Neusäß im Jubiläumsjahr und noch vieles mehr: Interview mit den Bürgermeistern des Jahres 2013 Richard Greiner und Hansjörg Durz

Hansjörg Durz (links) und Richard Greiner präsentieren die neue Chronik zum Stadtjubiläum 25 Jahre Stadt Neusäß (Foto: Stadt Neusäß)
 
Beim Spatenstich zum neuen Haus der Musik und Jugendkultur griff Hansjörg Durz zur Feier des Tages gerne selbst zur Trompete (Foto: Stadt Neusäß)
 
Hansjörg Durz: bis Oktober 1. Bürgermeister, nun MdB
 
Bürgermeister Richard Greiner (Foto: Werbeagentur Reuter GbR)
 
Vor dem Startschuss zum Citylauf 2013: Hansjörg Durz (rechts) im Interview mit Moderator Alexander Woldrich (Foto: Stadt Neusäß)
 
Amtsübergabe im Neusässer Rathaus: Am 9. Oktober 2013 übernimmt Richard Greiner (links) die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters von Hansjörg Durz (Foto: Stadt Neusäß)
mh bayern: Das Haus der Musik gilt als Meilenstein in der Neusässer Stadtmitteentwicklung. Wann soll es fertiggestellt werden und welche Schritte in Sachen Stadtmitteentwicklung gab es 2013 noch?

Richard Greiner: Ende September dieses Jahres erfolgte der Spatenstich und das das Vorhaben, das 6,8 Millionen Euro kosten wird, befindet sich nun im Rohbaustadium. Es wird eine hochattraktive neue Heimat für Neusässer Kulturschaffende und für die Jugendarbeit bieten und voraussichtlich im März/April 2015 bezugsfertig sein und das Entree ins neue Stadtzentrum bilden.

Auch für den Haltepunkt Neusäß wurden planerische Vorstellungen erarbeitet, deren Realisierung leider nicht in der alleinigen Macht der Stadt Neusäß steht, sondern von mehreren Faktoren abhängig ist. Um hier wenigstens in kleinen Schritten weiterzukommen, hat die Stadt mit der Bahn vor einiger Zeit eine Vereinbarung geschlossen, die es uns ermöglicht, wenigstens kleinste Pflegemaßnahmen im Bereich des Haltepunktes – eigentlich eine ureigene Aufgabe der Bahn – vorzunehmen. Im kommenden Jahr wird es nun zu Verbesserungen im Bereich der Unterführung kommen: Die Wände werden neu gestaltet und erhalten einen freundlichen Farbanstrich, das Geländer zur Hauptstraßendurchfahrt wird kindersicher hergestellt und es kommen Warnschilder für die durch den Tunnel fahrenden Radler hinzu, um die Unfallgefahr zu reduzieren. Die Arbeiten werden im Frühjahr umgesetzt, 35.000 Euro sind dafür eingeplant.

Ein Spatenstich erfolgte auch für den Neubau der Kindertagesstätte der evangelischen Emmaus-Gemeinde im Bereich Hauptstraße/Etzelstraße. Der Neubau soll nächstes Jahr fertiggestellt werden und dann wird der Kindergarten von der Gartenstraße in die Etzelstraße umsiedeln. Die Verlagerung des Kindergartens bietet mittelfristig die Chance, in unmittelbarer Rathausnähe die Stadtmitteentwicklung mit einem Neubauvorhaben zu unterstützen.

Außerdem hat der Kreistag nach intensiven Diskussionen beschlossen, dass der Neubau des Beruflichen Schulzentrums im Herbst 2014 oder spätestens im Frühjahr 2015 beginnen wird. Zum Schuljahr 2016/17 wird die Inbetriebnahme stattfinden und der Wechsel in das neue Gebäude nördlich des Schulzentrums plangemäß erfolgen. Damit kommt auch ein weiterer Baustein in unserer Stadtentwicklung voran, denn wir können dann den sehr zentralen Bereich, auf dem sich die Beruflichen Schulen jetzt noch befinden, zusammen mit dem Landkreis neu entwickeln – auch mit Entlastung für die Verkehrssituation im Alpenviertel.

mh bayern: Der Spatenstich für das neue Gewerbegebiet „Neusäß-Nord“ war im März. Auch auf unserem myheimat-Portal gab es dazu einen Artikel, den ein Gersthofer Stadtrat kommentierte. Seiner Meinung nach wird durch neue Gewerbegebiete die Landschaft verschandelt. Zudem seien sie unnötig, da die Bevölkerung nicht mehr weiter wachse und dadurch nur die Kreisumlage in die Höhe getrieben werde. Was sagen Sie zu diesen Kritikpunkten und wie ist der aktuelle Stand der Dinge in diesem Gewerbegebiet?

