Spendenaktion für syrischen Flüchtlinge auf dem Justus-von-Liebig-Gymnasium

  Neusäß: Justus-von-Liebig-Gymnasium | Die Spendenaktion für Syrien


„Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“ - Unter anderem mit diesem Zitat Bertolt Brechts versuchte die SMV die Schulgemeinschaft des Justus-von-Liebig Gymnasiums Neusäß in der Zeitspanne vom 10.02. bis zum 21.02.2014 zu Spenden für syrische Flüchtlingskinder zu bewegen. Plakate, Infostände, Broschüren und reichlich Durchsagen sollten auch dem letzten Schlafwandler die Augen öffnen und ihn auf die gemeinnützige Hilfsaktion und auf die Probleme Syriens aufmerksam machen. „Wir möchten durch die Aktion unsere Solidarität gegenüber den syrischen Flüchtlingen und Bürgern zeigen, sowohl symbolisch als auch finanziell“, so berichtet Schülersprecher Mahir Türkmen, „auf der anderen Seite haben wir versucht, eine Aufklärungsarbeit bei den Schülern zu betreiben, damit sie mitbekommen, dass noch viel Elend und Armut in diesem Land herrscht.“ Die Botschaft scheint angekommen zu sein. Innerhalb der Aktionstage erzielt die SMV zusammen mit der Schulgemeinschaft einen tauglichen Spendenbetrag durch unter anderem Los- und Kuchenverkäufe und großzügige Spenden von Schülern und Lehrern: 1750 Euro können am Ende der unicef-Hilfsorganisation für syrische Flüchtlingskinder überreicht werden.

Was passiert mit den Spenden?

Die Spenden kommen über die sogenannte „Supply Chain“ der unicef (dt. Lieferungskette) als Hilfsgüter in den bedürftigen Gebieten an, nachdem Hilfsprogramme und – mengen, sowie organisatorische Aspekte bestimmt und Qualitätskontrollen durchgeführt werden. Durch die Spenden werden in Flüchtlingscamps und Notunterkünften innerhalb Syriens und in den umliegenden Gebieten grundlegende Bedürfnisse erfüllt. So sollen vor allem die lebenswichtige Trinkwasserversorgung, die medizinische Grundversorgung und warme Kleidung und Decken, was aktuell zur kalten Jahreszeit unabdingbar ist, gewährleistet werden. Erste-Hilfe-Pakete und Hygienesets gehören ebenfalls zur Nothilfe. Desweiteren sollen die Flüchtlingskinder nicht komplett auf Bildung und Freizeit verzichten müssen: In provisorischen Schulen wird elementares Wissen gelehrt und die Kinder können an geschützten Spielorten die Gesellschaft Gleichaltriger erfahren und ein wenig dem tristen Alltag entgehen. Schon bei einer Spende von 20 Euro können 50 Schulhefte und Bleistifte finanziert werden. Ebenfalls erhalten die Kinder psychosoziale Hilfe, wo sie sich in Malgruppen und Gesprächsrunden untereinander austauschen und über ihre Ängste und Wünsche sprechen können.


„Wir sind Teil der Syrienfrage“

Die Scheckübergabe findet am letzten Aktionstag auf einer Abschlussveranstaltung in der Großen Aula der Schule statt, bei der zwei Studenten der unicef-Hochschulgruppe Augsburg und der 2. Vorsitzende der Assyrian Democratic Organization (ADO Europe) zu Gast sind und die Schulgemeinschaft über den weiteren Weg der Spenden und über die politische Situation in Syrien aufklären.
Im Eröffnungswort der Veranstaltung betont der stellvertretende Schulleiter Franz Weichselgärtner, dass wir „Teil der Syrienfrage“ sind und erwähnt den Notstandplan, bei dem im letzten Jahr im Bedarfsfall syrische Flüchtlinge in der Turnhalle des Gymnasiums aufgenommen werden sollten. Im weiteren Verlauf informiert Issa Hanna, Referent der ADO Europe, die jungen Zuhörer über die politische Lage Syriens und über die Perspektive der syrischen Zivilbevölkerung. Von „kaum vorstellbaren Grausamkeiten“ ist die Rede, von Massenmord und Entführung, und auch von Faktenmanipulation und Verharmlosung in den Medien. Und eine Lösung wird ausdrücklich gefordert: Das „neue Syrien“ soll ein demokratisches System vertreten, bei dem Gleichberechtigung und Förderung für jeden Menschen, egal welchen Geschlechts oder welcher Ethnie, gewährleistet sind... Und auch wenn dies noch weit entfernt scheint, so können und müssen auch wir unseren Beitrag dazu leisten.





Birsel Albayrak (Schülerzeitung d. JvL; Q11)
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 05.04.2014
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