"Jeder neue Bürgermeister wird neue Wege gehen" - Ein Interview mit Bürgermeister Dr. Manfred Nozar
Dr. Manfred Nozar ist seit 1984 Erster Bürgermeister von Neusäß. Der studierte Jurist zog vor über 23 Jahren ins Neusässer Rathaus ein. Bei seiner politischen Arbeit wird der Rathauschef von der CSU-Stadtratsfraktion unterstützt. Am 30. April 2008 endet die Amtszeit des Stadtoberhaupts.
Simone Fehling unterhielt sich mit Dr. Nozar über seine bisherige Amtszeit, die politischen Entwicklungen in Neusäß 2007 und die Kommunalwahlen 2008.
myheimat: Herr Dr. Nozar, Sie sind seit dem Jahr 1984 erster Bürgermeister in der Stadt Neusäß. Wie hat sich Neusäß seit dem Beginn Ihrer Amtszeit entwickelt?
Dr. Manfred Nozar: Neusäß hat in der Zeit von 1984 bis heute eine grundlegende Neuentwicklung erfahren. Einrichtungen wurden geschaffen, die die Kommune neu gestaltet haben. Als Beispiele darf ich anführen: Rathaus, Stadthalle, Titania-Bad, neue Turnhallen, Schulen, wie Realschule und Fachoberschule, Umgestaltung der Berufsschule, Feuerwehrhäuser, Gewerbeansiedlungen an der Piechlerstraße, im Vogelsang und in Täfertingen-Nord, neue Verkehrswege, die Verkehrsströme von Innerortsbereichen an die Peripherie verlagern, wie die Umfahrungen von Steppach und Alt-Neusäß, die Zubringerspange zur Autobahn und den Autobahnanschluss. Wohnbebauung gab es in allen Ortsteilen, wobei die ausgeprägteste sicher im Schmutterpark entstanden ist. Dort gibt es auch das wohl größte Seniorenzentrum im Landkreis Augsburg. Die Finanzen der Stadt Neusäß sind gut. War die Kommune vor knapp 25 Jahren noch mit ca. 30 Mio. DM verschuldet, steht sie zum Jahresende 2007 noch mit 1 Mio. € in der Kreide bei ca. 7 Mio. € Rücklagen.
Mit der Stadterhebung vor mittlerweile fast 20 Jahren hat Neusäß an Bedeutung gewonnen, unsere acht Ortsteile sind zusammengewachsen.
myheimat: Welche politischen Entwicklungen prägten in Neusäß speziell das vergangene Jahr 2007?
Dr. Manfred Nozar: Ein Schwerpunkt des Jahres 2007 war das Schulwesen. So wurde das sog. IZBB-Gebäude zur Ganztagesbetreuung gebaut und die Realschulerweiterung für neun neue Klassen in Angriff genommen. Kinderkrippen sind in Steppach und Westheim entstanden.
Gegenwärtig laufen umfangreiche Kanalbaumaßnahmen, so in Westheim an den beiden Bahnunterführungen, bei der Kirche St. Thomas Morus, wo ein großes Rückhaltebauwerk für fast 500.000 € zum Schutz des unterliegenden Eichenwaldgebietes kurz vor der Fertigstellung ist. In Steppach wird zur Entlastung des Gebietes Schneegrund/Brunnenfeld ein Kanal gebaut. Ein Rückhaltebecken im Westen von Hainhofen soll den Ortsteil vor einfließendem Oberflächenwasser schützen. Gemeinsam mit anderen Kommunen beteiligt sich die Stadt Neusäß an der Planung von Rückhaltebauwerken an Neufnach und Schmutter oberhalb von Fischach.
Der Bau eines Schmuttertalradweges kommt voran.
Der Erweiterungsbau des Pflegeheimes am Lohwald wurde im November fertiggestellt. Ein markantes Wohnungsbauvorhaben entsteht an der Hauptstraße in Neusäß. An der Vater-Klein-Straße engagiert sich wieder die kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft. Ein Bebauungsplan zur Ausweisung eines Wohnbaugebietes im Norden des Nibelungenviertels ist soweit gediehen, dass im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden kann. Hier sollen auf von der Stadt Neusäß erworbenen Grundstücken vor allem für junge Familien erschwingliche Baugrundstücke angeboten werden.
Die Planungen für Gewerbe an der Entlastungsstraße gehen voran. Das gemeinsam von Augsburg, Gersthofen und Neusäß entwickelte Güterverkehrszentrum wird gerade erschlossen. Die ersten großen Logistikunternehmen siedeln hier an. Zehn Jahre Arbeit und das Ausräumen großer Widerstände haben sich ausgezahlt.
myheimat: Welche Themen sind für Neusäß im Jahr 2008 von Bedeutung?
Dr. Manfred Nozar: Das Jahr 2008 wird stark von der Kommunalwahl geprägt sein, werden doch am 02. März Bürgermeister, Landrat, Stadtrat und Kreistag gewählt. Aus heutiger Sicht werden im kommenden Jahr Kanalbaumaßnahmen fertiggestellt, z.B. in Steppach oder an der Beethovenstraße neu in Angriff genommen werden. Die Aufplanung des Ortszentrums von Alt-Neusäß wurde 2007 noch in die Wege geleitet, so dass man im neuen Jahr mit Ergebnissen rechnen und ersten Schritten zur Neustrukturierung beginnen kann. Die Konsolidierung der Kommunalfinanzen wird, wie in den Vorjahren, auch 2008 ein Thema sein. Die Planungen für ein neues Freibad werden in Gang kommen.
myheimat: Bei der nächsten Kommunalwahl 2008 treten Sie nicht mehr als Kandidat für das Bürgermeisteramt an. Was erwarten Sie vom neuen Stadtoberhaupt?
Dr. Manfred Nozar: Vom neuen Bürgermeister erwarte ich, dass er die Stadt Neusäß in guter Weise weiterführt.
myheimat: Welche Ratschläge geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg?
Dr. Manfred Nozar: Jeder neue Bürgermeister wird neue Wege gehen. Ich kann ihm nur raten, den Weg zu wählen, den er als den richtigen ansieht.
myheimat: Was würden Sie im Rückblick auf Ihre Amtszeit anders oder besser machen?
Dr. Manfred Nozar: Im Rückblick gesehen würde ich im Großen und Ganzen als Bürgermeister so handeln, wie ich gehandelt habe.
myheimat: Haben Sie schon Pläne für die Zukunft nach dem Ablauf der Wahlperiode?
Dr. Manfred Nozar: Nach dem Ablauf meiner Wahlperiode habe ich noch vor, im Kreistag tätig zu sein, sofern mich die Kreisbürgerinnen und -bürger, besonders die Neusässer, dafür wählen. Ansonsten werde ich den Ruhestand auf mich zukommen lassen und, falls es die Gesundheit erlaubt, das eine oder andere noch wagen.
myheimat: Was wünschen Sie sich und den Neusässern für das Jahr 2008?
Dr. Manfred Nozar: Für das Jahr 2008 wünsche ich meinen Neusässer Mitbürgerinnen und Mitbürgern, dass sich möglichst viel von dem, was sie sich zum Jahresbeginn vornehmen, verwirklichen lässt, keine größeren gesundheitlichen Probleme kommen, einfach ein Jahr, mit dem man zufrieden sein kann.
myheimat: Dr. Nozar, vielen Dank für dieses Interview.





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