Richard Greiner: Es dürfte nicht viele Kommunen geben, die in ihrer Baupolitik so sensibel auf die Belange des Landschaftsschutzes achten, wie Neusäß. Grund für die Ausweisung neuer Gewerbeflächen waren Anfragen von in Neusäß ansässigen Betrieben nach Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeiten. Nachdem die Stadt zwei größere einheimische Unternehmen verloren hatte, weil keine adäquaten Flächen angeboten werden konnten und in einem Fall rund 90 Arbeitsplätze vor Ort verloren gingen, bestand hier unbedingt Handlungsbedarf. Jetzt können wir unsere Gewerbebetriebe und hochwertigen Arbeitsplätze langfristig am Standort Neusäß halten und auch den ein oder anderen neuen Betrieb hier ansiedeln. So konnte mit „Neusäß-Nord“ nach mehr als 20 Jahren wieder ein Gewerbegebiet in Neusäß erschlossen werden. Die ersten Betriebe haben hier schon mit ihrer Baumaßnahme begonnen und Stand heute wurden bereits sieben Gewerbegrundstücke veräußert.

mh bayern: Die Umgestaltung des Westheimer Ortszentrums ist im vollen Gange: Was konnte 2013 bereits umgesetzt werden und wie geht es nächstes Jahr weiter? Können sich auch die Westheimer mir Vorschlägen einbringen?

Richard Greiner: Die „Neue Mitte Westheim“ befindet sich noch nicht in der Realisierungsphase, wird aber durch vielfältige Planungen vorbereitet. Die Aufwertung dieses Ortsteilzentrums hat auch die Regierung von Schwaben für förderungswürdig befunden und mittlerweile in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen, wofür wir sehr dankbar sind. Nun müssen die einzelnen Arbeits- und Planungsschritte akribisch vorangebracht werden und im Zuge der Verfeinerung der Planungen werden selbstverständlich auch die Instrumente der Bürgerbeteiligung zur Anwendung kommen. Hier wäre zum Beispiel ein moderierter workshop ein geeignetes Mittel.

Für die nähere Zukunft lässt sich sagen, dass bereits im Haushalt 2014 für den Radweg entlang der Bahnlinie 200.000 Euro und im Investitionsplan 2015 425.000 Euro vorgesehen sind. Außerdem soll das Projekt „Park + Ride Anlage“ nach Klärung der Altlastenfrage auf dem Grundstück des ehemaligen Öllagers vorangebracht werden. Schon 2013 konnten die Planungen für den Bahnhofsvorplatz sowie die Unterquerung der Gleise mit einem Geh- und Radweg zur Dammstraße konkretisiert und in Grundzügen mit der Bahn abgestimmt werden. Den Bahnhofsvorplatz, der bereits aus dem Bahnareal herausgemessen wurde, wird die Stadt erwerben. Das Empfangsgebäude hingegen wurde bereits anderweitig von der Bahn an einen Investor verkauft, der die Sanierung des Gebäudes vertraglich zugesichert und mit Arbeiten im Gebäude begonnen hat. Nach unseren Informationen ist im Erdgeschoss Gastronomie, gegebenenfalls mit einer Gebäudeerweiterung, geplant.

mh bayern: Hinter Ihnen liegt ein Feierjahr: Neusäß wurde 25 Jahre alt. Was war Ihr persönlicher Höhepunkt der Festivitäten?

Richard Greiner: Das Stadtjubiläum wurde intensiv vorbereitet und es war schön zu sehen, wie sich mehr und mehr Bürger und Vereine beteiligen wollten, so dass immer neue Veranstaltungen ins Programm aufgenommen werden konnten.

Ich habe natürlich alle Veranstaltungen sehr gern besucht, vom zweiten Blumenschmuck- und Gartenwettbewerb über den ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel am Kobel, einzelne kunsthistorische Führungen, die unter dem Motto „Kunst in unserer Stadt“ stattfanden und ebenso die „LiteraTour“. Sehr schön war auch die „Aktionswoche“ im Alten Rathaus, in welcher sich die verschiedenen Organisationen vorgestellt haben, die im Alten Rathaus beheimatet sind, und die Ausstellung, bei der die vier Partnerstädte von Neusäß in eindrucksvollen Bildern und Fotos vorgestellt wurden und vieles andere mehr.

