Bürgermeisterwahl Diedorf: "...weiter wie bei Otto!"

Heiß begehrt ist das Diedorfer Rathaus. Gleich 7 Personen bewerben sich um den Stuhl des Bürgermeisters von Diedorf
 
Freie Wähler Diedorf: Rechtsanwalt Anton Fischer

Diedorfs Bürgermeister Otto Völk tritt nach 24 Jahren aus Gesundheitsgründen nicht mehr an. Nun bewarben sich für den 16. März gleich 7 Personen um dieses Bürgermeisteramt


Im Markt Diedorf geht es um die Nachfolge des amtierenden parteifreien Bürgermeisters Otto Völk. Gleich 8 verschiedene Personen hatten hier ihren Hut in den Ring geworfen. In keiner Kommune im Landkreis Augsburg gibt es derartig viele Bewerber. Woran liegt das?
Ursachen hierfür gibt es grundsätzlich zwei: Eine Zerstrittenheit innerhalb der Parteien CSU und Grüne in Diedorf sowie die Vielzahl von politischen Gruppierungen im Diedorfer Marktgemeinderat. Dort sind neben CSU, Grüne und SPD zwei weitere freie Wählergruppierungen, nämlich Bürgerunion und Freie Wähler Diedorf, vertreten. Jede dieser fünf politischen Gruppierungen stellte einen eigenen Bürgermeisterkandidaten auf: Die CSU den Computerhändler Stefan Mittermeier, die SPD die Stationsassistentin Christine Prues, die Grünen den Verleger Andreas Köglowitz. Interessanterweise ist kein Bewerber dieser drei großen politischen Parteien im örtlichen Marktgemeinderat vertreten.
Die örtlichen Freien Wähler Diedorf setzen auf den Rechtsanwalt Anton Fischer, die lokale Bürgerunion nominierte den Einzelhändler Frank Wasser. Beide Bewerber sind jeweils als Fraktionsvorsitzende und Mitglied des Diedorfer Marktgemeinderates mit der örtlichen Kommunalpolitik bestens vertraut.
Innerhalb der Parteien von CSU und Grüne kam es nach der Wahl der Bewerber zu teilweise heftigen Zerwürfnissen. Die jeweils Unterlegenen, für die CSU der derzeitige Zweite Bürgermeister Peter Högg, sowie für die Grünen die Marktgemeinderätin Maria Hell ließen sich in eigens gegründeten Wahlvereinen als Protestkandidaten für das Bürgermeisteramt aufstellen. Dabei führte die Zerrissenheit innerhalb der CSU zu noch weiteren Zerwürfnissen: Nur ein einziger CSU-Marktgemeinderat kandidiert auf der CSU-Liste für den neuen Marktgemeinderat, auf der CSU-Protestliste „Wir für Diedorf“ um Peter Högg, amtierender Zweiter Bürgermeister von Diedorf, bewerben sich gleich 6 derzeitige CSU-Marktgemeinderäte, darunter auch der derzeitige Fraktionsvorsitzende der CSU, um einen Sitz im neuen Marktgemeinderat. Diese Marktgemeinderäte sollen zudem aus der örtlichen CSU ausgetreten sein. Im Rahmen der heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der CSU wurde gar ein interner Stimmenkauf zu Gunsten des isolierten CSU-Kandidaten Stefan Mittermeier kolportiert.
Als „Exot“ bewirbt sich Boxweltmeisterin Tina Schüssler, die lange Zeit ihren Wohnsitz in Stadtbergen hatte, ebenfalls um das Bürgermeisteramt. Diese Kandidatin ist in Diedorf bislang kommunalpolitisch noch nie in Erscheinung getreten.
An der ersten Hürde, die notwendige Zahl von 120 Unterstützern im Rathaus, ist Maria Hell gescheitert. Bei dieser eigentümlichen Gesamtkonstellation in der Marktgemeinde Diedorf mit den verbliebenen 7 Bewerberpersonen hoffen viele Bürger auf einen parteifreien neuen Bürgermeister, damit die fruchtbare Politik des parteipolitisch unabhängigen Bürgermeisters Otto Völk im Markt Diedorf weiterhin fortgesetzt werden kann. Viele sind der Überzeugung, dass die Grundlage für die gedeihliche Sachpolitik unter Otto Völk durch dessen Parteifreiheit gebildet wurde. Und in Diedorf soll es schließlich „weitergehen wie bei Otto“.
Im Diedorfer Ortsbild ist vor der Kommunalwahl ein bunter Schilderwald der Bürgermeisterkandidaten entstanden. An allen Ecken und Enden lächeln den Einwohnern auf Plakaten die KandidatInnen entgegen, die um die Gunst der Wähler gebuhlen. Mit fast absoluter Sicherheit kann man jetzt schon von einer Diedorfer Stichwahl am 30.3.2014 ausgehen.
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