ruhige Warten auf den richtigen Zeitpunkt eines guten Schusses bewies sich als eine hervorragende Übung und das Training zeigte bereits nach 4 Stunden sehr positive Erfolge. Gerade Kinder mit ADHS-Erkrankung haben es in der Gesellschaft ja häufig sehr schwer: Oft können sie sich nicht konzentrieren, wirken flatterhaft und zappelig. Gerade diesen Symptomen wirkt das Bogenschießtraining optimal entgegen. Über das Erlernen und Üben der Schießtechnik werden Probleme oder Defizite verarbeitet und buchstäblich los gelassen. Durch die konzentrierte An- und Entspannung können sich Schwierigkeiten relativieren und dadurch auch gelassener betrachtet werden.

Selbstverständlich war durch den begrenzten Beobachtungszeitraum noch keine dauerhafte Aussage darüber möglich, ob man bei längerer Übung die medikamentöse Behandlung reduzieren, bzw. sogar ganz ausschleichen kann. Aber die Studie ergab zweifelfrei eine sehr positive Veränderung des Verhaltens der Schüler und gibt daher allen Grund zur Hoffnung, das Bogenschießen den Leidensdruck der Betroffenen deutlich lindern kann. Denn gerade im Alltag ecken die Schüler gerade durch ihre Unruhe immer wieder an und stehen sich selbst im Weg, wenn es darum geht, eine Aufgabe zum Ende zu bringen. Dies bedeutet selbst für sehr gelassene Eltern und verständnisvolle Lehrer eine große Herausforderung, die einen schnell selbst an die persönlichen Grenzen bringen kann. Aber auch für sie gibt es gute Nachrichten: „Pfeil und Bogen“ ist eine ausgleichende Tätigkeit für „jung und alt“. Im Idealfall kann das Bogenschießen also gemeinsam in der Familie ausgeübt werden, wodurch auch dem Ursprung, dem Defizit in der Aufmerksamkeit, positiv entgegen gewirkt werden kann. Es trifft also „voll ins Schwarze“.

Die Seminararbeit liegt ab Januar 2015 in Peters Bow House in der Gutenbergstraße 11 in 86356 Neusäß zur Einsicht aus. Infos zum Bogenschießen, Öffnungszeiten und weitere Details finden Sie unter www.peters-bow-house.de
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