Besonders intensiv haben wir den Festakt in der Stadthalle, auf den Tag genau 25 Jahre nach der Stadterhebung am 10. Juni, vorbereitet und der Autor Peter Dempf hat eigens für diesen Festakt ein Stück geschrieben und inszeniert. Ein echter „Renner“ war auch der 1. Neusässer Citylauf für Laufbegeisterte jeglichen Alters und direkt im Anschluss an den Citylauf absolvierten viele Familien die erstmals so angebotene „Neusässer Erlebnistour“, trotz tropischer Temperaturen.

In musikalischer Hinsicht gab es zwei Höhepunkte: Im August besuchten rund 2.000 junge und jung gebliebene Neusässer das Open Air „Neusäß rockt“ am Bismarckturm. Ausgeklungen ist das Festjahr mit einem klassischen Konzert der Augsburger Domsingknaben. Dabei freut es mich ganz besonders, dass ich erreichen konnte, dass mein ehemaliger Lehrer, Domkapellmeister Reinhard Kammler, spontan zugesagt hat und für unser Jubiläum die Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium, die im Advent traditionell in der Hl.-Kreuz-Kirche in Augsburg stattfindet, diesmal in die St.-Ägidius-Kirche nach Neusäß verlegt hat.

Hansjörg Durz: Sehr schön fand ich, dass wir fast das ganze Jahr gefeiert haben und dadurch eine bunte Mischung mit vielen verschiedenen Veranstaltungen entstanden ist, so dass für jeden etwas dabei war. Ganz toll war auch, dass sich so viele Leute aus der Bevölkerung an unserem Jubiläum beteiligt haben. Eines der Highlights war für mich der Festakt. Denn unser Ziel war es hier, keinen üblichen Festakt mit vielen Reden zu gestalten, sondern etwas Besonderes auf die Bühne zu bringen. Dies ist mit dem Theaterstück von Peter Dempf super gelungen, was auch die positive Resonanz bewies. Denn das Stück kam so gut an, dass es eine Wiederholung gab.

mh bayern: Wo sehen Sie Neusäß in 25 Jahren?

Richard Greiner: In 25 Jahren wird die Stadt Neusäß nach wie vor „mitten im Schönen“ liegen, die Vorteile der nahen Großstadt und der achtsam gepflegten Natur vereinen und ihren Einwohnern viel Lebensqualität bieten. Das gute Miteinander der Generationen, Familienfreundlichkeit und exzellente Seniorenbetreuung, optimale Bildungschancen und wohnortnahe Arbeitsplätze, Tradition und Moderne - das Gleichgewicht wird auch in einem Vierteljahrhundert in Neusäß stimmen.

mh bayern: Eingetrübt – im wahrsten Sinne des Wortes – wurde die Feierstimmung durch das heftige Unwetter, das vor allem Neusäß stark in Mitleidenschaft zog. Wie konnte die Stadt ihren betroffenen Bürgern helfen? Gibt es Maßnahmen, um künftig auf schwere Unwetter besser vorbereitet zu sein?

Richard Greiner: Das Sturmereignis, das sich in den Abendstunden des 20. Juni über unserer Stadt entlud, war für uns alle eine einschneidende Erfahrung. Dass hierbei niemand verletzt wurde, grenzt an ein Wunder und macht uns dankbar.

Im Rathaus haben wir einen Krisenstab eingerichtet und Sofortmaßnahmen zur Unterstützung der Bevölkerung eingeleitet: So war vier Wochen lang eine kostenlose Anlieferung von Grünabfällen bei der Kompostieranlage Steppach möglich. Des Weiteren wurden die Öffnungszeiten der Kompostieranlage und der Wertstoffsammelstellen erweitert. Auf dem Parkplatz des Sportvereins TSV Steppach wurden Container zur Entsorgung von Restmüll aufgestellt, regelmäßig geleert und sie verblieben dort, bis die Keller geräumt waren. Außerdem wurde die Rechtslage zu den Schäden geklärt sowie darüber informiert, welche Fonds den Bürgerinnen und Bürgern bei der Beseitigung der Schäden schnell und unbürokratisch helfen können.

