Das Frère-Roger-Kinderzentrum wird Träger der neuen Neusässer Familienstation

Vorstellung der Frère-Roger-Kinderzentrum gGmbH als Träger für die Neusässer Familienstation. (von links:) Monika Uhl, Richard Greiner, Andrea Baumann, Ulrike Rahm-Cordas (Ambulante Erziehungshilfe Frère-Roger-Kinderzentrum gGmbH), Rüdiger von Petersdorff (Leiter Ambulante und Teilstationäre Hilfen Frère-Roger-Kinderzentrum gGmbH) und Hannes Neumeier.
 
Richard Greiner (2. v. l.) und Rüdiger von Petersdorff (3. v. l., Leiter Ambulante und Teilstationäre Hilfen Frère-Roger-Kinderzentrum) unterzeichnen den Mietvertrag für die Räumlichkeiten der Familienstation im Alten Rathaus. Mit dabei bei der Vertragsunterzeichnung sind Monika Uhl (links) und Andrea Baumann (rechts).
Neusäß bekommt eine Familienstation. Diese wird nach Abschluss der Renovierungsarbeiten am Alten Rathaus voraussichtlich im Oktober in die Bgm.-Kaifer-Straße 10 einziehen. Als Träger für die Familienstation haben sich die Mitglieder der Kultur-, Bildung-, Sozial- und Sportausschusses mehrheitlich für die „Frère-Roger-Kinderzentrum gGmbH“ aus Augsburg entschieden. Vorgestellt hatten sich insgesamt fünf Einrichtungen. Die Wahl fiel auf die „Frère-Roger-Kinderzentrum gGmbH“, weil man der Meinung war, dass diese Einrichtung die Anforderungen und Wünsche des Landkreises Augsburg und der Stadt Neusäß am Besten erfüllen könne.

Bei der Suche nach passenden Unterbringungsmöglichkeiten für eine solche Einrichtung wurde das Alte Rathaus als geeigneter Standort ins Auge gefasst. So beheimatet das Alte Rathaus unter anderem die Ökumenische Sozialstation Neusäß-Diedorf-Dietkirch sowie das Freiwilligen-Zentrum Neusäß (FuN). Dadurch können Synergieeffekte gebildet werden und das alte Rathaus kann als Begegnungszentrum und Haus für soziale Angebote herausgebildet werden. Des Weiteren war 2011 bereits klar, dass die Sing- und Musikschule Neusäß, die damals ebenfalls noch im Alten Rathaus untergebracht war, nach dem Neubau des Hauses der Musik und Jugendkultur ausziehen und damit Räumlichkeiten in zentraler Lage frei werden würden. Die Kosten für das Personal stellt der Landkreis Augsburg, die Ausstattung für die Familienstation übernimmt die Stadt Neusäß.

„Wir freuen uns sehr, dass auch Neusäß ab dem Herbst über eine Familienstation verfügt und wir damit das gute soziale Angebot, das wir vor Ort haben, noch weiter ausbauen und um eine neue, wertvolle Facette erweitern können“, sagt 1. Bürgermeister Richard Greiner. „In den letzten Jahren konnten wir Neusäß als kinder- und familienfreundliche Stadt weiter entwickeln. Die neue Familienstation ist hier ein weiterer wichtiger Baustein.“

„Wir wollen alle Eltern mit ihren Problemen willkommen heißen“, erläutert 3. Bürgermeisterin Monika Uhl das Ziel der Familienstation.

„Mit der Eröffnung der Familienstation Neusäß wird die letzte große Lücke in der dezentralen Bereitstellung von Bildung, Beratung und erzieherischen Hilfen für Familien geschlossen“, teilt Hannes Neumeier vom Landratsamt Augsburg mit. „Der niederschwellige Zugang ermöglicht schnelle und passgenaue Unterstützung in einem freundlichen Umfeld.“ Aktuell ist der Förderbedarf für Familien in Neusäß gestiegen, teilt Hannes Neumeier mit. Dabei haben nicht nur sozial schwache Familien mit Problemen zu kämpfen. „Besorgniserregend“ sei dies jedoch nicht, gebe es in auch in anderen Orten immer mal wieder Zyklen, in denen der Förderbedarf steigt, aber dann auch wieder abflaut.

Frère-Roger-Kinderzentrum als neuer Träger der Familienstation in Neusäß
Die Frère-Roger-Kinderzentrum gGmbH ist eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe unter dem Dach der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. Als mehrstufiger Verbund teil- und vollstationärer Einrichtungen sowie ambulanter Dienste betreut das Frère-Roger-Kinderzentrum als größte Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in der Stadt und im Landkreis Augsburg mit knapp 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern täglich 500 Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Betreuungs- und Förderbedarf. Über differenzierte Angebote, wie beispielsweise Jugendsozialarbeit, Ganztagesbetreuung an Schulen, Streetwork, Projekte der Offenen Jugendarbeit aber auch gerade durch die Familienstationen erreicht es darüber hinaus mehr als 2500 Kinder und Jugendliche und deren Familien in der Region Augsburg. Über ambulante Hilfen zur Erziehung unterstützt das Kinderzentrum bereits seit vielen Jahren zahlreiche Familien aus Neusäß und im gesamten westlichen Landkreis. Unter anderem ist das Frère-Roger-Kinderzentrum auch in Gersthofen und Diedorf tätig.

Familienstation Neusäß als Knotenpunkt

Die Familienstation in Neusäß soll ein Ort für Kinder, Jugendliche und Familien werden. Ziel ist es, einen sozialen Knotenpunkt im Herzen von Neusäß für Beratung, Begegnung, Unterstützung und Bildung zu schaffen. Dabei soll die Familienstation Neusäß zu einem Vernetzungsknotenpunkt zwischen bestehenden Kindertageseinrichtungen, eigenen Angeboten der Familienberatung und -bildung sowie den vielfältigen bestehenden Beratungs- und Hilfsangeboten – wie beispielsweise des Freiwilligen Zentrum Neusäß – werden. Für diese anspruchsvolle Aufgabenstellung wird Andrea Baumann als berufserfahrene Sozialarbeiterin als Leiterin der Familienstation eingesetzt.

Auf ihre neuen Aufgaben freut sich Andrea Baumann bereits. Als erstes gilt es Kontakte in Neusäß aufzubauen und die Einrichtungen vor Ort kennen zu lernen. Dass weitere Organisationen im Alten Rathaus untergebracht sind, sieht Baumann als großen Vorteil und erhofft sich hier wertvolle Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Ihr Ziel ist es „die Familienstation mit Leben zu füllen“ und Angebote entsprechend des benötigten Bedarfes in Neusäß anzubieten.

Des Weiteren soll die Familienstation ein Ort für Koordination und Vernetzung, für Integration und Stabilisierung des Sozialraums werden. Gerade im Hinblick auf den aktuellen erhöhten Integrationsdruck hat das Frère-Roger-Kinderzentrum seit vielen Jahren Erfahrung mit einer intensiven Integrationsarbeit in den Orten Langweid, Gersthofen und Oberhausen, die dort konzeptionell an die Arbeit der Familienstationen angegliedert ist.

Als Angebote sind neben der Beratung zum Beispiel ein Begegnungscafé, Familienbildung und Elterntraining, Selbsthilfegruppen, Integrationsprojekte, Themenabende und Koordinierender Kinderschutz (KoKi) geplant.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.