Odd Thomas - Liebesfilm, Mysterythriller oder Coming-of-Age-Drama?

Füreinander bestimmt: Odd Thomas (Anton Yelchin) und Stormy (Addison Timlin). (Foto: Ascot Elite)
„Odd Thomas“ ist die Literaturverfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Dean Koontz. Die Hauptrolle spielt Jungstar Anton Yelchin, während Willem Dafoe den kooperativen Sheriff mimt. Seit Mitte Dezember ist die DVD des Films nach langer Verzögerung durch Rechtsstreitigkeiten im Handel erhältlich. Nun folgt die Rezension des Thrillers.

Manche sagen, auf seiner Geburtsurkunde wurde einfach ein T vergessen, andere wiederum führen seinen Vornamen auf seine bulgarischen Vorfahren zurück. Seltsamer als sein Name ist allerdings die Gabe von Odd Thomas (Anton Yelchin). Er kann nämlich tote Menschen sehen und obendrein schattenhafte Kreaturen, die aussehen wie eine Mischung aus Alien und Predator. Diese Bodachs genannten Erscheinungen nähren sich von Unglück, sind im Umfeld des Bösen zu finden. Als ein Pilzkopf das Schnellrestaurant betritt, in dem Odd Thomas als Koch arbeitet, umgeben ihn wahre Horden dieser Kreaturen. Während der Protagonist mit Hilfe der Toten meist nur Täter überführt, muss er diesen Mann aufhalten, bevor in seinem Heimatstädtchen Pico Mundo ein Massaker geschieht. Dabei kann er auf die Hilfe des Sheriffs (Willem Dafoe) zählen, der selbst das Liebesspiel mit seiner Frau pflichtbewusst unterbricht, wenn Odd Thomas anruft. Weil sich der junge Imbisskoch bislang im Hinblick auf seine Gabe nämlich nie geirrt hat, vertraut der örtliche Polizeichef ihm quasi blind und handelt nach seinen Anweisungen. Allerdings merkt Odd Thomas nicht immer, ob die Person, mit der er kommuniziert, lebt oder bereits tot ist. Rückhalt gibt ihm seine sexy Freundin Stormy (Addison Timlin). In unbedeutenden Nebenrollen sind Patton Oswald (King of Queens; Reno 911!; Two and a half Men) und Leonor Varela (Cleopatra) zu sehen.

Was kann der Film „Odd Thomas“?
Regisseur Stephen Sommers ist Fachmann für Effekt-Kino („Die Mumie“, „G.I. Joe“), schlägt bei „Odd Thomas“ aber über weite Strecken ruhigere Töne an. Er zeichnet ein sympathisches Bild von den Charakteren rund um den Protagonisten und erweckt den Anschein einer Kleinstadtidylle. Als Coming-of-Age-Geschichte weiß die lockere, lineare Inszenierung mangels Tiefe allerdings nicht so richtig zu überzeugen. Für ein Drama zu seicht, für einen Actionstreifen trotz ordentlichem Showdown zu brav. Dafür taugt der Mysterythriller aufgrund der Warmherzigkeit seiner Figuren durchaus als Liebesfilm. Stephen Sommers zeichnet auch für das Drehbuch verantwortlich und hält sich dabei brav an die Buchvorlage. Das schließt die Erzählweise mit ein, jedoch kann das ständig laut denkende Ich auf Dauer ein wenig auf die Nerven gehen. Ein Happy End wünscht sich der Großteil der Zuschauer für Odd Thomas trotzdem, doch leider gibt es dieses nicht für alle Figuren auf der Sympathie-Seite.
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