Sharknado – Trashfilm mit Kult-Potenzial?

Sharknado löste einen Hype im Netz aus. (Foto: DVD-Cover)

„Sharknado“ war das Topthema in Filmredaktionen, als der Trash-Streifen im amerikanischen Fernsehenkanal SyFy ausgestrahlt wurde. Der Medien-Hype – ausgehend von Twitter – um Haie, die mit Hilfe eines Tornados zu Menschenjägern auf dem Festland mutieren, sorgte dafür, dass „Sharknado – Genug gesagt!“ inzwischen auf DVD gepresst wurde. Was dürfen Cineasten, die einen Blick riskieren wollen, von der Produktion aus dem Hause „The Asylum“ erwarten?

Der Plot ist hanebüchen: Ein Hurrikan sucht die Westküste Kaliforniens heim, saugt Haie in den Himmel und lässt sie selbst in den Hügeln von Beverly Hills über die Bevölkerung regnen und aus der Kanalisation angreifen. Surfer Fin (Ian Ziering) macht seine Strandbar dicht, als die ersten Haie sich nicht mehr damit begnügen, seinem Kumpel Baz (Jaason Simmons) auf dem Jetski kräftig ins Bein zu beißen, sondern auf Futtersuche durch die Fensterscheiben seiner Existenzgrundlage geflogen kommen. Also schnappt sich der zum Retter in der Not hochstilisierte Draufgänger seinen Kollegen sowie sexy Barfrau Nova (Cassie Scerbo) und den alternden Tresenstammgast George (John Heard), um seine Tochter Claudia (Aubrey Peebles) in Beverly Hills etliche Höhenmeter über Normalnull abzuholen und in Sicherheit zu bringen. Sowohl die Tochter als auch seine von ihm getrennt lebende Ehefrau April (Tara Reid) weigern sich zunächst – bis sie mit ansehen müssen, wie ein hungriger Meeresbewohner Mamas Freund zu Fischfutter verarbeitet. Jetzt muss die zu diesem Zeitpunkt bereits dezimierte Truppe noch Fins Sohn Matt (Chuck Hittinger) vom Flugplatz abholen, auf dem Weg dahin einen Schulbus voller Kinder retten, Bomben basteln und diese aufopferungsvoll zum Wohle Los Angeles' in den Hai-Tornado (Sharknado) werfen.

Wie holt man einen Hai vom Himmel?


Pseudo-argumentative Sprüche à lá „Ich habe dich zuerst geholt, vergiss das bitte nicht“ finden sich zur Lösung der Familienproblematik ebenso in diesem Trashfilm wie völlig haarsträubende Hai-Tötungen (z.B. via Pistolenschuss kilometerhoch am Helikopter vorbei in den Tornado hinein), die auf merkwürdige Weise aber gut zum ohnehin absurden Szenario passen. Diverse rationale Handlungen und Entscheidungen der Akteure reduzieren den Trash-Faktor ebenso wie eine in manchen Punkten versuchte thematische Ernsthaftigkeit. Dafür erhöhen der nervtötende Sharknado-Soundtrack, den es im DVD-Startmenü bei ausbleibendem Klick auf Start, Audio oder die Extras (Making Of, „Gag Reel“ und Trailershow) in Schleife gibt, sowie der ohne Pausentaste praktisch unlesbare Hochgeschwindigkeitsabspann den Trash-Faktor wieder gewaltig. Schauspielerisch dürftig und mit unterdurchschnittlichen Effekten ausgestattet, braucht dieses B-Movie von Regisseur Anthony C. Ferrante und Drehbuchautor Thunder Levin rund um die Themen Klimawandel und Familie eigentlich niemand. Zumindest nicht nüchtern.
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.11.2013 | 17:06  
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