Musik verbindet die Generationen

Dass die Freude an der Musik die verschiedenen Altersklassen verbindet, beweist das Projekt „Unter 7 und über 70“ in Neusäß. Alle zwei Wochen musizieren Kinder des Kindergartens Ottmarshausen gemeinsam mit den Bewohnern des Seniorenheims am Lohwald. Unter Anweisung von Angelica Jekic, Leiterin der Sing- und Musikschule Neusäß, singen und tanzen sie gemeinsam und lernen zum Beispiel Rhythmusinstrumente wie Klanghölzer kennen. Mit wehenden bunten Tüchern wird beim Sitztanz der Herbst besungen oder mit Walnussschalen das Klackern von Stricknadeln nachempfunden, wenn es in einem Lied um das Stricken eines Pullovers geht.
Das Konzept „Unter 7 und über 70“ hat Angelika Jekic als generationenübergreifendes musikpädagogisches Projekt an ihrer früheren Wirkungsstätte in Mainz entwickelt. Dabei machen Kindergartenkinder im Vorschulalter und nicht mehr mobile Senioren miteinander Musik. Eine Idee, für die ihr der Deutsche Musikrat und die Stiftung „100 Jahre Yamaha e. V.“ dieses Jahr den Förderpreis „Inventio“ verliehen hat. Mittlerweile wird das Projekt bundesweit in verschiedenen Seniorenheimen erfolgreich angeboten.
Bei Katrin Gunkel, Leiterin des Seniorenheims am Lohwald, stößt „Unter 7 und über 70“ auf große Begeisterung. Angelika Jekic habe damit „offene Türen eingerannt“. Denn schon vorher war der Gedanke vorhanden, dass es schön wäre, wenn es jemanden gebe, der mehr mit den Senioren musizieren könnte. Mit der Idee, Kinder und Senioren zusammenzubringen, trifft Angelika Jekic genau die Wunschvorstellungen der Stadt Neusäß. „Für die Stadt ist es ganz wichtig, die Generationen zusammenzubringen“, sagt Bürgermeister Hansjörg Durz. Und dies mit Musik umzusetzen, hält er für eine „wunderbare Sache“. Dem kann Pfarrer Reinhard Wemhöner vom Diakonischen Werk Augsburg, dem Träger des Seniorenheims, nur zustimmen. „Das Einvernehmen der Menschen und Generationen bei diesem Projekt sowie die Fröhlichkeit und die Gemeinschaft sind gleich auf dem ersten Blick zu erkennen“, beschreibt Wemhöner seine Eindrücke. Ebenfalls von dem Projekt überzeugen ließ sich die städtische Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft (GWN), die sich mit einer finanziellen Unterstützung beteiligte.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 27.11.2009
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