Markus Ferber zu Gast am Justus

Markus Ferber im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe des Justus
„Politik ist eine ernsthafte Angelegenheit!“ Viel Positives kann Markus Ferber der Anwesenheit von Martin Sonneborn im Europaparlament nicht abgewinnen. Über diese und andere aktuellen europapolitischen Aspekte und seine nunmehr 20-jährige Arbeit in Straßburg diskutierte der CSU-Europaabgeordnete bei seinem Besuch am Justus-von-Liebig-Gymnasium am 10. Oktober mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe.
Im Lauf des 90-minütigen Gesprächs wurden etliche Fragen geklärt: Was macht ein Europaabgeordneter den ganzen Tag? Wie heißen die Mitgliedsländer der EU und welche Beitrittskriterien muss ein Bewerberland erfüllen? Wer wird neuer EU-Kommissionspräsident? Welche Arbeitssprachen gibt es im Europaparlament? Brauchen wir TTIP? Sind die geheimen Verhandlungen darüber nicht undemokratisch? Und wer war in den 1980er Jahren an der Erfindung der vielzitierten „Gurkenverordnung“ beteiligt und beschwerte sich anschließend so lange lautstark darüber, bis sie wieder abgeschafft wurde (es waren nicht die Schweizer, sondern die Deutschen)?
Auch die Frage, warum es in Europa immer noch keine einheitlichen Steckdosen gibt, wurde beantwortet. Und falls einer der Zuhörer später einmal in Großbritannien unter die Heimwerker gehen sollte, weiß er jetzt, auf was es beim Bohren zu achten gilt: Vorsicht, dort fehlt der bei uns übliche Sicherungskasten im Keller, die Sicherung befindet sich im Stecker.
Im Gespräch über die Entwicklung der EU und die damit verbundenen Veränderungen für die Bürger der Mitgliedsländer wird eines deutlich: Viele positive Errungenschaften nimmt der Einzelne im Alltag kaum mehr wahr. Das Handy funktioniert auch im Ausland, ein Urlaub innerhalb der Eurozone erfordert keinen Geldumtausch und auf dem Weg nach Italien steht man nicht wie früher schon bei Füssen im Stau – jedenfalls nicht mehr wegen der Grenzkontrollen.
Der Europaabgeordnete erörtert Fragen des europäischen Binnenmarktes und zu den aktuellen Verhandlungen über die Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada. Nichtöffentliche Verhandlungen darüber sind für ihn aus verhandlungstaktischen Gründen unabdingbar; er erklärt, dass das Europaparlament nach jeder Verhandlungsrunde durch die zuständige EU-Kommissarin über den gegenwärtigen Stand informiert werden soll. Er betont die Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Außen-und Sicherheitspolitik und erläutert deren zunehmende Notwendigkeit mit steigender Komplexität der internationalen Politik am Ende der Ost-West-Konfrontation und zu Zeiten des Jugoslawienkrieges.
Die Frage, ob wir TTIP brauchen, werden die Zuhörer wohl immer noch unterschiedlich beantworten wollen. Die Frage, warum wir Europa brauchen wurde in jedem Fall auf sehr unterhaltsame und überzeugende Weise beantwortet.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.neusässer | Erschienen am 06.12.2014
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