Ein Jahr Kombiklasse 1/2 k oder wie „Tiger und Bären“ miteinander lernen

Tiger und Bären erkunden gemeinsam den Zahlenraum von 1 bis 20 und darüber hinaus.

Neusäß: Neusäß, Volksschule bei St. Ägidius | Ein aufregendes Jahr liegt hinter den „Bären“ und „Tigern“, besser gesagt den Kindern der ersten jahrgangsgemischten Eingangsklasse an der VS Neusäß Bei St. Ägidius. Und mit gemischten Gefühlen startete man in dieses neue Schulprojekt, doch das unkomplizierte Aufeinandertreffen von Bären und Tigern zerstreuten schon bald jegliche Bedenken – wie beispielsweise, ob die Zweitklasskinder vielleicht doch die Rolle von „Ersatzlehrern“ übernehmen müssten? Eine Befürchtung, die sich „überhaupt nicht bestätigt hat“, so die einstimmige Meinung der Zweitklasseltern. Allerdings nahmen die „großen Bären“ ihre Aufgabe, die „kleineren Tiger“ anzuleiten, in den Schulalltag einzuführen und sie darin zu unterstützen, sehr gerne an, nahmen diese ernst und wuchsen an dieser neuen Situation. Und die „Tigerkinder“ genossen die Aufmerksamkeit und die Zuwendung ihrer Paten sichtlich, was ihnen Geborgenheit und Selbstvertrauen schenkte. „Die Zweitklasseltern haben uns Erstklasseltern mit offenen Armen aufgenommen, es uns leicht gemacht und Bedenken zerstreut“, betont Elternbeirat Peter Gottfried. Was ihm weiter auffällt, ist „der große Zusammenhalt in der Klassengemeinschaft, in der es keine strikte Trennung gibt.“
Das große Potential einer jahrgangskombinierten Klasse liegt neben dem sozialen Aspekt in den gemeinsamen Unterrichtsphasen, in denen sich „Tiger“ und „Bären“ gegenseitig in ihrem Denkprozessen unterstützen – so kam es immer wieder vor, dass z.B. ein „Bärenkind“ den Kleinen auf sehr anschauliche Weise das Minusrechnen erklärte: „Also, das ist so, wie wenn du 8 Bratwürste hast und nun isst du 2 auf. Dann hast du nur noch 6.“
Unterrichtsphasen wie diese waren es, die zeigten, dass sich „der enorme zeitliche Arbeitsaufwand lohnte und so das Jahr auch zu einer großen Bereicherung wurde“, so Lehrerin Sylvia Ullmann. Herausfordernd war dabei für sie vor allem, dass man „Unterricht immer wieder neu denken muss“ und täglich aufs Neue überlegen musste, wie man den Unterrichtsstoff so vorbereitet, dass beide Jahrgänge davon profitieren.
„Eine große Unterstützung waren nicht nur die Kinder, die sich vom ersten Schultag an mit Freude auf die Jahrgangsmischung einließen, sondern auch die Eltern, die diesem neuen Modell zu jeder Zeit motiviert und aufgeschlossen gegenüberstanden. Besonders dankbar bin ich vor allem der Schulleitung und meinen Kolleginnen, die mich auf vielfältige Weise durch dieses Jahr mitgetragen haben!“
Auch wenn die „Tiger“ nun traurig sind, dass sie ihre „Bären“ in die 3/4 k „weiterziehen“ lassen müssen, so sind sie doch jetzt bereits gespannt auf das kommende Schuljahr – so wie Laura: „Ich freue mich schon, wenn ich Pate für ein `Tigerkind´ sein darf!“

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myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 30.07.2010
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Christoph Wolf aus Diedorf am 19.07.2010 um 20:08 Uhr  
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