Das Sturmereignis zeigt uns, wie unverzichtbar einsatzbereite und gut ausgestattete Feuerwehren sind und deshalb tut die Stadt Neusäß auch alles dafür, ihre Feuerwehren bestmöglich auszustatten. Grundlage dafür ist seit Oktober der sogenannte „Feuerwehr-Bedarfsplan“, den ein externer Fachplaner im Laufe des letzten Jahres für das Stadtgebiet Neusäß erarbeitet hat und der in seiner Bestandsanalyse zu einem äußerst erfreulichen Ergebnis kommt, bescheinigt er den Neusässer Wehren doch eine sehr gute Einsatzkraft bei allen Pflichtaufgaben und eine dem Gefahrenpotenzial entsprechende Ausstattung.

Das Gutachten liefert aber auch die Grundlage dafür, welche Fahrzeuge in den nächsten Jahren in den verschiedenen Stadtteilen beschafft werden könnten. Und so haben wir bereits für den Haushalt 2014 (mit entsprechenden Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre) die Fahrzeugbeschaffungen abgebildet und das heißt konkret in Zahlen, dass allein für die Fahrzeugbeschaffung in den nächsten vier Jahren Ausgabemittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro im städtischen Haushalt berücksichtigt sind.

mh bayern: „Bildung ist organisierter Aufstieg“, so Kultusminister Ludwig Spaenle bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Beruflichen Schulzentrums. Welche Weichen für den „organisierten Aufstieg“ wurden in diesem Jahr gestellt? Derzeit gibt es auch einige Sanierungsvorhaben an Neusässer Schulen. Im Zuge dessen gab es im Stadtrat den Vorschlag, die Schulen vor der Sanierung auf ihre Zukunftsfähigkeit in Sachen Betreuung zu überprüfen. Was halten Sie davon?

Hansjörg Durz: Kultusminister Ludwig Spaenle war nicht nur anlässlich der Feier zum 50-jährigen Jubiläum des Beruflichen Schulzentrums in Neusäß, sondern legte auch bei den bauvorbereitenden Maßnahmen zum Neubau der Beruflichen Schulen mit Hand an. Damit fiel der Startschuss für diese zukunftsweisende Maßnahme mit einem Volumen von über 35 Millionen Euro.

Aber auch die städtischen Schulbaumaßnahmen laufen auf Hochtouren weiter. Nach Fertigstellung der Sanierungen in Steppach und bei St. Ägidius folgt nun die Grundschule Täfertingen. Nachdem der Förderbescheid der Regierung von Schwaben zunächst abgewartet werden musste, konnte in den Herbstferien mit den Arbeiten begonnen werden. Im Sommer 2014 wird dann der Großteil dieser Generalsanierung mit einem Volumen von über 2 Millionen Euro umgesetzt. Und auch die größte städtische Schulbaumaßnahme, die Generalsanierung der Eichenwaldschule, kann nach den Plänen der Stadt im Jahr 2014 begonnen werden. Dabei wird das Gebäude nicht nur energetisch ertüchtigt, sondern auch hinsichtlich des Raumprogramms auf die Zukunft ausgerichtet. So wird zum Beispiel wegen des zunehmenden Betreuungsbedarfs eine Mensa integriert. Ich halte es für absolut richtig, an dem vom Stadtrat festgelegten Zeitplan für die Schulsanierungen festzuhalten und die Generalsanierung der Eichenwaldschule so schnell wie möglich anzugehen.

mh bayern: Hohe Wellen schlug der Fall „Titania“. Wer trägt Ihrer Meinung nach Schuld an dem Desaster?

Hansjörg Durz: Der ordnungsgemäße und vor allem verkehrssichere Betrieb des Bades lag ausschließlich in der Zuständigkeit und Verantwortung der Pächterin. Ich war sehr froh, dass vor Gericht ein Vergleich erreicht werden konnte, der eine sehr zeitnahe Trennung von der Pächterin möglich machte. Nach Abschluss des Vergleichs galt es innerhalb kürzester Zeit eine Organisation und Strukturen aufzubauen, die eine Übernahme des Bades innerhalb weniger Monate möglich machte. Nur durch die Mitwirkung des Stadtrates, durch die Zusammenarbeit mit der GMF und vor allem aufgrund des enormen Einsatzes von Mitarbeitern der Stadtverwaltung konnte das Bad unter neuer Führung im Herbst wieder eröffnen. Es freut mich sehr, dass das Titania seitdem wieder so großen Zuspruch erfährt.

mh bayern: Herr Greiner, seit 9. Oktober leiten Sie als Bürgermeister die Geschicke von Neusäß und wollen auch 2014 die Bürgermeisterwahl gewinnen. Wie lief der Übergang, wie funktioniert momentan Ihr Spagat zwischen Schule und Rathaus? Welche Pläne haben Sie für 2014?

