Zum 125-jährigen Todestag von Ludwig den II. räumte Frau Dr. Martha Schad in Neusäß mit Vorurteilen und reißerischen Thesen auf.
Neusäß: Begegnungsstätte St. Ägidius | Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 50jähren Bestehen des Ortsverbandes CSU Neusäß lud der Ortsvorsitzende Richard Greiner zum Informationsabend über König Ludwig II. ein. Frau Dr. Schad begann ihre Reise durch die Geschichte mit der Geburt Ludwigs und war damit schon bei der ersten Kontroverse, dass Ludwig nicht der Sohn von Max II und seiner Gattin Marie sei. Trotz anderslautenden Berichten, wie z.B. in der Süddeutschen – Max der II. sei zeugungsunfähig, sprechen die Fakten eine ganz andere Sprache; handgeschriebene Briefe von Marie an ihren Vater zum Beispiel.
Oft stellt man Ludwig den II. auch als Träumer und Phantasten dar, allerdings sprechen die ca. 100.000 von ihm eigenhändig signierten Unterlagen in seiner 22jährigen Regierungszeit für sich, er kam seiner Aufsichtspflicht gegenüber dem Parlament sicherlich nach.
Bereits mit 17 Jahren studierte Ludwig an der Universität Physik und Chemie, interessierte sich zeitlebens sehr für Technik und war überzeugt, dass der Mensch einmal fliegen kann. Damals wurde er als Phantast und Geistesgestörter abgestempelt. Fünf Jahre nach seinem Tod unternahm Lilienthal seine ersten Flugversuche! Auch seine großartigen Bauten sprechen für sein großes technisches Verständnis, so gab es dort Heißluftzentralheizung, einen Speisenaufzug oder in Schloß Linderhof das berühmte „Tischlein deck Dich“.
Seinen tragischen Tod wird man allerdings ohne Autopsie nicht mehr aufklären können, das bleibt wohl für immer ein Geheimnis.
Mit ihrem kurzweiligen Vortrag brachte die Historikerin Frau Dr. Martha Schad einen König in unsere Mitte, der wohl auch seine Schwächen hatte, aber auch immense Stärken. Einen Mann mit großer Bildung, der wahrscheinlich seiner Zeit weit voraus war.



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