Ein Asyl für Raubkatzen und Exoten

Anja Greiter sammelt Spenden für gerettete Raubtiere
 
Eine Pumadame
Steppach: Am Dreieck |

Friseursalon sammelt Spenden für ein Tierasyl

„Ich war zunächst skeptisch, als ich diesen Aufdruck auf einer Tierfutterpackung für meine Hauskatze gesehen habe.“ erzählt Anja Greiter, Inhaberin von Anjas Friseur Palast darüber, wie sie auf ein Tierasyl in der Nähe von Nürnberg aufmerksam wurde.
„Für jede verkaufte Packung würde eine kleine Spende an das »Raubtier- und Exotenasyl e.V.« gehen. Eine solche Aktion hatte ich noch nie zuvor gesehen, also habe ich angefangen zu recherchieren und bin am Tag der offenen Türe, der jeden ersten Sonntag im Monat stattfindet, einfach hingefahren.“
Seit inzwischen neun Jahren rettet und beherbergt das Raubtier- und Exotenasyl in der Nähe von Nürnberg verschiedene Tiere aus schlechter legaler oder auch aus illegaler Haltung. Der Verein ist einzigartig in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Derzeit leben dort 5 Tiger, 1 Puma, 1 Luchs, 2 Füchse, 1 Japan-Makak, 1 Karakal sowie eine Gruppe Frettchen und 1 Opossum.
Sehr viele dieser Tiere hätten ohne den gemeinnützigen Verein sterben müssen, denn um etwa einen Tiger halten zu dürfen muss man in Deutschland – zum Glück – sehr hohe Auflagen erfüllen. Häufig wird gefragt, warum die Zoos die jene Auflagen ja bereits erfüllen, die Tiere nicht aufnehmen. Die Antwort mutet etwas bürokratisch an: Sie dürfen es nicht.

Zoos dürfen Raubtiere nicht aufnehmen

Nach dem europäischen Erhaltungszuchtprogramm, welches ursprünglich dafür sorgen sollte dass die Zoos in absehbarer Zeit ihren Nachwuchs selbst züchten können und nicht für alle Zeit einkaufen müssen, benötigt jedes Tier strikt einen Herkunftsnachweis – also einen Stammbaum. Jemand der etwa einen Puma illegal ins Land schmuggelt, achtet nicht auf solche Formalitäten.
„In Pünktchen, der Puma-Dame, habe ich mich sofort verliebt!“ schwärmt Anja Greiter von ihrem Besuch im Tierasyl. „Sie kam zusammen mit Anton vor knapp siebzehn Jahren nach Wallersdorf. Sie wurden gemeinsam in einem kleinen Verschlag illegal gehalten, falsch ernährt und litten lange Jahre unter der schlechten Haltung. Ein Tierschutzverein vermittelte die beschlagnahmten Tiere von dem Fundort in der Lausitz, zwischen Berlin und Dresden, nach Bayern zum Exotenasyl.“

Keine staatlichen Mittel

Der Verein ist bei vielen Tierfreunden also über die Grenzen bekannt und seine Arbeit nötig, doch das Land und der Bund stellen keine finanziellen Mittel bereit – so erhält der Verein seine Gelder ausschließlich aus privater Hand: Nur aus den Spenden, Patenschaften und Mitgliedsbeiträgen müssen unter anderem um die 70 Kg Futterfleisch pro Tag finanziert werden. Auch für den Tag der offenen Türe erhebt der e.V. keinen Eintritt und erhofft sich stattdessen einen freiwilligen Spendenbeitrag.
„Als mir vor Ort klar wurde, wie viel ehrenamtliche Arbeit hier geleistet wird für Tiere in buchstäblicher Not, wusste ich sofort, dass ich mithelfen will. Für Pünktchen habe ich an Ort und Stelle eine Patenschaft übernommen, aber ich überlegte dass noch mehr gehen muss, ja auch für die vielen anderen Tiere! Später zu Hause fiel mir die Futterverpackung wieder auf, und dass vom Verkaufspreis automatisch ein Euro an den Verein gespendet wird. So kam ich auf die Idee…“

Die Spendenaktion im Friseursalon

Anja Greiter wird nun also selbst zwischen Dienstag, dem 31. Mai und Samstag dem 11. Juni 2016 in ihrem Friseursalon eine Spendenaktion durchführen. Von jeder Dienstleistung die in dieser Zeit von ihr oder ihrem Personal erbracht wird, wird auch ein Euro an das Raubtier- und Exotenasyl gespendet. „Die Kosten für jeden Haarschnitt und allem anderen bleiben, wie sie immer sind. Wer etwa »Waschen, schneiden, föhnen« bekommt, bezahlt nur den gewohnten Preis, spendet aber damit automatisch 3,- €. So kann jeder der möchte einen Beitrag mit-leisten ohne für die Spende selbst Geld ausgeben zu müssen.“ Eine Spendenbox wird die Friseurmeisterin noch zusätzlich aufstellen, für Kunden die selbst mithelfen möchten.

Auch mit einem kleinen Gewinnspiel

Noch dazu können die Kunden mit kleinen Käufen helfen: Süße Kuscheltiere die vom Raubkatzenasyl bereitgestellt wurden können für ausgewiesene Spendenbeträge erworben werden. Außerdem wird es ein kleines Gewinnspiel mit Losen geben. Wer sich über das Raubtier- und Exotenasyl selbst informieren möchte, findet auf der Internetseite des Vereins unter www.raubkatzenasyl.de viele weitere Informationen mit Fotos von der Anlage und natürlich auch der Tiere.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 04.06.2016
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 13.05.2016 | 16:34  
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Michael Smith aus Gersthofen | 13.05.2016 | 16:46  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 13.05.2016 | 17:52  
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