Vom Kindergarten und der Kinderkrippe in die Grundschule
Neusäß: Neusäß, Volksschule bei St. Ägidius | Die Türen der Klassenzimmer öffnen sich und mit Neugier begrüßen die Schulkinder „ihre“ neuen Praktikanten in der Klasse. Nicht nur die Praktikanten sind noch unbekannt, auch das Konzept ist neu: Seit vergangenem Schuljahr kooperieren Berufsfachschule und Grundschule erstmals in Bayern und nur an der Ägidiusschule, um Absolventen der Kinderpflegeschule in Neusäß auf den spannenden Umgang mit älteren Kindern vorzubereiten. Heutzutage genügt es nicht, „mit kleinen Kindern zu spielen“, wie Monika Stockinger-Warm, die stellvertretende Schulleiterin der Berufsfachschule, betont. Es gehört zur Ausbildung eines modernen Kinderpflegers, in vielfältigen Betreuungsangeboten wie Ganztagesschule, Hort oder Mittagsgruppe eingesetzt zu werden. Die Schulleiterin der Ägidiusschule Corinna Graßl-Roth begeisterte sich sofort für dieses Projekt, und so dürfen nun bis Ende 2011 Praktikanten erste Erfahrungen in der Ägidiusschule sammeln.
Das Abenteuer ´Schule` beginnt!
Die Steckbriefe der Kinderpfleger hängen an den Schultüren, und die jungen Leute im Alter von 15 bis 28 Jahren werden ohne Zögern von den Grundschülern und Lehrern aufgenommen
Sie folgen interessiert den Unterrichtsinhalten der verschiedenen Jahrgangsstufen, helfen aktiv mit bei der „gesunden Pause“, assistieren im Sport oder im Werkraum. Dabei sind sie geduldig und haben stets ein offenes Ohr für die Grundschüler.
„Ich fand es gut, dass wir so nette Praktikantinnen hatten. Vielleicht werden sie auch gute Erzieherinnen“, meint ThyVy von der Klasse 4b.
Aber auch die Rückmeldung der Praktikantinnen war durchweg positiv. „Mir hat das Praktikum an der Ägidiusschule sehr gut gefallen. Ich habe gelernt, ältere Kinder richtig einzuschätzen. Fasziniert war ich von der Selbständigkeit und dem Verantwortungsgefühl der Kinder“, schreibt die 16-jährige Marina im Anschluss an ihre Hospitation.
Beim anschließenden Erfahrungsaustausch der Lehrer beider Schulen spricht Graßl-Roth von einer „Bereicherung“ für die Grundschule. Es sei wichtig, Schule so zu vermitteln, „wie sie heute funktioniert". Da auch die Fachbetreuerin für Praxis der Berufsfachschule, Waltraut Wenger, von der herzlichen Aufnahme ihrer Schützlinge begeistert ist, wird einer vertieften praktischen Ausbildung wohl nichts im Wege stehen.


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