Bonjour France! Grundschüler zu Gast in Südfrankreich
Am Freitag, den 13.05.11 kehrten die 4. Klässler der GS Täfertingen von ihrer Frankreichfahrt im Rahmen des Comeniusprojekts "Rezepte aus Europa" zurück.
Die Schüler und ihre Lehrer verbrachten 4 ereignisreiche Tage voller Begegnungen und Erlebnisse in den Provencalischen Alpen.
Gemeinsam mit den französischen Schülern erkundeten sie St. André les Alpes, erfuhren viel über die Region und ihre Besonderheiten, und arbeiteten zusammen am Projekt.
Die Gastgeber bereiteten den Kindern und ihren Begleitern einen warmherzigen Empfang und boten ein umfangreiches und tolles Programm.
Die deutschen Lehrer (Frau Brigitte Weindl, Fr. Angelika Seban, Hr. Ulrich Hierdeis) hielten Unterricht in den verschiedenen Jahrgangsstufen. Es wurde gemeinsam in deutscher Sprache musiziert, Drudel-Zeichnungen entwickelt und gelöst und vieles mehr. Währenddessen nahmen die deutschen Schüler begleitet von ihren französischen Tutoren an verschiedenen Unterrichtsstunden teil und lernten auf einer Schnitzeljagd im Schulhaus ihre ersten französischen Wörter und Lieder.
In der Projektarbeit spielten die Schüler in gemischten Gruppen Sprachspiele (auf Englisch) und schrieben mit einfachen englischen Worten Kommentare zu Bildern für die gemeinsame Comeniuszeitung. Begleitet wurden sie von Catrin, einer pädagogischen Fremdsprachen-Instrukteurin, die das Comeniusprojekt in Frankreich begutachtet und als „best practice“ herausstellen wird (siehe www.ia04.ac-aix-marseille.fr). Auch die Regierung von Schwaben hat die Qualität der schulischen Europaarbeit honoriert und die Täfertinger Grundschule für die bayerische Europa Urkunde 2011 vorgeschlagen.
Die Erfahrungen dieser Tage haben einmal mehr gezeigt, wie Kinder dieses Alters Anderem begegnen. Die eigene sprachliche Kompetenz erfährt in der Fremdsprache des besuchten Landes nur geringen Stellenwert, denn in der originalen Begegnung mit der fremden Kultur, den Menschen und ihrer Lebensweise, machen die Kinder lebensbedeutsame Erfahrungen, die sprachliche Barrieren mühelos übewinden.
Nach einer 2jährigen Projektzeit kann die Täfertinger Grundschule auf eine stolze Bilanz blicken: Von 12 beantragten und geförderten Mobilitäten (Mobilität = 1 Person reist in ein Partnerland) der Grundschule Täfertingen, gelang es, über 50 Mobilitäten zu verwirklichen. Im ersten Jahr fuhr die 4.Klasse nach Leicester (England), im zweiten Jahr reiste die 4.Klasse nach Saint Andre les Alpes (Frankreich).
Hier wird der europäische Gedanke gelebt.
Die für Grundschüler unüblichen Auslandsaufenthalte haben gezeigt, dass es auch oder insbesondere gerade in diesem Alter durchaus Sinn macht, die originale Begegnung zu ermöglichen. Das nachhaltige Lernen, die einhergehende Motivation für spätere Aufgaben sind enorm. Es ist ein qualitativer Unterschied für den Lernenden (das Kind), ob allein die Lehrer in den Austausch gehen und so ihren Horizont erweitern oder ob Kinder im Alter von 10 Jahren die kindliche Erfahrungswelt verlassen und einen geplanten und durchdachten Blick über den Tellerrand erhalten. Die Kinder erhalten so eine enorme sprachliche und kulturelle Bereicherung.
Als Erziehender und Lernbegleiter muss man Kindern etwas zutrauen, sie fordern und mit realen Eindrücken und handlungsorientierten Erlebnissen fördern. Dass dies nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein darf, ist selbstverständlich und entspricht der Bildungsgerechtigkeit, die mit den Mitteln der EU erreicht werden kann.
Im Fazit erscheint die Investition der EU-Fördermittel direkt in die Kinder als unsere Zukunft bestens angelegt. Nicht ohne Grund ist Comenius Teil des europäischen Programms für lebenslanges Lernen.





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