Richard Greiner: Um dem erheblichen Zeitaufwand, den diese Aufgabe beansprucht, gerecht werden zu können, wurde mir von meinem Dienstherren im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen eine Sonderurlaubsregelung gewährt. Laut Gesetz ist dies höchstens bis zu 50% der Dienstverpflichtung und maximal bis zu sechs Monate lang möglich. So kann ich seit 2. November 2013 und bis 30. April 2014 mein Unterrichtsdeputat auf 13 Stunden verkürzen, die Aufgaben als Bürgermeister wahrnehmen und gleichzeitig eine Deutschklasse und insbesondere meine Schüler der 12. Klasse betreuen, die von mir auf ihre Abiturprüfungen vorbereitet werden. Auch kann ich weiter meine Aufgaben als Fachbetreuer erfüllen.

Seit 9. Oktober fanden etliche Sitzungen statt. Intensive Beratungen ergaben sich dabei – wie jedes Jahr im Herbst – bei den Diskussionen zum Haushalt für das Jahr 2014. Daneben beschäftigen uns derzeit vor allem die aktuellen Bauleitplanungen sowie natürlich das Titania. Bei den laufenden Geschäften in der Verwaltung achte ich darauf, keine „Stausituation“ entstehen zu lassen und arbeite alle Aufgaben notfalls auch nach Dienstschluss und am Wochenende ab. So können sich meine Schüler darauf verlassen, nicht vernachlässigt zu werden und das Rathaus wird verantwortungsvoll geführt. Dass das momentan eine anstrengende Phase ist, liegt auf der Hand. Aber das war ja bekannt und meine Familie und ich konnten uns in enger Abstimmung mit Hansjörg Durz, mit dem ich unverändert regelmäßig in Kontakt stehe, darauf einstellen. Alles in allem kann festgestellt werden, dass am 16. März 2014 gemeinsam mit einem neuen Stadtrat auch regulär im Turnus ein neuer 1. Bürgermeister gewählt werden kann und dass ein geordneter Übergang in die neue Stadtratsperiode gewährleistet ist.

Meine Pläne für 2014 sehen vor, zusammen mit dem Stadtrat und der Verwaltung die begonnenen Projekte in einer sachlichen und konstruktiven Arbeitsatmosphäre fortzuführen und der Reihe nach umzusetzen, Daueraufgaben gewissenhaft zu betreuen und auch den ein oder anderen neuen Akzent zu setzen. Dies alles, wenn die Bürger es wollen, im Amt des 1. Bürgermeisters. Dabei stehe ich für die Fortsetzung einer Kultur des Zuhörens und den guten Umgangsstil, um den wir uns seit Jahren bemühen.

mh bayern: Herr Durz, Sie sind nun seit einigen Wochen in Berlin. Wie ist Ihr erster Eindruck und was wollen Sie für Neusäß in Berlin erreichen - kurzfristig und langfristig?

Hansjörg Durz: Die neue Aufgabe als Abgeordneter in Berlin bedeutet für mich einen Neustart. So galt es in den ersten Wochen vor allem, Strukturen aufzubauen, wie beispielsweise das Büro zu organisieren. Die erste Sitzung im Deutschen Bundestag war absolut beeindruckend, mittlerweile tagte das Parlament schon mehrmals, aber die Atmosphäre ist für mich nach wie vor eine sehr besondere.

Ich habe immer wieder betont, dass ich meine Heimatstadt – auch wenn ich in Sitzungswochen in Berlin bin – nicht vergessen werde und mich auch zukünftig für Neusäß einsetzen werde. Es gibt verschiedene Themen, die für Neusäß von großer Bedeutung sind und in Berlin entschieden werden. Ein Beispiel: An der Entscheidung „Drittes Gleis“ hängt nicht nur der Ausbau der Schieneninfrastruktur und somit der Erhalt bzw. die Verbesserung des Zugangebotes in Neusäß, sondern auch der Neubau des Haltepunktes Neusäß, die Verbesserung der Stationsinfrastruktur in Westheim, der Lärmschutz entlang der Bahn in ganz Neusäß – also ganz wesentliche Themen für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt. Nur ist es auf bundespolitischer Ebene mit der kurzfristigen Umsetzung von Zielen nicht ganz so einfach, hier gilt es, einen langen Atem zu behalten. Aber ich bleibe am Ball bei den Themen meiner Heimatstadt.

mh bayern: Wir danken Ihnen für das Interview!
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